Untreue-Affäre

DC treibt an

Daimler-Chrysler treibt die Ermittlungen in der Untreue-Affäre in der Vertriebsorganisation des Konzerns voran. Daimler-Chrysler teilte am Donnerstag (24.3.) mit, dass man "eine Reihe von Informationen und Dokumenten" den Ermittlungsbehörden übergeben und erläutert habe.

"Dies erfolgte im Rahmen der Kooperation mit den Behörden zur Aufklärung von Unregelmäßigkeiten in Teilen der deutschen Vertriebsorganisation der Daimler-Chrysler AG", hieß es. Damit habe Daimler-Chrysler Informationswünsche der Staatsanwaltschaft erfüllt.

Am Mittwoch waren in drei Städten Wohnungen und Gewerberäume von ehemaligen Konzernmitarbeitern und auch von Nichtbeschuldigten durchsucht worden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatte bekannt gegeben, dass in Berlin, München und Stuttgart am Dienstag und Mittwoch in insgesamt 13 Objekten zahlreiche Unterlagen sicher gestellt worden seien.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt sei mehreren Wochen gegen elf Personen wegen des Verdachts der Untreue und teilweise auch wegen Bestechlichkeit. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien die meisten, gegen die ermittelt werde, Daimler-Chrysler-Mitarbeiter. In den vergangenen Tagen wurden mehrere teilweise ranghohe Mitarbeiter aus dem Vertrieb und der Bauabteilung des Konzerns ihrer Posten enthoben.

Eine Sprecherin des Unternehmens sagte am Donnerstag, man könne noch keine Angaben über die Schadenssumme machen. Auch sei ungeklärt, was verjährt sei. Wie weiter zu erfahren war, unterstütze der Vorstand die Ermittlungen nachdrücklich. "Es ist gewollt, dass in der betreffenden Sache aufgeräumt wird", war weiter zu hören. Bestätigt wurde auch aus dem Hause Daimler-Chrysler, dass immer noch neues Material auf den Tisch komme. Auch sei weiterhin das Unrechtsbewusstsein der bereits Entlassenen nicht stark ausgeprägt.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Mittwoch erstmals die Vorwürfe gegen die Verdächtigen präzisiert. So werde gegen die ehemaligen Konzernmitarbeiter im Zusammenhang mit Bauarbeiten an Privathäusern in den Jahre 2001 bis 2003 und teilweise auch wegen der Entgegennahme von Sachzuwendungen seitens Geschäftspartners von Daimler-Chrysler in den Jahren 2000 bis 2002 ermittelt. Dieser Partner stehe im Verdacht, der "Bestechung im geschäftlichen Verkehr".

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