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Geplante Nord-Süd-Fusion geplatzt

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Die geplante Fusion von TÜV Süd und TÜV Nord ist überraschend geplatzt. In beiderseitigem Einvernehmen habe man sich darauf verständigt, die Gespräche über einen gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss nicht fortzuführen und eigenständig zu bleiben, teilten die beiden Unternehmen am Montag (27.8.) in München und Hannover mit.

Analysen der Wettbewerbsbedingungen hätten gezeigt, dass man unabhängig voneinander schneller und flexibler auf die Markterfordernisse reagieren könne als in einem großen Verbund, hieß es zur Begründung. "Ein Zusammenschluss beider Unternehmen hätte einen erheblichen Integrationsaufwand bedeutet und daher auf lange Zeit auch operative Kapazitäten gebunden", erklärten die Chefs von TÜV Süd und TÜV Nord, Axel Stepken und Guido Rettig.

Noch in der vergangenen Woche hatte der TÜV Süd erklärt, der Zeitplan für das Zustandekommen der Fusion stehe, spätestens bis Anfang September sollte der Zusammenschluss besiegelt sein. Mit dem Schritt wollte sich das Unternehmen auch für die Zeit nach dem Fall des letzten Monopols im Industrie-Prüfgeschäft rüsten. Konkurrent Dekra hatte bereits angekündigt, dann flächendeckend anzugreifen. Der Zusammenschluss hätte das weltweit zweitgrößte Unternehmen der Branche mit 18.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro entstehen lassen sollen. Der TÜV ist der Öffentlichkeit vor allem durch die Hauptuntersuchungen von Fahrzeugen bekannt, doch erstrecken sich die Prüf-Dienstleistungen auch auf Kraftwerke, Aufzüge, Haushaltsgeräte und Spielwaren.

Separate Strategien

Nach Beendigung der Gespräche wolle man die Dienstleistungen eigenständig weiterentwickeln und separate Strategien verfolgen, erklärten die Unternehmen. Projektbezogene Kooperationen in einzelnen Arbeitsgebieten sollten aber fortgeführt werden.
Beide Unternehmen hatten ihre Fusionspläne Ende März bekannt gegeben. Kurz darauf war es hinter den Kulissen zu Verstimmungen gekommen. Hintergrund war offenbar eine Äußerung des früheren TÜV- Süd-Chefs Peter Hupfer über die vergleichsweise bessere Rendite des TÜV Süd. Mit diesem Streit habe die Absage des Zusammenschlusses aber "absolut nichts zu tun", erklärte ein TÜV-Süd-Sprecher am Montag. "Das waren Irritationen zwischendurch", die längst ausgeräumt gewesen seien. Vielmehr habe man festgestellt, dass der Markt einem rasanten Wandel unterliege. Bereits in der vergangenen Woche habe sich abgezeichnet, dass eine Entscheidung gegen die Fusion falle.

TÜV Süd: Fokus auf Internationalisierung

Nun wolle sich der TÜV Süd auf die weitere Internationalisierung konzentrieren. Im Fokus stehe dabei die Zertifizierung von Managementsystemen und Produkten. Ein Sprecher des TÜV Nord sagte, beide Unternehmen seien auch international bestens aufgestellt. Man sei bei den Verhandlungen eben zu dem Ergebnis gekommen, dass man getrennt schneller wachsen und reagieren könne als in einem Verbund. Zudem hätten kartellrechtliche Fragen eine Rolle gespielt, beispielsweise zu erwartende hohe Auflagen bei einer Fusion.

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