Vertrag verlängert

Winterkorn bleibt weitere fünf Jahre VW-Chef

Martin Winterkorn Foto: VW 26 Bilder

VW-Chef Martin Winterkorn bleibt für weitere fünf Jahre an der Spitze des größten europäischen Autobauers. Der Aufsichtsrat habe den Vertrag des Managers bis Ende 2016 verlängert, teilte das Unternehmen am Sonntag (2.1.) mit.

Winterkorns derzeitiger Vertrag wäre am 31. Dezember 2011 ausgelaufen. Der 63-jährige Winterkorn ist seit Anfang 2007 VW-Chef. Er leitete zuvor die Tochter Audi. Der gebürtige Schwabe gilt als enger Vertrauter des mächtigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch.

Dass Winterkorn bis über das übliche Rentenalter hinaus an der VW- Spitze bleibt, galt seit längerem als ausgemachte Sache. Piëch wurde im Oktober mit Blick auf die Personalie Winterkorn mit den Worten zitiert, er habe früher seine Manager mit 65 in Pension geschickt, aber jetzt sei er schlauer.

Winterkorn und Piech ziehen an einem Strang

In den wichtigsten Fragen ziehen die beiden technikversessenen Manager an einem Strang. Zentrales Ziel ist Wachstum. Der Konzernsoll ein weltumspannendes Autoimperium werden, das alles bietet, was auf Straßen fahren kann. 2011 soll der Sportwagenbauer Porsche eingegliedert werden. Außerdem sind neue Fabriken in China, den USA und Indien geplant. Zudem strebt VW bis 2018 an die Weltspitze. Bislang sind die Wolfsburger die weltweite Nummer drei hinter dem japanischen Autobauer Toyota und dem vor kurzem neu an der Börse gestarteten US-Autoriesen General Motors.

Konzernbetriebsratschef Bernd Osterloh begrüßte die Vertragsverlängerung als Zeichen von Kontinuität. "Mit Martin Winterkorn werden wir unseren Erfolgskurs fortsetzen", meinte er. "Das Trio Ferdinand Piëch, Martin Winterkorn und Hans Dieter Pötsch soll aus unserer Sicht gemeinsam mit der Belegschaft auch die kommenden sechs Jahre bestreiten."

Martin Winterkorn - der Werdegang

Winterkorn, der Metallkunde und Metallphysik studierte, begann seine Karriere 1977 bei Bosch in Stuttgart. Vier Jahre später wechselte er zu Audi nach Ingolstadt. Früh arbeitete er im Dunstkreis von Piëch, als dessen Ziehsohn er gilt. 1988 berief ihn dieser - gerade Audi-Chef geworden - zum Bereichsleiter der "Zentralen Qualitätssicherung". Zwei Jahre später wurde Winterkorn Leiter der Qualitätssicherung bei Audi.

Als Piëch 1993 VW-Chef wurde, übertrug er seinem engen Mitarbeiter die Verantwortung für die Qualitätssicherung im Konzern. 2002 berief er ihn an die Spitze der Ingolstädter Tochter. Winterkorn ist leidenschaftlicher Fußball-Fan - und gilt als ein Architekt für das "Wunder von Wolfsburg", die Meisterschaft des VfL Wolfsburg 2009.

Winterkorn genießt bei Führungskräften in Deutschland weiter das höchste Ansehen. Mit einer Schulnote von 2,1 verteidigte er bei der Umfrage "Manager nach Noten" des Wiesbadener Unternehmensberaters Manfred Niedner seinen Spitzenplatz mit deutlichem Abstand. Winterkorn werde zugutegehalten, dass er den extrem komplexen VW-Konzern im Griff habe, urteilte Niedner.

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