Uniti One Elektro-Stadtauto

Zwei- bis Fünfsitzer ab 14.900 Euro

Elektroauto Uniti Foto: Uniti 22 Bilder

Das schwedische Elektro-Auto-Startup Uniti hat jetzt den Uniti One vorgestellt. Für die Serienfertigung des Elektro-Stadtautos wurde Siemens als Produktionspartner gewonnen. 50.000 Autos sollen gebaut, die ersten 2019 ausgeliefert werden. Das Besondere: Ein herausnehmbares Batteriepaket.

Der Uniti One ist ein rein elektrisch angetriebenes Stadtauto, das in zwei-, vier- und fünfsitzigen Versionen und mit Flügeltüren angeboten werden soll. Gefertigt wird es aus Kohlefaser und Materialien aus Bioverbundwerkstoffen. Neben einer Version mit konventionellem Lenkrad gibt es den Uniti One auch mit einem im Zentrum drehenden Joystick-Kontrollsystem. Pedale und ein Lenkrad gibt es dann nicht an Bord, gesteuert wird per Steuerruder wie in einem Flugzeug, und zwar ohne mechanische Verbindung zwischen Steuerruder und Rädern. Auch ein klassisches Armaturenbrett gibt es nicht. Alle relevanten Informationen werden über ein Head-up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Gefahrenstellen wie Tiere auf der Fahrbahn sollen auf diese Weise leichter hervorzuheben und Informationen wie Navigationsanweisungen durch Pfeile auf der Straße dargestellt werden. Zudem soll der Uniti autonome Fahreigenschaften mitbringen. Gänzlich autonom soll er laut Uniti-CEO Lewis Horne aber nicht innerhalb der nächsten zehn Jahre fahren. Öffnen lässt sich der Uniti One per Keycard.

Uniti One mit bis zu 40 kW

Angetrieben wird der Uniti von einem Radnabenmotor, der je nach Konfiguration zwischen 15 und 40 kW leistet. Als Energiespeicher stehen wahlweise Lithium-Ionen-Batterien mit 11 oder 22 kWh Kapazität zur Verfügung. Die Ladezeit soll knapp über drei Stunden liegen, Strom für 200 km soll in 30 Minuten gebunkert sein. Die Höchstgeschwindigkeit wird modellabhängig mit 90 bis 130 km/h angegeben, die Reichweite liegt entsprechend bei 150 bis 300 km. Der Spurt von Null auf 80 km/h soll der nur knapp 400 kg schwere Uniti in 3,5 Sekunden schaffen. Geladen werden können die Batterien per Induktion, an der Steckdose oder durch simples Austauschen des Batteriepaketes. Des Weiteren möchte der von Elon Musk inspirierte Lewis Horne „Hardware durch Software“ in dem von ihm selbst als „typischen Zweitwagen“ titulierten Stromer ersetzen. Schalter und Knöpfe sind demnach kaum zu erwarten.

Ab 2019 ab 14.900 Euro

Um den Uniti auch in Produktion zu bringen, hatten die Schweden per Crowdfunding schon rund 1,2 Millionen Euro bei 600 Investoren aus 45 verschiedenen Ländern eingesammelt. Siemens ist als Produktionspartner dabei. Die Zusammenarbeit soll die vollautomatisierte Serienfertigung des Elektroautos möglich machen. Bereits ab dem kommenden Jahr sollen jährlich 50.000 Exemplare produziert und ab Ende 2019 ausgeliefert werden. Gebaut wird der Uniti im schwedischen Landskrona.

Deutschland im Fokus

Zuerst möchte man Unternehmensangaben zufolge „nordeuropäische Großstädte“ mit dem Uniti One bedienen. CEO Lewis Horne sagt: „Vor allem Deutschland ist für uns interessant. Die meisten unserer Vorbestellungen kommen bislang zwar noch aus Schweden, jedoch dicht gefolgt von Deutschland.“

Neben Privatkunden sind auch Flottenbetreiber sehr stark am elektrischen Kleinwagen aus Schweden interessiert. Für Liefer- und Kurierdienste sowie Pflegeinstitutionen ist ein günstiger Elektroauto mit einer für den regionalen Einsatz völlig ausreichenden Reichweite natürlich eine perfekte Alternative. In Deutschland hat die Caritas als erster Großkunde des Start-ups E.GO bereits 3.000 Exemplare des Life bestellt.

Strom von E.ON, Vertrieb über MediaMarkt

Der Grundpreis für den Uniti One wird bei 14.900 Euro liegen. Selbst die vollausgestatteten High-End-Modelle sollen für unter 19.900 Euro zu haben sein. Bislang soll es schon über 1.000 Vorbestellungen geben. Die Gebühr für eine Vorbestellung liegt bei 149 Euro. Diejenigen, die jetzt schon vorbestellen, erhalten ab Mitte 2018 Zugang zum Uniti-Konfigurator. Online können dann das gewünschte Modell, Ausstattung, Servicepakete, Finanzierungs- und Lieferoptionen, und Inzahlungnahme gewählt und eine endgültige Verpflichtung zum Kauf gemacht werden.

Schwedische Käufer erhalten mit dem Kauf zusätzlich ein Strompaket für Zuhause vom Energieanbieter E.ON, das einen rein aus Solarenergie gewonnenen Ladestrom über fünf Jahre garantiert. Als neuen Vertriebspartner konnten die Schweden die MediaMarkt-Kette gewinnen. Beginnend am 8. Dezember stehen Uniti-Autos in zunächst zwei Showrooms in MediaMarkt-Filialen in Schweden zur Vorbestellung zur Verfügung. Die Testphase dieser Produkteinführung in zwei Filialen ist auf ein paar Monate beziffert, mit Option auf einen landesweiten Ausbau in Schweden.

Pilotanlage im britischen Silverstone

10/2018, Uniti Foto: Uniti

Die Produktion des Uniti soll in Zukunft im jeweiligen Zielmarkt stattfinden, das Elektroauto wird also nicht aus einem Werk in die ganze Welt exportiert.

Die Pilotanlage dieses lizensierten, digitalen Montagewerks hat Uniti jetzt im britischen Silverstone vorgestellt. Das dort ansässige Unternehmen MEPC ist Entwicklungspartner für die Fertigungsanlage.

„Es ist kein Geheimnis, dass einige der besten Fahrzeugingenieure der Welt in Silverstone angesiedelt sind“, erklärt Uniti-CEO Lewis Horne. „In Verbindung mit einer Regierung, die für unsere Ambitionen und Ziele aufgeschlossen ist, konnten wir keinen besseren Standort für unsere Pilotproduktion finden.“

Die Ambitionen von Uniti in Großbritannien gehen über die Demonstration der Montage hinaus. In der Hauptstadt London hat das Start-up ein Büro eröffnet, von wo auch die Finanzierung in Silverstone sichergestellt werden soll.

Ab 2020 Marktstart in Indien

Auf der Auto Expo im indischen Delhi haben die Schweden den Uniti One ebenfalls präsentiert. Von hier aus soll er den asiatischen Markt erobern. Für Indien wurde das Startdatum 2020 ausgegeben. Die fünfsitzige Version des Uniti One ist aber schon jetzt für eine Reservierungsgebühr von nur umgerechnet rund 125 Euro vorbestellbar. Der Grundpreis in Indien soll später bei 9.000 Euro liegen.

Das Startup Uniti ist im Sommer 2015 aus einem Universitäts-Projekt hervorgegangen.

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