VDA

Rabatte bringen Masse

Angesichts der schlechten Stimmung bei der inländischen Kundschaft locken vor allem die großen Massenhersteller der Autoindustrie mit Rabatten und günstigen Finanzierungen.

Angesichts der schlechten Stimmung bei der inländischen Kundschaft locken vor allem die großen Massenhersteller der Autoindustrie mit Rabatten und günstigen Finanzierungen. Das hat im Oktober die Bestellungen im Inland um knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr in die Höhe getrieben. Dies berichtete der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt. Der gesamte Auftragsbestand in Deutschlands wichtigstem Wirtschaftszweig ist dennoch in die Nähe der Krisenjahre 1993/94 zurückgefallen.

Der Export bringt's

Trotz des inländischen Sondereffekts im Oktober bleibt der Export unverändert die tragende Säule der deutschen Autokonjunktur. Die Nachfrage aus dem Ausland hat sich im Berichtsmonat weiter stabilisiert und übertraf das Vorjahresniveau um zwei Prozent. Nachdem die Pkw-Ausfuhr in den vergangenen Monaten deutlich angezogen hatte, schwächte sie sich im Oktober leicht um zwei Prozent ab.

Auch für die ersten zehn Monate 2002 blieb der Export lediglich um zwei Prozent hinter dem Rekord des Vorjahres zurück, betonte der VDA. Vor allem auf dem weltgrößten Markt USA konnten die deutschen Hersteller ihren Marktanteil im Pkw-Geschäft seit Jahresbeginn von 9,0 auf 9,8 Prozent ausweiten.

Inlandsabsatz schwächelt

Weniger erfreulich verlief dagegen der Inlandsabsatz. Die Neuzulassungen lagen im Oktober mit schätzungsweise 278.000 Pkw zwei Prozent unter dem Vorjahresniveau. In den ersten zehn Monaten ging der Inlandsabsatz um drei Prozent auf 2,76 Millionen zurück. Da die ausländischen Anbieter ihren Marktanteil verbessern konnten, verlief das Geschäft für die deutschen Hersteller auf dem Heimatmarkt besonders ungünstig.

Dennoch bewertet der Branchenverband VDA dieses Ergebnis „als bemerkenswert stabil“. Angesichts der in der Gesamtwirtschaft vorherrschenden Verunsicherung sowie der verschlechterten Stimmungslage im Gefolge der Koalitionsbeschlüsse sei die Autoindustrie noch immer recht robust. „Viele der geplanten steuerlichen Maßnahmen der Bundesregierung – darunter auch die um 50 Prozent höhere Besteuerung von Firmenwagen – haben die psychologische Kaufstimmung jedoch erkennbar beeinträchtigt“, moniert der VDA.

Die Pkw-Produktion fiel im Oktober mit 454.000 Einheiten rund fünf Prozent schlechter aus als vor einem Jahr. Auch in den ersten zehn Monaten rollten mit 4,29 Millionen Pkw fünf Prozent weniger Modelle von den Fließbändern der deutschen Hersteller. Der gegenüber Export und Inlandsabsatz deutlichere Produktionsrückgang deutet darauf, dass sich die Fertigung extrem an den Bestellungen orientiert, um eine teure Lagerhaltung zu vermeiden.

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