US-Markt

Wachsen gegen den Trend

Foto: ams online

Die deutschen Autohersteller wollen in diesem Jahr auf dem wichtigen amerikanischen Markt gegen den Trend wachsen. "Wir werden uns Marktanteile nicht nur von den heimischen Herstellern, sondern auch von den Asiaten holen."

Das sagte Bernd Gottschalk, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), am Sonntag (7.1.) auf der Automesse in Detroit. Der VDA erwartet für den US-Markt in diesem Jahr einen leichten Absatzrückgang. Im vergangenen Jahr hatten die Deutschen in Nordamerika insgesamt 921.000 Fahrzeuge (plus 6,0 Prozent) verkauft, was einem Marktanteil von 5,8 Prozent entsprach. In diesem, spätestens im nächsten Jahr werde dann voraussichtlich die Marke von einer Million verkaufter Fahrzeuge geknackt. "Da werden wir uns heranpirschen", kündigte der VDA-Präsident an.

Punkten könnten die deutschen Hersteller vor allem mit qualitativ hochwertigen Fahrzeugen und sparsamen Antriebstechniken wie dem Diesel. Diese Technologie werde in den kommenden Jahren in den USA angesichts hoher Kraftstoffpreise und strengerer Abgasvorschriften deutlich an Boden gewinnen. "Mittelfristig gehen wir bis 2010 von einem Marktanteil von 7,5 Prozent für den Diesel in Nordamerika aus", der sich damit mehr als verdoppeln würde, sagte Gottschalk.

Der Hybridantrieb bleibe zwar ein Thema, er sei aber nur eine von mehreren Antriebstechniken der Zukunft. "Wir wollen auf beiden Hochzeiten tanzen." Problematisch bleibe für die deutschen Hersteller der im Vergleich zum US-Dollar starke Euro. Dieser verteure die Ausfuhren und setze die Erträge der Unternehmen unter Druck.

Auf dem heimischen Markt sei in den kommenden Monaten wegen der höheren Mehrwertsteuer zunächst mit einer Wachstumsdelle zu rechnen, sagte Gottschalk. "Es sei denn, eine robuste Konjunktur hilft, diese Lücke rasch zu schließen." Um den Aufschwung nicht zu gefährden, mahnte Gottschalk unter anderem Zurückhaltung bei den anstehenden Tarifverhandlungen an. "Wir sind mit den moderaten Lohnrunden der vergangenen Jahre gut gefahren. Wir befürworten eine Fortsetzung des moderaten Kurses."

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