VW-Abgasskandal

VW stoppt US-Diesel-Passat

VW Passat USA Bluemotion Foto: VW

Für rund 540.000 VW-Kunden in Europa ist der Abgasskandal nicht mit einem Software-Update an ihrem Auto erledigt, hier müssen neue Teile verbaut werden. In den USA hat VW unterdessen die Produktion des US-Passat mit Dieselmotor gestoppt.

Wegen des Abgasskandals bei Dieselmodellen muss VW an rund 540.000 Fahrzeugen mit dem 1.6 TDI Motor unter der Haube nicht nur die Software ändern, es stehen auch Änderungen an der Hardware an, meldet das Kraftfahrt Bundesamt. Bereits im Oktober hatte VW-Chef Müller für diese Modelle neue Technikbausteine angekündigt. Welche Eingriffe jeweils notwendig sind, wird bei VW derzeit noch ermittelt.

Gutscheinaktion für US-Kunden

Um das Vertrauen der US-Kunden zurückzugewinnen, will VW die Verbraucher mit Gutscheinen besänftigen. Besitzer von betroffenen VW-Dieselmodellen sollten als Wiedergutmachung Prepaid-Kreditkarten im Wert von 1.000 Dollar (930 Euro) bekommen sowie einen kostenlosen Pannenservice für drei Jahre, meldet die dpa.

Die Kunden müssten im Gegenzug für die Geldzahlung auch nicht auf ihr Klagerecht verzichten. Audi plane in den nächsten Tagen ein ähnliches Programm für seine US-Kunden. Als Reaktion auf die Gutschein-Aktion in den USA forderten Verbraucherschützer eine ähnliche Regelung für deutsche Kunden.

Gänzlich verzichten müssen US-Kunden auf den neuen Passat mit Dieselmotor. Nachdem die US-Umweltbehörde dem Selbstzünder keine neue Zulassunge mehr erteilt hat, wurde jetzt die Produktion gestoppt.

KBA verlangt Nachtests

Beim Skandal um manipulierte CO2-Werte bringen offensichtlich Geständisse von VW-Ingenieuren Licht ins Dunkel, wie die Bild meldet. Die frisierten Angaben bei Spritverbrauch und CO2-Ausstoß bei Autos des VW-Konzerns seien auf manipulierte Testabläufe zurückzuführen.

So wurde zum Beispiel der Reifendruck auf mehr als 3,5 bar erhöht um den Rollwiderstand zu verringern. Daneben sei zudem Diesel ins Motoröl gemischt worden, damit der Wagen leichter läuft und weniger Sprit verbraucht. Dem Zeitungsbericht zufolge begann der Betrug mit geschönten Sprit- und CO2-Angaben von Hunderttausenden Volkswagen-Modellen 2013 und lief bis zum Frühjahr 2015. Anders hätten sie die Vorgaben von Ex-Vorstandschef Winterkorn nicht erreichen können, heißt es offenbar in internen Geständnissen.

Unterdessen hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) angeordnet, dass an allen betroffenen Modellen (1,4-, 1,6- und 2,0-Liter Dieselmotoren und der 1,4-Liter Benzinmotor, Typ EA288 EU6) die Schadstoffemissions- und Kraftstoffverbrauchs- und CO2-Emissionswerte neu ermittelt werden müssen. Zuvor will das KBA aber noch die jeweiligen Messprozesse bei VW und seinen Dienstleistern überprüfen. Zu Fahrzeugen, die derzeit als nicht betroffen erscheinen, werden vom KBA Nachprüfungen beauftragt.

Ärger für VW-Mitarbeiter in den USA

Ärger droht VW-Mitarbeitern in den USA. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" nahmen US-Ermittler einem VW-Manager wegen des Dieselskandals den Pass ab. So wollten sie offenbar verhindern, dass sich der Manager einer Befragung oder strafrechtlichen Verfolgung entziehe. Weiter heißt es in dem Bericht, dass VW-Mitarbeiter deshalb zögerten, in die USA zu reisen, weil sie fürchteten, ebenfalls den Pass abgenommen zu bekommen. Eine für die zweite Novemberhälfte geplante USA-Reise von Konzernchef Matthias Müller zur L.A. Autoshow sei deshalb unwahrscheinlich geworden.

Auch finanziell wirkt sich der Abgasskandal immer weiter aus. Der Gewinn der VW-Dachgesellschaft Porsche SE ging von Januar bis September nach Steuern auf 1,19 Milliarden Euro zurück nach 2,5 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis sei maßgeblich durch die bei Volkswagen angefallenen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Dieselthematik belastet worden, meldet das Handelsblatt.

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