VDA

Trendwende im März

Nach dem schlechten Start ins neue Jahr erwartet die deutsche Automobilindustrie im März eine weitere Besserung. "Von der Tendenz her gibt es eine Aufwärtsentwicklung", sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Bernd Gottschalk in Frankfurt.

Der Auftragseingang sehe derzeit schon besser aus. "Bei den Neuzulassungen fehlen uns im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahr knapp 36.000 Einheiten. Die sind wirklich aufholbar."

Im Januar waren die Neuzulassungen um 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen, im Februar hatte das Minus noch 2,7 Prozent betragen. Der VDA-Präsident hält an seiner Prognose fest, dass in diesem Jahr der Absatz von 3,24 auf rund 3,35 Millionen Autos steigen wird. "Wir werden Schritt für Schritt eine tendenzielle Aufwärtsentwicklung des Automarktes erleben." Bis zur Jahresmitte werde die Autokonjunktur spürbar Aufwind bekommen.

Golf- und Astra-Schub spürbar

Bereits jetzt sind nach Angaben Gottschalks die neuen Modelle wie die Volumenträger VW Golf und Opel Astra im Markt positiv zu spüren. VW habe rund 150.000 Modelle des neuen Golfs produziert. Der Marktanteil der VW-Gruppe sei im Februar gegenüber dem Vorjahresmonat von 30,3 auf 31,5 Prozent gestiegen. Opel habe bereits vor dem Verkaufsstart den Astra, der an diesem Wochenende bei den Händlern steht, europaweit 50.000 Vorbestellungen verzeichnet und erwarte in den nächsten Monaten einen deutlichen Absatzzuwachs. "Da spielt sich viel im Markt ab. Vor allem wenn man sieht, dass die neuen Produkte mit der vollen Lieferfähigkeit erst in den Folgemonaten starten", sagte der VDA-Präsident.

Sorgen bereitet der Automobilindustrie mit einem Jahresumsatz von 208 Milliarden Euro allerdings das konjunkturelle Umfeld. "Wir haben keinen gesamtwirtschaftlichen Wind in den Segeln. Dieses bringt das große Schiff Automobilindustrie nur langsam in Fahrt." Die Debatte um Reformen, aber auch die Angst um den Arbeitsplatz verunsichere die Verbraucher immer mehr. "Die Konsumzurückhaltung wird derzeit nicht abgebaut, sondern erhält sogar neue Nahrung", kritisierte der Verbandspräsident mit Blick auf aktuelle Erbschafts-und Mehrwertsteuerdiskussionen.

Dabei stimme das Preis-Leistungsverhältnis. "Heute kriegt der Kunde so viel Auto für sein Geld wie nie zuvor." Gottschalk geht davon aus, dass die Rabattschlacht des vergangenen Jahres sich mittelfristig abschwächen wird. "Wenn der Markt anzieht, wird sich die extreme Schnäppchenjägerei beruhigen."

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