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Vorschau 24h-Rennen Nürburgring 2010: Die Favoriten

Siegkandidaten: Audi, BMW und Porsche

Ein Schuss Ungewissheit ist der Spannung nur zuträglich. Für die drei Giganten Porsche, BMW und Audi geht es beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring Mitte Mai nur um den Sieg. Wir analysieren die Performance der Werks-Modelle und erläutern die Siegchancen der Favoriten.

„Die Show werden wir 2010 nochmal übertreffen.“ Das versprach Peter Geishecker, der Schutzpatron des 24h-Rennens, vor einem Jahr. Dabei ging bereits die letzte Ausgabe des Eifel-Marathons in die Geschichtsbücher ein: Die Fans blickten gebannt auf die donnernden Rennwellen, die zwischen Porsche und Audi über 20 Stunden aufbrandeten.

24h-Rennen 2010 mit mehr Herstellern und mehr Fahrzeugen

Organisationschef Geishecker hatte für 2010 zwei Ziele gesetzt – mehr Hersteller und mehr Fahrzeuge. Mit Neueinsteiger BMW mutiert das Gefecht um den Sieg jetzt zum Dreikampf-Hingucker. Und dem Veranstalter ADAC Nordrhein liegen über 200 Nennungen für das 24h-Rennen vor. „Das ist ein Traumergebnis“, schwärmt Geishecker.

Topautos ausgeglichen bei Rundenzeit, Nachtankzeit und Reichweite

„Jetzt brauchen wir nur noch Ausgeglichenheit an der Spitze – dann bekommen die Zuschauer einen beinharten Kampf geboten.“ Für diese Aufgabe ist der Technikausschuss von DMSB, Langstreckenmeisterschaft und ADAC Nordrhein verantwortlich. Über die Stellschrauben Gewicht, Leistung, Tankmenge und Tankdurchflussrestriktoren werden die Topautos bei Rundenzeit, Nachtankzeit und Reichweite auf dasselbe Eichmaß einjustiert. So steht ein Porsche beim Nachtanken von 100 Litern genauso lange wie ein Audi beim Nachfüllen von 120 Litern – nämlich exakt 144 Sekunden. Gleichzeitig sollten alle Topautos nach acht Runden die Zapfsäule aufsuchen. Bei der Justierung der Rundenzeiten vollbrachte der verschwiegene Technikausschuss vergangenes Jahr wahre Wunderdinge: Der beste Porsche und der beste Audi lagen im Mittel ihrer 75 schnellsten Rennrunden beide bei exakt 8.50 Minuten – ein Volltreffer.

Bei den Trainings-Rennen sind Audi, BMW und Porsche auf gleichem Niveau

Springen wir direkt ins Zeittraining zum zweiten Lauf der Langstreckenmeisterschaft 2010: Porsche, Audi und Neuling BMW qualifizierten ihre Spitzenautos innerhalb von vier Sekunden. Das Ergebnis lässt sich auf zwei Arten interpretieren. Erstens könnte es sein, dass sie in der Tat gleich schnell waren. Oder dass sie zweitens nur gleich schnell fuhren, um keine Einbremsaktionen durch den Technikausschuss zu provozieren. Im Renn-Englisch heißt so etwas Sandbagging. Der Technikausschuss hatte nämlich angekündigt, Rundenzeiten deutlich unter 8.20 Minuten würden seine Aufmerksamkeit erregen. Die Werksabordnungen waren gewarnt. Unter diesen Voraussetzungen versuchen die Teams, den Regelhütern Sand in die Augen zu streuen. Alle Vorhersagen basieren daher auf der Hoffnung, dass die Topteams gleich viel Sand verstreuten.

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