Toyota

US-Krise zeigt Wirkung

Toyota Logo Foto: Toyota

Der größte japanische Autobauer Toyota erwartet nach einem Rekordjahr erstmals seit neun Jahren rückläufige Erträge.

Als Folge des Wirtschaftsabschwungs und der Kreditkrise in den USA, des stärkeren Yen und der steigenden Materialpreise rechnet der nach GM zweitgrößte Autokonzern der Welt im Geschäftsjahr 2008/2009 (1. April) mit einem Schrumpfen des Betriebsgewinns um 29,5 Prozent auf 1,6 Billionen Yen (9,8 Milliarden Euro). Erstmals seit neun Jahren dürfte auch der Umsatz sinken, und zwar um 4,9 Prozent auf 25 Billionen Yen, teilte Toyota am Donnerstag (8.5.) bei der Bilanzvorlage mit.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 war der Betriebsgewinn noch um 1,4 Prozent auf den Rekord von 2,27 Billionen Yen gestiegen. Während sich die Nachfrage in Ländern wie den USA, wo Toyota rund die Hälfte seiner operativen Erträge erwirtschaftet, abgeschwächt hat, konnte Toyota den Absatz in rapide wachsenden Regionen wie Asien und Lateinamerika steigern. Toyotas Ertragsstruktur sei dadurch geografisch ausgeglichener geworden, sagte Toyota-Chef Katsuaki Watanabe. Der Reingewinn stieg um 4,5 Prozent auf 1,72 Billionen Yen, der Umsatz um 9,8 Prozent auf den Rekord von 26,29 Billionen Yen.

Doch der stärkere Yen und die gestiegenen Materialkosten dürften Toyota in diesem Jahr zusetzen. Da die Nachfrage in Schwellenländern rasant wächst und der Konzern dies nicht sofort mit dem Aufbau lokaler Fertigungsstätten abdecken kann, wird Toyota verstärkt aus Japan liefern müssen. Dadurch aber ist der Konzern stärker den Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Wegen des schwierigen Marktumfeldes müssten die gesamten Produktionsmethoden überprüft und Kostensenkungen "sehr aggressiv" angegangen werden, sagte Watanabe.  Der Toyota-Chef rechnet zwar im laufenden Geschäftsjahr mit einem Absatzrückgang in den USA, wo die Kunden angesichts der steigenden Ölpreise verstärkt auf kleinere und benzinsparende Modelle wie den Toyota Prius wechseln. Insgesamt aber liege die Profitabilität in den USA weiter auf einem hohen Niveau, hieß es. Zugute kommt Toyota seine führende Stellung bei der Hybrid-Technologie. Außerdem dürfte der steigende Absatz in Asien und anderen schnell wachsenden Regionen dazu führen, dass der globale Absatz bei Toyota weiter anziehen wird.

Die Unternehmensgruppe, zu der auch Daihatsu und Hino gehören, hatte im vergangenen Jahr den US-Konkurrenten General Motors (GM) bereits bei der Produktion als Nummer eins der Welt abgelöst. Dieses Jahr will Toyota 9,85 Millionen Autos absetzen. Damit könnten die Japaner GM erstmals auch als weltgrößter Autoverkäufer überrunden.

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