US-Gewerkschaft

Basis bricht weg

Foto: Daimler-Chrysler

Die amerikanische Automobilarbeitergewerkschaft UAW (United Auto Workers) hat 2006 insgesamt 18.651 Mitglieder verloren. Sie zählte zum Jahresende damit nur noch 538.448 Mitglieder. Dies berichtete die "Detroit News" am Samstag (31.3.) in ihrer Onlineausgabe.

Damit hat sich der seit den 70er-Jahren anhaltende Schrumpfungsprozess fortgesetzt. Die Mitgliederzahl wurde in dem jährlichen Bericht der Gewerkschaft an das amerikanische Arbeitsministerium genannt. Dürfte aber nach Angaben der Zeitung nicht die tatsächlichen Mitgliederverluste widerspiegeln. Viele der Arbeiter, die Abstands- oder Vorruhestandsangebote von den angeschlagenen Autoherstellern Detroits angenommen hätten, hätten die Unternehmen früh in diesem Jahr verlassen. UAW-Chef Ron Gettelfinger habe dem Kongress kürzlich mitgeteilt, dass die Gewerkschaft noch rund 500.000 Mitglieder habe. Die UAW habe seit 2004 insgesamt 116.000 Mitglieder verloren. Die Gewerkschaft habe in den späten siebziger Jahren mit 1,5 Millionen Mitgliedern die Höchstzahl verbucht und schrumpfe seither.

21 Fabriken werden geschlossen

Von der Misere im nordamerikanischen Automarkt sind nicht nur General Motors, Ford und Chrysler betroffen, sondern auch die Zulieferanten. Der Autoteilehersteller Delphi will 21 seiner 29 US-Fabriken schließen. Zahlreiche Zulieferanten, darunter der Branchenführer Delphi, befinden sich in Insolvenzverfahren.

Ford und GM wollen angesichts des Absatz- und Marktanteilsschwunds bis 2012 insgesamt 26 nordamerikanische Werke dicht machen. Die zu Daimler-Chrysler gehörende Chrysler Group will eine Geländewagenfabrik schließen und Schichten in mehreren Fabriken reduzieren. Chrysler will 13.000 Mitarbeiter nach Hause schicken, davon 9.000 der Gewerkschaft angehörige Bedienstete. Alle drei Unternehmen haben Milliardenverluste verbucht. Die Arbeiter in den US-Fabriken ausländischer Autohersteller gehören zum Leidwesen der UAW keiner Gewerkschaft an.

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