Conected Car

VW übernimmt Volvo-Tochter WirelessCar

10/2018, Volkswagen Microsoft Cloud Foto: Volkswagen 5 Bilder

Das Auto der Zukunft ist voll vernetzt. VW sieht schon im Jahr 2020 Potenzial für fünf Millionen Autos, die immer online sind. Mit Microsoft wurde jetzt eine Kooperation zur Entwicklung der benötigten Cloud-Technologie vereinbart.

Die Automobilindustrie befindet sich im Wandel. Neben dem Übergang vom Verbrennungsmotor zu alternativen Antrieben ändert sich auch die Interaktion der Autos mit ihren Kunden und dem Umfeld. Das Auto wird, nicht erst wenn es irgendwann einmal autonom fährt, Teil des Internets der Dinge.

Nahezu jeder Autohersteller erklärt, er wandle sich zum Mobilitätsdienstleister, will den Nutzern mehr anbieten als nur ein Fahrzeug. Vor allem Apple gilt hier vielen als Vorbild. Mit der Apple ID wurde ein geräteübergreifendes Nutzerkonto erschaffen, dass den digitalen Alltag begleitet.

Ökosystem mit Volkswagen ID

Auch VW setzt auf einen engen Kontakt mit seinen Kunden, entwickelt das digitale Ökosystem namens Volkswagen We. Egal, ob man das eigene Auto, ein Poolfahrzeug aus der Firmenflotte des Arbeitgebers oder einen Mietwagen entert. Mit der Volkswagen ID erkennt das Auto den Fahrer und stellt Parameter wie die Klimatisierung, den Radiosender oder die Musikquelle sowie die Einstellung des elektrischen Sitzes auf die persönlichen Präferenzen ein. Software-Updates für das Auto können künftig „over the air“, also ohne Besuch der Werkstatt an das jeweilige Fahrzeug gesendet und installiert werden. Aber auch außerhalb des Autos soll man künftig mit „seiner“ Marke in Verbindung bleiben.

Für die Entwicklung der „Volkswagen Automotive Cloud“ sind die Wolfsburger jetzt eine strategische Partnerschaft mit Microsoft eingegangen. In der Datenwolke werden künftig die Daten für die Steuerung von Nutzkonten für bis zu fünf Millionen vernetzte Fahrzeuge im Jahr 2020 gebündelt. Zusätzlich werden auch die anderen Marken des Konzerns die Technologie nutzen.

Neues Entwicklungszentrum in den USA

In der Nähe des Microsoft-Firmensitzes in Redmond im US-Bundesstaat Washington wird VW ein Entwicklungszentrum für die Automotive Cloud eröffnen, wo schon bald 300 IT-Spezialisten beschäftigt sein sollen. Sie sollen unter anderem Microsofts Azure-Plattform für den Einsatz beim Autobauer adaptieren.

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„Volkswagen setzt auf digitale Technologien, um das eigene Geschäft zu transformieren und seinen Kunden innovative, vernetzte Fahrzeug-Dienste bereitzustellen“, sagt Microsoft-CEO Satya Nadella, der große Stücke auf die Kooperation setzt: „Marktführer weltweit wählen Microsoft und wir sind begeistert, dass Volkswagen sich für Microsoft entschieden hat. Gemeinsam werden wir das Fahrerlebnis für Menschen auf der ganzen Welt neu definieren.“

Das gemeinsame Vorangehen mit Microsoft ist für VW ein Weg, den digitalen Wandel schneller zu schaffen, als wenn man die nötige Expertise erst innerhalb des Unternehmens aufbauen würde.
VW-Chef Dr. Herbert Diess erklärt: „Die strategische Partnerschaft mit Microsoft ist der Turbo für unsere digitale Transformation. Volkswagen als einer der größten Automobilhersteller der Welt und Microsoft mit seiner einmaligen Technologie-Expertise passen hervorragend zusammen.“

VW übernimmt Volvo-Tochter WirelessCar

Auch in Europa werden Menschen für VW am vernetzten Auto arbeiten. Der Konzern übernimmt vom schwedischen Autobauer Volvo das Telematik-Unternehmen WirelessCar.

370 IT-Experten in Göteborg entwickeln bei WirelessCar Konnektivitätslösungen, darunter Abrechnungsdienste für Mautgebühren und Conciergedienste, Möglichkeiten zur Ferndiagnose von Fahrzeugen und Notrufe. Über die von WirelessCar entwickelte technische Plattform sind aktuell rund 3,5 Millionen Autos vernetzt.

Der Volkswagen-Konzern wird, sofern die Kartellbehörden zustimmen, 75,1 Prozent der Anteil an WirelessCar übernehmen.

„Wir wollen Volkswagen zum Mobilitätsanbieter mit einer vollvernetzten Fahrzeugflotte weiterentwickeln“, erklärt Christoph Hartung, Leiter Digital & New Business / Mobility Services der Marke Volkswagen. „Unsere Kunden werden digitale Mehrwertdienste in ihren Autos oder mit ihren mobilen Endgeräten jederzeit nutzen können. Bei dieser Entwicklung drücken wir aufs Tempo und haben mit WirelessCar nun den dritten großen Partner gewinnen können. Jetzt starten wir durch und konzentrieren und auf die Integration der Technologien.“

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