VDA-Halbjahresbilanz

2005 mehr Absatz

Foto: Volkswagen

Nach einem guten ersten Halbjahr ist die deutsche Autoindustrie optimistisch und erwartet 2005 erstmals seit fünf Jahren wieder deutlich mehr Absatz in Deutschland.

Der heimische Markt werde in diesem Jahr mit 3,3 Millionen Neuzulassungen wachsen. "Es geht endlich wieder aufwärts", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk, am Mittwoch (6.7.) in Frankfurt. Bisher hatte die deutsche Schlüsselbranche nur einen Absatz von 3,25 Millionen Wagen prognostiziert - das wäre etwas weniger als im Vorjahr mit 3,27 Millionen. Neue Impulse soll die Internationale Automobil-Ausstellung IAA im September in Frankfurt geben.

Neue Modelle pushen den Markt

"Das ist ein lange erwarteter Wechsel in den Vorzeichen nach fünf Jahren im Rückwärtsgang", sagte Gottschalk. Grund für den Aufschwung seien die gut laufenden neuen Modelle, die steigenden Aufträge aus dem Inland und die Tatsache, dass immer mehr Deutsche ihre Altfahrzeuge durch neue ersetzen. Die Autos auf Deutschlands Straßen seien im Durchschnitt knapp acht Jahre alt. Da sei ein enormer Nachholbedarf entstanden, der langsam wirke. "Im Mai hat die Nachfrage der Privatkunden erstmals wieder zugenommen."

Trotz der hohen Ölpreise, des teuren Euro, des scharfen Wettbewerbs und der Feinstaub-Debatte hat sich die Autoindustrie nach Gottschalks Worten seit Jahresbeginn "wacker geschlagen". Auch das Nutzfahrzeuggeschäft laufe wieder rund. Probleme bereiteten die hohen Rohstoff- und insbesondere Stahlpreise, die sich seit 2003 mehr als verdoppelt hätten.

Ungesunde Rabatte

Im ersten Halbjahr lag der Automarkt deutlich über dem Vorjahr. Die Hersteller verzeichneten insgesamt drei Prozent mehr Aufträge als im ersten Halbjahr 2004. Besonders positiv wertete die Industrie die steigende Nachfrage aus dem Inland, die um fünf Prozent und im Juni um 18 Prozent zulegte. Die Produktion stieg leicht um ein Prozent auf 2,74 Millionen Wagen. Der Export - das wichtigste Standbein der Branche - blieb stabil mit 1,92 Millionen Fahrzeugen. Sieben von zehn in Deutschland hergestellten Wagen gehen inzwischen ins Ausland.

Von Januar bis Juni wurden mit 1,7 Millionen Wagen 2,4 Prozent mehr Autos neu zugelassen als ein Jahr zuvor. "Aber anhaltend hoch und ungesund sind die Nachlässe bei uns allemal. Insofern hat der Schwenk der Neuzulassungen ins Positive durchaus einen bitteren Beigeschmack", sagte Gottschalk. Der Umsatz der Autoindustrie werde dennoch im Gesamtjahr um rund vier Prozent auf 235 Milliarden Euro wachsen. Die Zahl der Beschäftigten sei um 4.000 auf 767.000 Stellen gesunken. Von der Politik forderte Gottschalk eine steuerliche Entlastung der Autofahrer und Klarheit über die steuerliche Förderung von Dieselpartikelfiltern.

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