Umwelttechnik

Luft-Marke

Foto: Daimler-Chrysler 6 Bilder

Von der Politik geprügelt, wollen die deutschen Autohersteller in Genf zeigen, dass sie nicht jeden Umwelttrend verschlafen haben.

Das gute Gewissen der Nation orientiert sich zurzeit an der magischen Zahl 120. Wer weniger bieten kann, hat gewonnen, wer darüber liegt, hat den schwarzen Peter. Und das ist eindeutig die Mehrheit: Auf durchschnittlich 163 g/km beläuft sich heute der CO2-Ausstoß aller Neuwagen.

Optimierter VW Passat hilft sparen

Doch das soll sich bald ändern. VW will mit dem Passat Bluemotion zeigen, dass auch eine Mittelklasse-Limousine Werte um 140 g/km erreichen kann. Das Rezept ist einfach, das Ergebnis verblüffend: Aerodynamischer Feinschliff, innermotorische Optimierungsarbeiten, eine um 15 Millimeter tiefer gesetzte Karosserie, Bodenverkleidungen vor der Hinterachse, längere Getriebeübersetzung – und schon sinkt der CO2-Ausstoß von 151 auf 136 g/km. Der Verbrauch beläuft sich laut Werk auf 5,1 Liter/100 km, die Reichweite des 105-PS-TDI mit Rußpartikelfilter auf 1.350 Kilometer – und das zu Preisen, die rund 1.500 Euro über denen der konventionellen Version liegen.

BMW 1er mit Start-Stopp-Technik

Um Political Correctness in puncto CO2 hat sich auch BMW beim neuen 1er bemüht, den es als 118i, 118d, 120i und 120d nun serienmäßig mit Start-Stopp-System gibt. Damit schaltet sich der Motor immer selbst aus, wenn er zum Beispiel an Ampeln nicht benötigt wird. Die daraus resultierende CO2-Reduktion dürfte sogar den europäischen Umweltkommissar beeindrucken: Statt früher 150 g/km sind es beim 143 PS starken BMW 118d noch 123 g/km.

Mercedes: Mit Bluetec zu Euro 6

Mercedes forciert auf dem Genfer Autosalon einen anderen Trend – den der Schadstoffreduzierung, besonders des Stickoxids im Diesel. Zumindest in Form einer Studie zählt die neue C-Klasse nun auch zur Bluetec-Gemeinde – mit Vierzylinderdiesel, NOx-Speicherkat (ohne Harnstoffeinspritzung) und Euro 6-fähig. Diese Regelung gilt ab 2014 und erfordert eine Reduzierung der Stickoxide gegenüber den heutigen Grenzwerten um zwei Drittel.

Honda optimiert Einspritztechnik

Damit setzt sich auch Honda speziell mit Blick auf den US-Markt auseinander. Für die neue Accord-Generation (ab Herbst) wird es einen Dieselmotor geben, der durch Verkürzung der Einspritzzeit, weiterentwickelte Common-Rail-Technik und NOx-Katalysator die weltweit strengsten US-Abgasnormen unterbietet. Wann dieser Selbstzünder nach Deutschland kommt, ist allerdings noch offen.

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