04/2020, Toyota MR2 Street Affair Concept Car Toyota
04/2020, Toyota MR2 Street Affair Concept Car
04/2020, Toyota MR2 Street Affair Concept Car
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04/2020, Toyota MR2 Street Affair Concept Car 8 Bilder

Toyota MR2 Street Affair Concept Car (2001)

Kompakt-Roadster im Formel 1-Style

Auf der Essen Motor Show 2001 tauchte Toyota mit einer, nun ja, sehr speziellen Konzeptstudie auf. Der MR2 Street Affair machte einen auf Formel 1-Boliden.

In diesen Tagen feiert Toyota das Jubiläum "35 Jahre MR2 in Europa". Und scheut sich dabei nicht, die absurden Ausprägungen des kompakten Mittelmotor-Roadsters erneut vorzustellen. Besonders kurios mutet dieses Showcar auf MR2-Basis an, das Toyota 2001 auf der Essen Motor Show ins Spotlight rollte: Der Zweisitzer mit dem Beinamen "Street Affair", mit dem ein wenig Formel 1-Glanz auf den kleinen Japaner abfärben sollte.

Wenig erfolgreiches Formel 1-Engagement

Wir erinnern uns: Im Winter 2001 stand Toyota kurz vor seinem Formel 1-Debüt als Werksteam. Verantwortlich für das bis 2009 dauernde Königsklassen-Engagement war die in Köln-Marsdorf ansässige Rennabteilung. Auch bei den Fahrern war die Truppe deutsch geprägt: Ralf Schumacher und Timo Glock griffen für Toyota ins Lenkrad; allerdings auch nicht viel erfolgreicher als ihre Teamkollegen, zu denen unter anderem Jarno Trulli und Olivier Panis gehörten. Mehr als ein paar Podiumsplätze, Pole Positions, schnellste Runden, ein vierter Platz in der Konstrukteurs-WM (2004) und ein Spionage-Vorwurf sprangen in den acht F1-Jahren nicht heraus.

04/2020, Toyota MR2 Street Affair Concept Car
Toyota
In den Farben Rot und Weiß trat Toyota von 2002 bis 2009 in der Formel 1 an.

Im sich dem Ende neigenden Jahr 2001 war Toyota jedoch noch optimistisch, was die eigenen Formel 1-Ambitionen anging – schließlich arbeite man in Köln mit einem der höchsten Königsklassen-Budgets. Die MR2-Studie Street Affair sollte das Publikum der Essen Motor Show anfüttern und ein paar Fans für das Team hinzugewinnen. Sie entstand in den Hallen der Formel 1-Mannschaft und übertrug das Design des 2002er Boliden TF102 auf ein Exemplar der dritten Generation des Mittelmotor-Roadsters – und zwar nicht nur dessen farbliche Gestaltung in Rot-Weiß samt Sponsorenaufklebern.

F1-Optik von vorne bis hinten

Heute mutet das Showcar durchaus skurril an. Fast alle Details der Glasfaser-Karosserie lassen den heutzutage den Kopf schütteln: Vor allem die vom F1-Auto adaptierte, hochgezogene Nase samt von der Karosserie abgesetztem Frontflügel mit hochgezogenen Seitenplatten. Anstelle der serienmäßigen Scheinwerfer sitzen Karbon-Leuchteinheiten mit Xenon-Hochleistungslampen und Hi-Intensity-Dioden. Statt ordinärer Türen lassen sich die oberen Teile der Fahrzeugflanken als Einstiegshilfe nach oben klappen.

04/2020, Toyota MR2 Street Affair Concept Car
Toyota
Das ziemlich offene Heck-Design des Toyota MR2 Street Affair.

Ebenfalls nicht schön sind die ebenso flache wie bauchige Windschutzscheibe, die Seitenkasten-Optik an den Flanken, die massiven Schwellerverkleidungen und die Lufthutzen hinter der B-Säule. Hinten geriet der MR2 Street Affair sehr offenherzig – das ist bei einem Formel 1-Autos schließlich auch so. Das oben abgesägte Lenkrad soll mit rotem Pralltopf, Schaltwippen vier kleinen Knöpfen ebenso F1-Style verkörpern wie die reduzierte, ins Zentrum des neugestalteten Armaturenbretts gewanderte Instrumentierung. Zum Monoposto machten Toyotas Motorsport-Ingenieure den MR2 Street Affair jedoch nicht: Wie das Basisauto finden im Innenraum zwei Insassen Platz.

Turboaufladung und Sportauspuff

Ziemlich konsequent waren die Kölner jedoch bei der Technik: Der 1,8-Liter-Vierzylinder erstarkte dank Turboaufladung und Remus-Sportauspuff von 140 auf 258 PS. Der aufgeladene 16-Ventiler überträgt seine Kraft über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe samt elektrohydraulischer Kupplung auf die Hinterräder. Damit soll er den MR2 Street Affair in 6,0 Sekunden von Null auf Hundert und auf maximal 249 km/h beschleunigen. Zum Vergleich: Mit dem handgeschalteten Serienauto gelingt die Standardbeschleunigung in 7,9 Sekunden und ist eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h drin.

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Formel 1-Ambiente im MR2-Cockpit? Netter Versuch, Toyota!

Die Techniker stellten das Showcar auf Felgen in den imposanten Dimensionen 9 und 12 x 19 Zoll, die an der Hinterachse mit Reifen im Format 345/30 ZR 19 bespannt waren. Hinter den Rädern brachten sie eine Bremsanlage mit 370-Millimeter-Scheiben vorne und 295er-Pendants hinten zum Einsatz. Ein Sportfahrwerk legt die Konzeptstudie im Vergleich zum Serienauto um 30 Millimeter tiefer. Statt klassischer Außenspiegel kommen Kameras zum Einsatz, die ihre Bilder auf einen Monitor im Interieur übertragen.

MR2 Competition als Serienableitung

Toyota soll damals darüber nachgedacht haben, den MR2 Street Affair in einer eigenen Rennserie zum Einsatz zu bringen. Dazu kam es zwar nicht, aber immerhin brachte Toyota Deutschland 2002 die vom Street Affair-Showcar inspirierte Competition-Sonderserie des MR2 auf den Markt. Die 100 Exemplare verfügen ebenfalls über das rot-weiße Outfit und zudem über einen Sportauspuff sowie 17-Zoll-Felgen im Farbton Rennsport-Weiß. Das sequenzielle Getriebe bot Toyota für das Sondermodell als Option an. Allerdings wurde der Mittelmotor-Roadster dadurch langsamer und beschleunigte in nur noch 9,3 Sekunden von Null auf Tempo 100.

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Fazit

Es zeugt von Selbstbewusstsein, dass sich Toyota Deutschland zum MR2-Jubiläum nicht scheut, noch einmal die Ausrutscher von früher auf die Bühne zu holen. Ob das Street Affair-Showcar tatsächlich zu "enthusiastischen Reaktionen" seitens des Essener Publikums geführt hat, wie der Hersteller heute behauptet, wagen wir zu bezweifeln. Andererseits war das in Sachen Auto-Tuning eine verrückte Zeit damals, so kurz nach der Jahrtausendwende.

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