USA

Neue Noten für Überschläge

Das derzeit in den USA geltende Bewertungssystem für das Überschlagsrisiko von Fahrzeugen muss geändert werden.

Das derzeit in den USA geltende Bewertungssystem für das Überschlagsrisiko von Fahrzeugen muss geändert werden. Zu diesem Schluss kommt das National Research Council, das den amerikanischen Kongress in wissenschaftlichen Fragen berät. Zur Zeit wird mit einem Sternchen-System gearbeitet. Fünf Sterne sind dabei Fahrzeugen vorbehalten, die ein Überschlagsrisko von weniger als zehn Prozent aufweisen, einen Stern erhalten Modelle, deren Risko mehr als 40 Prozent erreicht. Als „zu breit gefächert“ bezeichnete die Studienleiterin Jill Wilson nun diese Bewertungen, „das schlechteste Auto der Zwei-Sterne Kategorie hat ein wesentlich höheres Überschlagspotential als das beste Zwei-Sterne-Fahrzeug, für den Konsumenten erscheinen beide jedoch gleich gefährdet“. Daher müsse ein differenzierteres System gefunden werden, mit dem bessere Direktvergleiche möglich seien. Denkbar wäre etwa die Einführung von mehr Kategorien.

Das Sternsystem ist verbraucherfreundlich

Zugleich erklärten die wissenschaftlichen Kongress-Berater, dass die mathematische Formel, mit der die Verkehrssicherheits-Behörde NHTSA die Überschlags-Wahrscheinlichkeit misst, korrekt sei. Ein für November erwarteter Fahrtest, der von der Behörde zur Zeit entwickelt wird, werde den Konsumenten allerdings mehr Informationen über die tatsächlichen Fahreigenschaften bringen. Dieser Test war von den US-Abgeordneten angeordnet worden, nachdem mehrere hundert Menschen nach Überschlägen von mit Firestone-Reifen ausgerüsteten Ford Explorer-Modellen gestorben waren. NHTSA-Sprecher Rae Taylor äußerte sich nach US-Medien-Berichten zurückhaltend über das Gutachten der Experten. „Die Verbraucher mögen am bisherigen System dessen Einfachheit. Ich finde, es ist sehr simpel: Ein Auto mit einem Sternen überschlägt sich wahrscheinlicher als eines mit fünf Sternen.

Verbraucherschützer begrüßten dagegen die Studie. R. David Pittle, Chef der “Consumer Union„, erklärte: “Das derzeit gültige System erlaubt es dem Konsumenten nicht, auch wirklich das sicherste Fahrzeug zu finden. Denn sie erfahren nicht das, was sie wissen müssen, um die beste Entscheidung zu treffen.„ Jedes Jahr sterben in den USA 10.000 Menschen bei Fahrzeug-Überschlägen, 27.000 werden schwer verletzt.

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