Überhitzungsprobleme bei Shelby GT350 Mustang

US-Besitzer reichen Klage ein

Ford Shelby GT350 - Pony Car - sport auto 5/2016 Foto: Rossen Gargolov 24 Bilder

Ford droht Ärger in den USA. Besitzer klagen an, dass der Shelby GT350 Mustang, Modelljahr 2016, auf der Rennstrecke nach 15 Minuten schlapp macht. Entgegen des Werbeversprechens. Sie reichten bereits Klage ein.

Mit seinem 5,2-Liter-V8 und 533 PS ist der Ford Shelby GT350 nicht nur für die Straße geschaffen, sondern auch für die Rennstrecke. So proklamiert es Ford. Einige Besitzer des 2016er Modelljahrgangs machten andere Erfahrungen. Und klagen deswegen vor dem US-Bezirksgericht in Südflorida. Das berichten „Autoblog“ und weitere Medien.

Getriebe oder Differential schuld?

Die unzufriedene Kundschaft wirft dem US-Autobauer vor, sein Versprechen eines für die Rennstrecke tauglichen Muscle Cars nicht eingehalten zu haben. Im Gegenteil: Der 2016 Shelby GT350 Mustang soll im Rennbetrieb nach 15 Minuten oder weniger aus Sicherheitsgründen in einen sogenannten „Limp Mode“ schalten. Das bedeutet, dass der 533-PS-Sportler drastisch Leistung zurücknimmt und praktisch nur noch über den Asphalt humpelt. Statt über ihn zu jagen und Geraden und Kurven zu vernaschen.

Als Grund führen die Kläger an, dass das Getriebe oder das hintere Differential überhitzen sollen. Oder beides gleichzeitig. Der eingebremste GT350 würde deshalb gefährliche Situationen auf der Rennstrecke heraufbeschwören. Klingt logisch, falls es stimmt: Andere Teilnehmer könnten vom langsamen Muscle Car überrascht werden.

Shelby GT350 Mustang, Heckansicht Ford Mustang Shelby GT350 im Test Absolut brachiales Pony-Car

Die Überhitzungsprobleme betreffen laut Anklageschrift die Modelle mit Basisausstattung und solche mit Technology-Paket. Das Track-Paket, das Getriebe, Motor und Differential mit zusätzlichen Kühlern temperiert, sei nicht betroffen. Es kostete 6.500 US-Dollar Aufpreis. Seit dem 2017er Modelljahr ist es Standard im Ford Shelby GT350 Mustang. Die Anklage, vertreten durch die Kanzleien Hagens Berman und Grossman Roth Yaffa Cohen, sieht das als zusätzlichen Beweis für ein Fehlverhalten Fords. Gewissermaßen sei es ein Eingeständnis, dass man zuvor Autos mit fehlerhaften Getriebe und Differential verkauft habe.

Ford USA äußerte sich zu der Klage in einem knappen Statement: „Ford ist dazu verpflichtet, seinen Kunden mit Autos von Top-Qualität zu beliefern. Zu einem laufenden Rechtsstreit äußern wir uns nicht.“

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