VDA-Prognose

2005 unter Vorjahr

Nach einem schwachen Start ins neue Jahr ist die deutsche Autoindustrie für 2005 nur verhalten optimistisch. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet für das Gesamtjahr mit 3,25 Millionen Neuzulassungen in Deutschland - das wären etwas weniger als im Vorjahr mit 3,27 Millionen.

Das Marktvolumen liege in der Größenordnung von 2004 - ohne die Dezember-Überhitzung, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk am Donnerstag (27.1.) in Frankfurt. 2004 hatte ein überraschend starker Dezember der deutschen Autobranche doch noch das erste Wachstumsjahr seit 1999 beschert. Mit Rabatten hatten viele Hersteller Kunden angelockt.

"Der Kaufrausch vom Dezember ist wieder verflogen", sagte Gottschalk. Der Januar habe "müde" begonnen und die Erwartungen enttäuscht. Von einer Trendumkehr könne man daher nicht sprechen. Anhaltend hohe Rabatte hätten sich als Marketing-Sackgasse erwiesen. Zudem seien die Käufer aus Angst vor Jobverlust und neuen Belastungen weiterhin zurückhaltend. Als Hypothek für 2005 bezeichnete Gottschalk die hohen Stahlpreise.

"Das neue Jahr wird für die Autoindustrie nicht leicht, aber es hat Potenzial, das getragen wird vom Nachholbedarf und vom starken Modellprogramm", sagte der Verbandspräsident. Das Durchschnittsalter der Autos auf deutschen Straßen habe inzwischen 93 Monate erreicht. Im Jahr der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA sollten 80 neue Modelle dem deutschen Markt Kaufanreize geben.

Motor für die Autoindustrie bleibe weiterhin der Export. Trotz des starken Euro werde die Branche 2005 den Exportrekord des Vorjahres von 3,7 Millionen Fahrzeugen wieder erreichen können. In Westeuropa und den USA sieht die Autoindustrie eher stagnierende Märkte, neue Chancen böten dagegen die neuen EU-Länder, Osteuropa und China. Der Export sichert nach Worten Gottschalks Arbeitsplätze: 2004 habe die Industrie 4.100 neue Jobs geschaffen. Derzeit stünden den 680.000 Arbeitsplätzen deutscher Hersteller im Ausland 777.000 Mitarbeiter im Inland gegenüber.

Keine Reformpause einlegen

2005 werden die deutschen Marken nach Einschätzung des Verbandes ihren Marktanteil in Deutschland und Westeuropa ausbauen. Im Vorjahr hatten die deutschen Hersteller im Inland mit 2,3 Millionen Autos rund zwei Prozent mehr Wagen neu zugelassen und 70 Prozent Marktanteil erzielt. "Die Auto-Produktion im Inland wird 2005 im achten Jahr in Folge die 5-Millionen-Grenze überschreiten."

Der Verbandspräsident forderte von der Politik ein neues "Geschäftsmodell" zur Verbesserung der Standortbedingungen. "Eine Reformpause kann sich Deutschland nicht leisten." Notwendig seien unter anderem die Reduzierung der Fixkosten und weitere Verschlankung in den Unternehmen. Die Autofahrer dürften nicht mit neuen Kosten wie City-Maut oder einer Fortschreibung der Öko-Steuer belastet werden.

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