US-Autokrise

Zulieferer könnten leer ausgehen

Foto: dpa 93 Bilder

Die Zulieferer der schwer angeschlagenen US-Autobauer müssen nach Ansicht des Auto-Experten Willi Diez um den Lohn für ihre Arbeit fürchten. "Falls Hersteller in den USA insolvent gehen, ist die Gefahr für deren Zulieferer groß, dass sie auf offenen Forderungen sitzenbleiben", sagte der Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft Geislingen.

Dies könne einige Zuliefer-Unternehmen ebenfalls ins Wanken bringen. Davon wären dann laut Diez auch deutsche Autobauer betroffen, die in den USA fertigen und Teile von diesen US-Zulieferern beziehen. Von den deutschen Herstellern bauen beispielsweise Daimler und BMW Autos in den USA.

Die Opel-Mutter General Motors (GM) und der kleinere Konkurrent Chrysler schulden ihren Zulieferern einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge neun Milliarden Dollar. Die Rechnungen werden demnach in den kommenden Wochen fällig. Es gilt als wenig
wahrscheinlich, dass sie diese Summe ohne staatliche Hilfe bezahlen können. "Einige Zulieferer würden im Falle einer Insolvenz an die betroffenen Hersteller wegen der unsicheren Lage vielleicht nur noch gegen Vorauskasse liefern", sagte Diez. "Das könnte ganz schnell dazu führen, dass zum Beispiel GM oder Chrysler Produktionsprobleme bekommen könnten, weil wichtige Teile fehlen."

"Insolvenzen bei Herstellern wären ein Supergau für den US-Arbeitsmarkt", sagte Diez. Dadurch wären seinen Angaben zufolge allein in der US-Autobranche etwa 100.000 Jobs in Gefahr. Die meisten deutschen Zulieferer sind nach Ansicht von Diez von den Problemen in den USA nicht so stark betroffen. "In der Regel sind die Hersteller in den USA nicht ihre Hauptkunden."

Deutsche Autobauer könnten seiner Einschätzung nach sogar von einer Pleite großer US-Hersteller profitieren und nach zuletzt zum Teil dramatisch eingebrochen Absatzzahlen wieder mehr Autos in den USA verkaufen. "Jedes Auto, das GM nicht verkauft, verkauft ein anderer Hersteller. Die Menschen werden wegen einer möglichen Pleite nicht zu Fuß gehen", sagte Diez. Hauptprofiteure wären seinen Angaben zufolge japanische Hersteller wie Toyota, Honda oder Nissan, die wie GM vor allem den Massenmarkt bedienten. Die deutschen Hersteller seien dagegen eher im Premiumbereich aktiv.

GM und Chrysler hatten zuletzt immer wieder nach Milliarden-Krediten noch im Dezember verlangt. GM engagierte laut einem Zeitungsbericht bereits Insolvenzberater. Unter dem Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts können Firmen die Bedienung ihrer Schulden aussetzen und sich in Ruhe sanieren. In diesem Fall würde in ein solches Sanierungsprogramm auch die GM-Tochter Opel eingebunden, sagte Diez. "Die einzelnen Opel-Standorte würden dann auf den Prüfstand kommen. Man kann nicht ausschließen, dass es im Rahmen dieses Verfahrens zu Werksschließungen kommen könnte." Die deutschen Opel-Fabriken sind laut Diez aber weniger gefährdet als andere Standorte, weil sie vergleichsweise modern seien.

Neues Heft
Top Aktuell Mercedes-AMG GT 63 S 4Matic+ 4-Türer - Oberklasse-Limousine - Fahrbericht AMG GT 63 S 4Matic+ 4-Türer Panamera-Rivale im Fahrbericht
Beliebte Artikel Finanzkrise Kredithilfen für britische Autobauer George W. Bush US-Autokrise Bush will doch Finanzhilfe leisten
Gebrauchtwagen Angebote
Anzeige
WhatsApp Newsletter
WhatsApp Newsletter
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden
Sportwagen Mercedes-AMG GT 63 S 4Matic+ 4-Türer - Oberklasse-Limousine - Fahrbericht AMG GT 63 S 4Matic+ 4-Türer Panamera-Rivale im Fahrbericht Erlkönig Chevrolet Corvette C8 Chevrolet Corvette C8 Zora Mittelmotor-Sportler im Vergleich zum C7-Vorgänger
Allrad Volvo V60 Cross Country (2018) Volvo V60 Cross Country (2018) Neuer Schlechtwege-Kombi Rezvani Tank SUV Rezvani Tank SUV Panzer mit 707 PS
Oldtimer & Youngtimer 50 Jahre Opel GT Hockenheimring 50 Jahre Opel GT Grand Tour mit Röhrl und 75 GT VW Käfer 1302 LS Cabriolet, Frontansicht Top 10 Ranking H-Kennzeichen Die Oldtimer-Charts 2018