US-Absatz

Schwarzer Juli für die "Big 3"

Schwach war er erwartet worden, mit einem Debakel für die heimischen US-Marken endete der Verkaufsmonat Juli. Zertrümmert wurden die Absatzzahlen von Ford und Chrysler mit Verlusten von über 30 Prozent.

Niemals zuvor wurde den US-Autobauern GM, Ford und Chrysler die Tiefe ihrer Krise brutaler vor Augen geführt als derzeit. Vor einigen Tagen schreckte die Fünf-Monate-Aufrechnung des Instituts Polk den Markt auf, wonach die Importeure erstmals in der Geschichte mehr Autos verkauft haben als die böse schwächelnden "Big 3", bestehend aus GM, Ford und Chrysler.

Nun also der nächste Niederschlag: In einem superschwachen Absatzmonat Juli mit einem Gesamtminus von 17,2 Prozent erlebten die US-Marken eine "Blutbad", so ein Finanzexperte: Die Absatzzahlen von GM wurden um 22,2 Prozent rasiert, bei Ford und Chrysler kollabierten die Zahlen mit Minus 35,3 Prozent respektive 37,4 Prozent förmlich.

Ford und Chrysler-Absätze kollabieren

Die Katastrophenzahlen haben Konsequenzen von historischen Ausmaßen auf das Gesamtmarktgefüge: Toyota verdrängte mit den Julizahlen Ford erstmals von Platz zwei der größten Herstellern, und Honda kaperte sich den vierten Rang von Chrysler. Lediglich in den Halbjahreszahlen kann sich Ford noch vor Toyota halten. Bleibt die Tendenz aber wie derzeit zu beobachten, werden die Japaner Ford aber auch in der Jahresbilanz von Platz zwei verdrängen.

Wo das Dilemma der US-Hersteller liegt, verdeutlicht ein Blick in die Statistik: Die Verkäufe bei den Pickups purzelten um 44 Prozent, die der großen SUV - beide Bereich Domänen der US-Hersteller - um 37 Prozent. Dagegen legten die Verkäufe der kleinen SUV entgegen dem Trend im superschwachen Juli um 8,3 Prozent zu. Ein Chrysler-Händler wird in den "Detroit News" mit den Worten zitiert, dass nur noch große Pickups kauft, wer Viecher transportieren muss.

Dem schlechten Markt entziehen konnten sich von den Top Ten der Verkaufsrangliste Toyota (plus 11,7 Prozent), Honda (plus 6 Prozent), Hyundai (plus 6,2 Prozent), VW (plus 5 Prozent), und Mazda (plus 4,7 Prozent). Ganz schwach dagegen der japanische Part des möglichen GM-Partners Nissan-Renault: Nissan brach um 19,5 Prozent ein.

Bewegung auch bei den deutschen Herstellern am US-Markt: Während Mercedes um 3,8 Prozent zulegte, rauschte BMW um 13,4 Prozent in den Keller. Folge: Erstmals in diesem Jahr lag Mercedes bei den Verkäufen wieder vor BMW. Mit Blick auf die Halbjahreszahlen verzeichnet BMW ein Plus von 7,7 Prozent, Mercedes konnte 14,3 Prozent zulegen. rangiert beim Marktanteil aber noch hinter dem Rivalen aus Bayern. Gut in Form zeigt sich derzeit VW in Nordamerika. Im Juli gehörte Volkwagen mit einem Plus von fünf Prozent zu den wenigen positiven Erscheinungen, in den ersten sechs Monaten hat die Marke aus Wolfsburg um 17,3 Prozent zugelegt und ist damit noch erfolgreicher als Porsche beim prozentualen Wachstum. Ungeachtet aller Sprit-, Öko- und sonstigen Diskussionen fuhr der Sportwagenhersteller im Juli um 14,2 Prozent und im Halbjahr um 15,2 Prozent nach vorn.

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