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Studie des Umweltbundesamtes

Euro 6-Diesel stoßen 6-mal mehr NOx aus

Renault Captur dCi 110, Frontansicht Foto: Achim Hartmann 48 Bilder

Das Umweltbundesamt (UBA) hatte Ende April 2017 in Berechnungen zum Emissionsausstoß von Diesel-Pkw, deutlich stärkere Stickstoffoxide-Ausstöße festgestellt als bisher angenommen. Nun gibt es Details zu den Abgasmesswerten von 49 Dieselfahrzeugen.

31.05.2017 Holger Wittich 11 Kommentare

Die Liste der Fahrzeuge nach Euro 5 und Euro 6 wurde auto motor und sport nach dem Verweis auf das Umweltinformationsgesetz zur Verfügung gestellt. Die drei Euro 5-Modelle mit dem höchsten NOx-Ausstoß bei betriebswarmen Motor sind der Fiat Doblo 1.6 Multijet mit 1.791 mg/km, der Kia Optima 1.7 CRDi ISG 1.362 mg/km und der Mercedes C 220 CDI T mit 990 mg/km. Der Grenzwert liegt bei 180 mg/km.

Die drei Euro-6-Modelle sind der Renault Grand Scénic 1.6 dCi130 (937 mg/km), der Mazda CX-5D LP 4WD 498 mg/km) sowie der Porsche Macan S Diesel (482 mg/km) Der Grenzwert liegt bei 80 mg/km.

Umweltbundesamt treibt das Kraftfahrtbundesamt an

Allerdings lassen sich die Werte für die einzelnen Modelle nur schwer mit anderen Werten vergleichen, weil sie nach dem wenig gebräuchlichen CADC-Zyklus teilweise im Labor ermittelt wurden und anschließend temperaturabhängige Veränderungen unter Zuhilfenahme von Felddaten eingerechnet wurden. Das Umweltbundesamt weist auch ausdrücklich darauf hin, dass die Ergebnisse keine modellspezifischen Rückschlüsse zulassen. Solche Messungen habe das Kraftfahrtbundesamt (KBA) durchgeführt und das müsse Konsequenzen von den entsprechenden Herstellern einfordern.

Ziel der UBA-Studie war es vielmehr, die Auswirkungen der in der Realität deutlich über den Grenzwerten liegenden NOx-Emissionen auf die Stadtluft bei Temperaturen zu ermitteln, die außerhalb der so genannten Thermofenster liegen. Außerhalb dieser engen Temperaturbereiche reduzieren viele Hersteller die Abgasreinigung stark oder schalten sie ganz ab. Das Umweltbundesamt will erreichen, dass Bundesverkehrsminister Dobrindt und KBA aktiv werden, um die Autohersteller zu besserer Abgasreinigung über weite Temperaturbereiche auch bei Bestandsfahrzeugen zu bewegen. Nur so könne die Luftqualität verbessert werden.

Nach der Studie liegt die durchschnittlichen NOx-Belastung der gesamten Diesel-Pkw-Flotte in Deutschland im Jahr 2016 bei 767 mg NOx/km statt 575 mg NOx/km. „Für die Neubewertung wurden erstmals auch für den betriebswarmen Motor Messungen bei allen in Deutschland typischen Außentemperaturen berücksichtigt“, so das UBA. Dabei hat die Behörde nicht nur Messungen bei betriebswarmen Motor und Außentemperaturen von 20 Grad Celsius zugrunde gelegt, sondern auch das Abgasverhalten des Diesel-Fahrzeuge über alle Jahreszeiten und für alle in Deutschland üblichen Temperaturen herangezogen. Die Hälfte der Pkw-Fahrleistungen in Deutschland wird bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius absolviert.

NOx-Ausstoß Foto: UBA

Als besonders „schmutzig“ gelten Euro 5-Diesel-Pkw, sie liegen bei durchschnittlich 906 mg NOx/km und überschreiten den Grenzwert von 180 mg NOx / km um 403 Prozent. Diesel-Pkw nach Euro 4 kommen auf 674 mg NOx / km (Grenzwert: 250). Die Euro 6-Diesel müssen einen Grenzwert von 80 einhalten kommen aber in der Studie des UBA auf 507 mg NOx/km im Durchschnitt. Eine Überschreitung von 534 Prozent.

NOx-Ausstoß Foto: UBA

VDA kritisiert das UBA

Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) reagierte prompt auf die UBA-Studie. „Dass die Emissionen auf der Straße höher sind als im Labor, ist bekannt. Die Aussage des VDA, dass Euro-6-Fahrzeuge deutlich bessere NOx-Werte aufweisen als Euro-5-Diesel, wird bestätigt. Allerdings sind die Emissionen auf der Straße je nach Modell, Fahrverhalten sowie Verkehrs- und Witterungsbedingungen unterschiedlich. Es ist ebenfalls bekannt, dass Realwerte auch von der verwendeten Abgastechnologie abhängen. Eine Durchschnittsbetrachtung ist daher wenig aussagekräftig.“ „Wir begrüßen die Einführung von RDE und WLTP, auch gegenüber Reformen der Typgenehmigung sind wir offen. Aber man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Die Bundesregierung hat gleichsam die Pflicht, übermäßige Bürokratie und europäischen Zentralismus zu verhindern. Auch viele andere Regierungen von EU-Mitgliedsstaaten wenden sich an dieser Stelle gegen europäischen Zentralismus.

Das Problem erhöhter Realemissionen ist tatsächlich bekannt. auto motor und sport testet bereits seit über einem Jahr Real Drive Emissions (RDE) in einem eigenen aufwendigen Testverfahren. Die teils bestürzenden Ergebnisse finden Sie in der Fotoshow. Dass eine Durchschnittsbetrachtung wenig aussagekräftig für einzelne Modelle ist, sagt ja auch das UBA. Für die Luft außerhalb von Laboren ist allerdings gerade die Durchschnittsbetrachtung maßgeblich.

Neuester Kommentar

Leider ist ein E Auto nur vermeindlich umweltfreundlicher als zB ein Diesel. Es gibt Studien die besagen, dass ein E Auto erst nach etwa 120 000 km an die Effizienz eines Diesels kommt. (Schadstoffausstoß) Bisher ist das E Auto nur eine Möglichkeit Abgase/Schadstoffe zu verlagern, denn die Abgase werden nicht am Auto, sondern im E-Werk oder der Batteriefabrik erzeugt.
Zudem ist ein Diesel nicht pauschal umweltschädlicher als ein Benziner. Denn ein Diesel verbraucht weniger Sprit und stößt weniger Co2 aus, als ein Benziner. (Der Benziner dafür weniger Kohlenstoffmonooxid). Unter der Voraussetzung, dass die Dieselabgasnachbehandlung funktioniert, ist ein Diesel eine gute Technologie. Und die Abgasnachbehandlung ist Möglich. Es gibt viele Fahrzeuge, wie die Mercedes E Klasse (der neusten Generation), die die Grenzwerte deutlich unterschreiten und zwar in der Realität. Ausserdem gibt es relativ preisgünstige Nachrüstungssysteme, die Wirksam die Schadstoffreduzierung auf ca 90% anheben.
Natürlich ist das Verhalten der Autoindustrie, nicht nur der deutschen (auch Renault, usw) nicht im Ansatz zu vertreten, nur darf man trozdem nicht deshalb hirnlos eine Technik (Diesel) verteufeln und keine andere einfach so in den Himmel loben (Benzin, Elektro), denn das führt auch nicht zur gewünschten Umweltfreundlichen Fortbewegung.

Horst1234 10. August 2017, 00:13 Uhr
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