VLN Ergebnis 4. Rennen 2011

Porsche-Doppelsieg am Nürburging

Boxengasse, VLN, Langstreckenmeisterschaft, Nürburgring Foto: SB-Medien 47 Bilder

Beim 4. Rennen der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring 2011, dem letzten großen Kräftemessen vor dem 24h-Rennen Ende Juni, konnte Porsche einen fast schon historischen Doppelsieg einfahren: Erstmals konnte das Werksteam der Stuttgarter Motorsportabteilung einen VLN-Gesamtsieg mit dem innovativen Porsche 911 GT3 R Hybrid feiern. Patrick Long, Marco Holzer und Richard Lietz siegten vor dem zum zweiten Mal in der Langstreckenmeisterschaft eingesetzten 911 GT3 RSR des Manthey-Teams. Damit schrieben sich bei den ersten vier Saisonrennen mit BMW, Mercedes, Ferrari und nun Porsche vier unterschiedliche Hersteller in die Siegerliste ein.

"Das war ein Triumph der Effizienz", freute sich Porsche-Sportchef Hartmut Kristen. Die beiden Porsche 911 sparten sich gegenüber der direkten Konkurrenz einen Boxenstopp. In aller Regel bewältigen die Topwagen aus der GT3-Klasse die Vier-Stunden-Renndistanz mit zwei großen Tankstopps ­ und einem sogenannten Splash & Dash-Stopp gegen Rennende, bei dem nur noch wenige Liter Sprit nachgefüllt werden, um über die Distanz zu kommen. Der drittplatzierte Audi R8 LMS des Phoenix Teams von Marc Basseng, Marcel Fässler und Mike Rockenfeller absolvierte in Runde 24 von 28 den besagten Splash & Dash ­ während die beiden Elfer durchfahren konnten. Das machte im engen Prestige-Duell der beiden Konzerngeschwister Audi und Porsche den Unterschied zugunsten des Stuttgarter Sportwagen-Herstellers aus.

Der Audi kam nach seinem letzten Stopp nur knapp hinter dem am Ende zweitplatzierten GT2-Wagen von Manthey Racing wieder auf die Strecke zurück. Trotz mehrfacher Positionswechsel konnte das Manthey-Team den zweiten Platz jedoch verteidigen. Mit nur sieben Sekunden Rückstand auf den Hybrid-911 und einem marginalen Vorsprung von 635 Hundertstelsekunden verteidigte das Manthey-Team den zweiten Platz vor dem Phoenix-R8.

Zukunftstechnologie ist Sparsam und Schnell

Der Hybrid war nicht nur sparsam, er war auch schnell und zwar konstant schnell. "Der Schlüssel zum Sieg war heute neben dem günstigen Benzinverbrauch und der zuverlässigen Technik die Tatsache, dass alle drei Fahrer auf einem gleichmäßig hohen Niveau unterwegs waren", bilanzierte Werksfahrer Richard Lietz. Das traf auch ganz besonders auf den amerikanischen Werkspiloten Patrick Long zu, der erst zum dritten Mal überhaupt auf der Nordschleife des Nürburgrings antrat und dabei eine tadellose Leistung absolvierte.

Mit einer besten Rundenzeit von 8.21 Minuten spielte der Hybrid-Wagen exakt in der Liga der anderen GT3-Rennwagen ­ doch er hatte neben der guten Gesamteffizienz einen weiteren großen Vorteil: Während fast alle GT3-Piloten darüber jammern, dass die Topfahrzeuge der unterschiedlichen Hersteller auf Grund des Systems der Balance of Performance auf der Nordschleife nahezu gleich schnell fahren und somit Überholen nur noch schwer möglich ist, können die Hybrid-Piloten ihre Extra-Leistung (die sonst automatisch eingespeist wird) auch per Knopfdruck manuell abrufen - eben zum Beispiel bei Überholmanövern. Auf diese Art konnten die Hybrid-Piloten im Rennen viele Positionen gutmachen, per Knopfdruck.

Manthey hat zwei Renner zur Wahl

Beim Porsche-Kundenteam Manthey ist noch immer keine Entscheidung darüber gefallen, ob man beim 24h-Rennen nun den GT3-Rennwagen oder den beim vierten VLN-Lauf erfolgreichen GT2-RSR einsetzen wird. "Wir müssen uns jetzt noch einmal die Daten ganz genau ansehen", so Teamchef Olaf Manthey, der bestätigte, dass es auf ein Entweder-Oder hinausläuft, also kein Doppeleinsatz beider Fahrzeuge beim 24h-Rennen zur Diskussion steht.

Im Audi-Camp war man im Prinzip mit der gezeigten Leistung und Platz drei durch das Phoenix-Team zufrieden. "Auch die Balance an der Spitze scheint halbwegs zu passen", so Audi-Kundensportleiter Romolo Liebchen. Die vier Audi R8 LMS belegten die ersten vier Plätze in der Klasse SP9 und die Positionen drei bis sechs im Gesamtklassement. Die geringen Zeitabstände machen Hoffnung auf das 24h-Rennen im Juni, auch wenn Audi-Pilot Mike Rockenfeller sagte: "Wir sind heute absolut am Limit gefahren, mehr war nicht drin."


Ein weiterer Sieg-Kandidat wäre die Mercedes-Mannschaft von Peter Mamerow mit dem SLS AMG GT3 gewesen: Das Auto fuhr in den ersten 14 Rennrunden lange an der Spitze mit, schied dann aber wegen eines Unfalls aus. So landetet der beste Flügeltürer des Heico Teams mit Lance David Arnold, Christian Frankenhout, Christopher Brück und Alexandros Margaritis auf Platz sieben im Gesamtklassement.

Der fünfte Lauf der Saison ist das 51. ADAC Reinoldus-Langstreckenrennen des Dortmunder MC am 11. Juni 2011. Das Rennen über die Distanz von vier Stunden ist die letzte Testmöglichkeit vor dem ADAC Zurich 24h-Rennen auf dem Nürburgring am 25.-26.06.2011.

VLN Saison 2011

Datum Veranstaltung Rennbericht Klassen-Ergebnis
26.03.2011 Einstellfahrten Alle Fahrzeuge Starterfeld
02.04.2011 1. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
30.04.2011 2. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
14.05.2011 3. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
28.05.2011 4. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
11.06.2011 5. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
23.-26.06.2011 24h-Rennen
30.07.2011 6. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
27.08.2011 7. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
24.09.2011 8. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
15.10.2011 9. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
29.10.2011 10. VLN-Rennen Gesamtergebnis Klassen-Sieger
10.12.2011 Siegerehrung
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