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VW-Abgasskandal

Audi ändert Software am 3-Liter-Diesel

Die Abgasaffäre um die Schummel-Diesel weitet sich aus. Jetzt hat Audi eingeräumt, dass auch 3-Liter-Turbodieseltriebwerke eine zweifelhafte Software haben. Die US-Behörden stufen diese als „Defeat Device“ ein. Zum Einsatz kommen diese Motoren im Audi Q7 und A8, Porsche Cayenne und VW Touareg. Die Software wird jetzt geändert.

Die US-Umweltbehöre (EPA – Evironmental Protection Agency) hatte bereits am Montag (2.11.2015) bekannt gegeben, dass sie auch beim Dreiliter-V6-Diesel ein so genanntes „Defeat Device“ entdeckt habe, das die Abgaswerte im Test verbessere. Betroffen sind nach Angaben der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ rund 100.000 Autos des Konzerns auch aus den Baujahren 2009 bis 2014, die mit dem 3-Liter-Turbodiesel ausgestattet wurden. Für Kunden in Europa bestehe kein Handlungsbedarf.

Audi erklärte am Montag (23.11.2015), man werde nach Rücksprache mit den US-Umweltbehörden die in den V6 TDI 3.0 Dieselmotoren installierten Software überarbeiten, detailliert dokumentieren und in den USA neu zur Genehmigung vorlegen. Die aktualisierte Software werde aufgespielt, sobald sie von den Behörden freigegeben ist. Betroffen sind Modelle der Marken Audi, Porsche und VW. Audi schätzt den Aufwand dafür auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Audi bestätigt, dass insgesamt drei Softwarekomponenten im Rahmen der US‑Zulassungsdokumentation nicht offengelegt worden waren. Bei einem sogenannten AECD handele es sich um die Temperatur-Konditionierung des Abgasreinigungs-Systems. Bei den beiden anderen handelt es sich um AECD zur Vermeidung von Ablagerungen am Ad‑Blue‑Dosierventil sowie der Verunreinigung des SCR-Katalysators durch unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC-Poisoning). Eines davon wird nach geltender US-Gesetzgebung von den US-Behörden als Defeat Device betrachtet. Es handelt sich dabei konkret um die Software für die Temperatur-Konditionierung des Abgasreinigungs-Systems.

Schummeldiesel u.a in Porsche Cayenne, Audi A6 und A8

Nach Angaben der EPA vom Monatsanfang übertreffen die Dreiliter-Diesel-Motoren in den VW-, Audi- und Porsche-Modellen der Modelljahre 2014 bis 2016 die erlaubten Grenzwerte für Stickoxid (NOx) um das 9-fache. Der von Audi entwickelte Dreiliter-V6-Turbodieselmotor mit der beanstandeten Software wurde ab dem Modelljahr 2009 in den Audi US‑Modellen A6, A7, A8, Q5 und Q7 eingebaut. Volkswagen setzt das Aggregat im Touareg und Porsche seit dem Modelljahr 2013 im Cayenne ein. Audi betont, dass alle betroffenen Modelle dennoch technisch sicher und fahrbereit sind.

Die Behörde gab an, die Fahrzeuge nach der Beanstandung der 2,0-Liter-Motoren getestet zu haben – und zwar auf die gleiche Weise. Dabei hätten sich die Abgaswerte bereits 1 Sekunde nach Ende des Zyklus drastisch erhöht.

Auch habe man die Fahrzeuge auf dem Prüfstand unter Bedingungen getestet, die nichts mit der Anfangsphase des eigentlichen Zyklus zu tun hatten. Daraufhin seien die Emissionen von Anfang erhöht gewesen. Daraus schließt die Behörde: Auch die V6-Diesel haben eine Software an Bord, die den Prüfzyklus erkennt und das Motormanagement in einen Test-Modus bringt, der für gesetzeskonforme Abgaswerte sorgt.

Der VW-Abgasskandal

VW wies Vorwürfe zunächst zurück

VW reagierte unmittelbar mit einem offiziellen Statement auf die Mitteilung der EPA von Anfang November. Man habe die Mitteilung erhalten, dass bei Fahrzeugen mit V6-TDI-Dieselmotoren eine Software-Funktion vorhanden sei, die im Genehmigungsprozess nicht hinreichend beschrieben worden sei.

„Die Volkswagen AG betont, dass keine Software bei den 3-Liter V6-Diesel-Aggregaten installiert wurde, um die Abgaswerte in unzulässiger Weise zu verändern. Volkswagen wird mit der EPA vollumfänglich kooperieren, um den Sachverhalt rückhaltlos aufzuklären“, so der Wortlaut der Mitteilung.

Die Formulierungen deuteten darauf hin, dass die Softwareanteile mit speziellen Abgasfunktionalitäten von VW nicht als „Defeat Device“ gedacht waren, aber von der EPA als solche eingestuft worden waren. Nach einem Treffen von Audi-Chef Rupert Stadler mit der California Air Resources Board (Kalifornische Luftreinhaltungsbehörde, CARB) schwenkte der Konzern auf die Linie der Behörden ein und wird die Software ändern.

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