USA

Front gegen SUVs

Die starke Anti-SUV-Bewegung in den USA wird von den Hersteller mit großer Sorge beobachtet. Neben den seriösen Kampagnen hat es auch schon Übergriffe radikaler SUV-Gegner gegeben.

Mit einiger Sorge beobachten US-Hersteller, dass SUV-Kritiker immer mehr Zulauf erhalten. Neben Umweltgruppen und liberalen Kongressabgeordneten haben auch religiöse Gruppen, bekannte Hollywood-Größen und renommierte Auto-Journalisten den Benzinschluckern – die durch ihren hohen Verbrauch indirekt den Terror unterstützen – den Kampf angesagt. Derzeit läuft in den USA eine großangelegte Anti-SUV-Werbe-Kampagne.

Film 1
(„Ich habe geholfen ein Flugzeug zu entführen, ich habe bei einem Anschlag auf einen Club geholfen...“)
Film 2
(„Das sind die Terroristen, die Geld von bestimmten Ländern bekommen, wenn George seinen SUV volltankt...“)

Bostoner Umweltaktivisten planen für Mai 2003 einge große Aktion, in der mehr als 100.000 Flyer an SUV-Autos gesteckt werden sollen. Auf den gefakten Knöllchen werden die Bedenken gegen die Modelle zusammengefasst werden.

Neben diesen serösen Versuchen, die US-Amerikaner zum Umstieg auf umweltfreundlichere Modelle zu bewegen, kam es in letzter Zeit jedoch auch vermehrt zu Sachbeschädigungen. Eine Gruppe namens „Earth Liberation Front“ bekannte sich zu einem Brandanschlag auf einen Ford-SUV-Händler in Pennsylvania, in Richmond/Virginia wurden im Dezember letzten Jahres mehr als 30 SUVs mit einer ätzenden Säure zerstört.

Hybrid gegen den Terror

Während Byron McCormick, bei GM zuständig für Brennstoffzellen, noch vor kurzem erklärte, SUVs seien halt von den Konsumenten gewüscht „und wir würden nicht existieren, wenn wir Modelle auf den Markt brächten, die am Publikumsgeschmack vorbeigehen“, sind andere Automanager bereits alarmiert.

Jo Cooper, Präsident der einflußreichen Hersteller-Vereinigung „Automobile Manufacturers“, der die meisten Hersteller angehören, sagte gegenüber der „Detroit News“: „Wir sind sehr besorgt.“

Ford-Präsident Nick Scheele erklärte, viele Amerikaner liebten ihre benzinschluckenden SUV. Der Hersteller wird jedoch Ende des Jahres eine energiesparende Hybrid-Version des Ford Escape auf den Markt bringen, denn „es gibt Konsumenten, die zwar einerseits auf den SUV nicht verzichten wollen, sich andererseits aber auch Sorgen um die Umwelt machen.“

Auch GM will nun verstärkt Hybrid-Modelle anbieten. Bob Lutz erklärte dazu auf der Detroit Auto Show, das Unternehmen werde sich dem öffentlichen Druck beugen, auch wenn nicht ganz klar sei, ob dies ökonomisch sinnvoll sei: „Wir können es uns einfach nicht leisten, gegen die öffentliche Meinung zu handeln“.

Auch dem US-Markt haben sich in den vergangenen zehn Jahren die SUV-Verkäufe nahezu verdreifacht. Wurden 1992 noch knapp eine Million dieser Fahrzeuge abgesetzt, stieg der Verkauf 2002 auf über drei Millionen.

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