VDA

Deutsche Autobauer 2006 gut unterwegs

Foto: VW

Die deutschen Autobauer sind auch 2006 gut unterwegs. Nach einem weiteren Zulassungsplus im Februar sprach VDA-Präsident Bernd Gottschalk am Dienstag (28.2.) auf dem Genfer Auto Salon von einem gelungenen Start ins Jahr.

BMW und Audi meldeten für Februar Rekordabsätze. Im Gesamtjahr erwarten die beiden Premiumhersteller neue Bestwerte. Auch Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche zeigte sich mit dem Monat zufrieden. Volkswagen kommt laut Markenchef Wolfgang Bernhard bei den Gesprächen mit dem Betriebsrat über das geplante Sanierungsprogramm gut voran. Opel-Chef Hans Demant äußerte sich zufrieden mit der Sanierung der General Motors-Tochter.

Gottschalk sagte, er rechne für Februar nach ersten Schätzungen mit einem Zulassungsplus von zwei bis drei Prozent. Die Zulassungszahlen des Januars eingerechnet (plus elf Prozent) ergebe sich für die ersten beiden Monate ein Wachstum von etwa sechs bis sieben Prozent. Gottschalk warnte aber vor Euphorie, denn nach wie vor fehle ein kräftiger Schub im Inland. Wenn sich aber die Konjunktur verstetige, könnten die Zulassungen in Deutschland wie von ihm bereits prognostiziert von 3,34 Millionen auf 3,4 Millionen (plus zwei Prozent) steigen.

Audi konnte den Absatz im Februar um 13 Prozent auf erstmals 62.000 verkaufte Autos steigern. Die VW-Tochter strebt das elfte Rekordjahr in Folge an. Das Wachstum solle so stark ausfallen wie 2005, als die Zahl der Auslieferungen um 7,5 Prozent auf erstmals 829.109 zulegte.

Keine "Hire-and-Fire-Politik" bei VW

Auch BMW verkündete den besten Februar in der Konzerngeschichte. Der Absatz sei prozentual zweistellig gewachsen, sagte Vorstandschef Helmut Panke. Man wolle die frisch eroberte Marktführerschaft im Premiumsegment gegen den Erzrivalen Mercedes verteidigen. Nur bei der Kleinwagenmarke Mini stellt sich BMW auf einen Absatzrückgang ein. Wegen einer Kapazitätserweiterung im Werk Oxford müssen die Bänder zeitweise still stehen. 2005 sei das Ergebnisniveau des Vorjahres trotz hoher externer Belastungen in etwa wieder erreicht worden.

Daimler-Chrysler rechnet für Februar mit einem ebenfalls guten Absatz. Der Monat sei generell erfreulich verlaufen, sagte Konzernchef Dieter Zetsche, ohne Einzelheiten zu nennen. Er wies allerdings darauf hin, dass der Wettbewerb in den USA unter anderem für Chrysler weiter an Schärfe zunehme. Der US-Hersteller schließt Produktionskürzungen nicht aus, um die Autobestände bei den Händlern zu verringern, wie Chrysler-Vertriebschef Joe Eberhardt sagte. Bei Mercedes-Benz erhofft sich Zetsche von der erneuerten E-Klasse, die im April vorgestellt wird, positive Auswirkungen auf den Absatz.

Auch VW kommt bei der Sanierung nach eigenen Angaben voran. Bei den Verhandlungen mit dem Betriebsrat gebe es aber noch keinen neuen Sachstand zu verkünden, sagte Bernhard. VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder betonte, eine "Hire-and-Fire-Politik" ("anheuern und feuern") werde es bei Volkswagen nicht geben. VW hatte vor mehr als zwei Wochen ein tiefgreifendes Restrukturierungsprogramm bei der Kernmarke VW angekündigt, von dem nach Konzernangaben in den kommenden drei Jahren rund 20.000 Beschäftigte betroffen sein werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind durch den aktuellen Tarifvertrag bis 2011 ausgeschlossen.

Bernhard versicherte, an der Qualität werde bei Volkswagen "niemals gespart". Angesichts der aktuellen Energiekrise kündigte Pischetsrieder an, dass in Zukunft jedes Modell im Volkswagen-Konzern weniger Kraftstoff verbrauchen soll als das Vorgängerauto.

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