US-Staatshilfe verweigert

GM und Chrysler müssen Rettungspläne nachbessern

GM Logo Foto: dpa 93 Bilder

Die US-Regierung hat den ums Überleben kämpfenden amerikanischen Autobauern General Motors (GM) und Chrysler die geforderten neuen Milliardenhilfen zunächst verweigert. Das Weiße Haus setzte den Herstellern am Montag (30.3.) ein Ultimatum zur Überarbeitung ihrer Rettungspläne.

Notfalls Pleite riskieren

Ohne noch weit drastischere Einschnitte als bisher will die Regierung die weiteren Finanzspritzen nicht bewilligen und notfalls eine Pleite der Hersteller riskieren. Das geht aus von US-Medien veröffentlichten Dokumenten der Regierung hervor.

Als erste Bedingung für neues Geld muss der Chef der Opel-Mutter GM, Rick Wagoner (56), seinen Hut nehmen. Nachfolger wird bis auf weiteres den Berichten zufolge der bisherige Konzernvize und frühere Europa-Chef Fritz Henderson (50).

60 Tage für GM, 30 Tage für Chrysler

GM bekommt in einer letzten Gnadenfrist nochmals 60 Tage für ein finales Rettungskonzept. GM habe nach einer umfassenden Restrukturierung eine Überlebenschance, so die von der Regierung eingesetzte Auto-Kommission (Task Force).

Chrysler muss dagegen seinen Plan sogar binnen 30 Tagen vorlegen und zudem die angestrebte Partnerschaft mit dem italienischen Autobauer Fiat erreichen. Sonst will Washington den Geldhahn endgültig zudrehen. Die frühere Daimler-Tochter, an der die Deutschen heute noch knapp 20 Prozent halten, sei allein nicht überlebensfähig.

Bis zur Vorlage der endgültigen Pläne erhalten die zwei Hersteller eine Übergangsfinanzierung, um eine drohende sofortige Pleite zu vermeiden. US-Präsident Barack Obama will die Maßnahmen offiziell am späten Montagnachmittag deutscher Zeit bei einer Pressekonferenz vorstellen.

Insolvenz nicht ausgeschlossen

Die bisherigen Rettungspläne der Autobauer reichten nicht aus, um die Ausgabe neuer Steuergelder zu rechtfertigen, so die Kommission. Sie schließt als letzten Ausweg eine Sanierung über eine geordnete Insolvenz nach US-Recht (Chapter 11) weiterhin nicht aus.

GM und Chrysler haben bisher insgesamt 17,4 Milliarden Dollar an Staatskrediten erhalten. Die Opel-Mutter will zusätzliche 16,6 Milliarden Dollar, Chrysler fünf Milliarden. Eigentlich würde für beide Firmen an diesem Dienstag die vom Weißen Haus gesetzte Frist für die Vorlage von neuen Plänen ablaufen.

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