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Vorschau 24h-Rennen Nürburgring 2012: Verbrauch als Schlüssel zum Sieg?

Vorschau 24h-Rennen Nürburgring 2012 Verbrauch als Schlüssel zum Sieg?

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Trainingsanalyse: Erwartungsgemäß hat das neue Top-40-Qualifying vom 24h-Rennen am Nürburgring am Freitagnachmittag keine neuen Aufschlüsse über die Favoritenrolle im Rennen geliefert.

Dass alle GT3-Rennwagen aus der SP9-Klasse sehr eng zusammen liegen, war schon nach den beiden Qualifikationssitzungen deutlich: Die Marken Mercedes, Porsche, BMW und Audi waren dabei nur um 2,31 Sekunden getrennt – und das bei einer Streckenlange von 25,378 Kilometer und Rundenzeiten von über 500 Sekunden! Das entspricht einer Differenz von weniger als einem halben Prozentpunkt. Dazu lagen in den ersten beiden Zeittrainingssitzungen insgesamt 20 GT3-Rennwagen von sieben Herstellern innerhalb von sechs Sekunden.

Die Vermutung liegt nahe, dass die im Rahmen der Balance of Performance (BOP) vorgenommenen Einstufungen der GT3-Fahrzeuge prinzipiell passen – zumindest was zentrale Faktoren wie Leistung und Gewicht betrifft. Die meisten Teamchefs und Herstellervertreter würden an diesem Punkt auch Zustimmung signalisieren, wenngleich wir die volle Wahrheit erst im Rennen zu sehen bekommen werden.

Tankmenge kann entscheidend sein

Nur Porsche hat wegen der letzten BOP Magenschmerzen, weil den hubraumstarken Wagen – vor allem Audi und Mercedes – fünf Liter mehr Tankvolumen zugestanden wurde. Das könnte im Extremfall bedeuten, dass die Fahrzeuge dieser beiden Marken im Rennen mit mehr Restsprit zum Tankstopp kommen – und somit weniger Benzin nachfüllen und daher weniger lange an der Box stehen müssen. Im Porsche-Lager rechnet man vor, dass Audi und Mercedes über die Renndistanz auf diese Weise bis zu anderthalb Minuten einsparen können – Zeit, die Porsche auf der Rennstrecke aufholen müsste, was aber bei der offensichtlichen Ausgeglichenheit des Feldes kaum machbar sein dürfte.

Die aktuelle Porsche-Kritik greift allerdings nur unter zwei Voraussetzungen: Erstens, wenn beispielsweise Audi bei einem Neun-Runden-Stint wirklich nur 117 oder 118 Liter verbraucht, also 7-8 Liter Benzin im Tank übrigbleiben. Und zweitens, wenn das Rennen komplett bei trockenen Bedingungen über die Bühne geht. Dies ist jedoch unwahrscheinlich, denn die Wettervorhersage für das Wochenende geht von einer Regenwahrscheinlichkeit von 60 Prozent aus. Somit wird es zu vielen außerplanmäßigen Boxenstopps kommen, weil die Teams von Slick- auf Regenreifen und wieder zurückwechseln müssen. Und damit käme dem Thema verbrauch eine geringere Bedeutung bei.

Wie steht es um den Verbrauch im Rennen?

Doch es gibt auch Probleme am anderen Ende der Verbrauchsskala: So hat Topfavorit BMW bei der BOP zwar ebenfalls fünf Liter mehr Tankvolumen zugestanden bekommen. Doch bei den Bayern geht die Angst um, dass einige Fahrer trotzdem das Stichmaß von neun Runden nicht schaffen werden. Sollten die BMW-Piloten tatsächlich nur Stints über acht Runden fahren, so wäre dies über die Renndistanz ein gravierender Nachteil, denn dann müsste BMW bis zu drei zusätzliche Stopps absolvieren. Das wiederum würde einen Zeitverzug von bis zu acht Minuten im Vergleich zu jenen GT3-Teams bedeuten, die permanent neun Runden fahren können. Um acht Minuten auf der Rennstrecke wieder reinzuholen, müsste man pro Runde bis zu 3 Sekunden schneller fahren als die Konkurrenz. Das ist wiederum bei der bisher gezeigten Ausgeglichenheit im Feld nahezu ausgeschlossen. Das Thema Verbrauch könnte beim 24h-Rennen 2012 also am Ende entscheidender sein, als die Fahrzeug-Performance – in die eine Richtung oder die andere.

Weitere Informationen ges auf der Themenseite zum 24h-Rennen auf dem Nürburgring und das Rennen übertragen wir Live-Stream.

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