US-Autobosse beschwören nationalen Stolz

Foto: ams

In einer reichlich martialischen Show beschworen Repräsentaten der US-Autoindustrie beim Jahrestreffen der Branche den nationalen Stolz, garniert mit Appellen an die Verbraucher, an die Stärke der heimischen Autobauer zu glauben.

Der emotionale Höhepunkt der Auftritts von Dick Dauch, Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Automobilzulieferers American Axle & Manufacturing kam, dramaturgisch ganz korrekt, am Ende. Gerade hatte Dauch, ein früherer GM-Manager, es als "Müll" bezeichnet, dass General Motors den französisch-japanischen Konkurrenten Renault-Nissan als Retter aus der Krise brauche, bevor er verbal noch dickere Bretter bohrte: "Amerikaner brauchen keine Franzosen als Retter." Passend zum patriotischen Säbelrasseln Dauchs wurde zum Finale seiner Rede das Bildnis von Uncle Sam beim Rekrutieren von Soldaten auf die Großleinwand geworfen.

Solche Szenen wie nun beim Jahrestreffen der amerikansichen Autoindustrie in Traverse City sind es, vor denen man sich in den Chefetagen der Importeure fürchtet. Nicht umsonst verkneift sich Wachstums-König Toyota im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Schwäche der "Big 3" jede Form von Häme. Ebenso wie man versucht den Eindruck zu vermeiden, bei General Motors handle es sich um einen hilfsbedürftigen Konkurrenten.

Denn wenn man bei Toyota vor etwas Sorge hat, dann, dass die heimischen Hersteller in den Stunde der Krise die patriotische Karte ziehen und bei der Rückgewinnung der Käufer auf "Americans buy American" setzen.

Angst vor "Americans buy American"

Weit entfernt davon war die Stimmungslage bei dem Großauftrieb der amerikanischen Autoindustrie nicht. Zwar brachten andere Redner ihr Befinden weniger brachial zum Ausdruck wie Dick Dauch, die Tendenz war aber klar. Ganz vorne in der Reihe der Beschwörer an die nationale Autoehre stand Mark Fields, Präsident von Ford Nordamerika.

Fields rechnete vor, dass die "Big 3" in den vergangenen vier Jahren 39 Milliarden in den USA investiert hätten, mehr als alle fremden Autohersteller in den vergangenen 25 Jahren zusammen. Ohne diese Investitionen würde es einen Großteil der Jobs in der Automobilindustrie heute schon nicht mehr geben. Während man in anderen Ländern, etwa Japan, den hohen Wert der Autobauer für das nationale Wohl längst erkannt habe und deren Ziele politisch aktiv unterstütze, würden amerikanische Politiker die Probleme ignorieren und die Medien zudem auf die Unternehmen einprügeln. Fields beklagte, dass er einen so zynischen Umgang wie derzeit mit den Autoherstellern aus Detroit noch nie erlebt habe, bevor er flammend appellierte: Es ist Zeit, dass wir wieder an uns glauben, damit auch die Kunden wieder an uns glauben."

Gerade der Glaube an die eigene Kraft hat aber erheblich gelitten; mehr noch bei den Zulieferern als bei den Herstellern. Der als Chef-Patriot auftretende Dick Dauch zeigte auf, dass von den 30.000 Auto-Zulieferbetrieben, die es 1990 noch gab, nur 10.000 übrig geblieben sind. 2010 werden es nach einer Studie noch 4000 sein. Entsprechend grimmig schloss Dauch seine Rede mit dem Satz: "Ich hoffe die Überlebenden nächstes Jahr hier wieder zu sehen."

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