VW-Affäre

Gebauer scheitert mit Klage

Foto: dpa

Update ++ In der VW-Affäre hat eine der Schlüsselfiguren, der gefeuerte Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer, am Donnerstag (17.11.) vor Gericht eine Niederlage erlitten.

Das Arbeitsgericht Braunschweig wies eine Kündigungsschutzklage Gebauers gegen Volkswagen ab. Gebauer hat nach Auffassung des Gerichts nicht widerlegen können, dass er sich auf Kosten von VW persönlich bereichert hat. Gebauers Anwalt, Wolfgang Kubicki, kündigte unmittelbar nach der Verhandlung an, in Berufung zu gehen.

VW hatte Gebauer Ende Juni fristlos gekündigt. Dagegen hatte der 61-Jährige Klage erhoben. Aus seiner Sicht war die Kündigung rechtsunwirksam, das Arbeitsverhältnis bestehe fort. Das Unternehmen wirft Gebauer vor, an einem Firmennetzwerk zum Nachteil der Konzern-Tochter Skoda beteiligt gewesen zu sein, Schmiergelder angenommen sowie VW durch Doppelabrechnungen von Spesen betrogen zu haben.

Doch weder die Millionen-Verluste, die VW durch die Korruptionsaffäre verzeichnet hat, noch Details zu Lustreisen und Barbesuchen auf Firmenkosten spielten für das Braunschweiger Arbeitsgericht eine Rolle. "Vor einem Arbeitsgericht muss nicht jeder Sachverhalt aufgeklärt werden", sagte der Direktor des Braunschweiger Arbeitsgerichtes, Hans-Peter Szyperrek. Wenn ein Punkt eine fristlose Kündigung rechtfertige, sei dies ausreichend.

Das Arbeitsgericht konzentrierte sich unter anderem auf eine Rechnung über 15.000 Euro. "Es würde uns schon mal interessieren, welche konkreten Ausgaben dahinter stehen", hatte Richter Ralf Zimmermann während der Verhandlung gefragt.

Eine Antwort blieb Gebauer schuldig. Er könne weder über diese noch über andere Rechnungen Details angeben. "Wir haben keine Unterlagen, entweder sind sie bei VW oder von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt", argumentierte sein Anwalt Kubicki.

Gebauer sei es nicht gelungen, den Zweck und Verbleib der 15.000 Euro zu belegen, begründete Zimmermann später das Urteil. Zudem sei der Betriebsrat entgegen den Einwänden von Gebauer ordnungsgemäß von der Kündigung benachrichtigt worden.

Mit so genannten Ersatzbelegen aber auch mit konkreten Rechnungen hatte Gebauer über ein privates Konto bei einer Gifhorner Bank Rechnungen beglichen, ohne den konkreten Verwendungszweck angeben zu müssen. Auch die schlagzeilenträchtigen Privatreisen und Sexpartys auf Firmenkosten waren über dieses Konto abgerechnet worden.

"Das ganze ist ein System gewesen. Ich kann es nicht nachvollziehen, wenn jetzt alle sagen, sie hätten nichts gewusst", sagte der gefeuerte Manager Gebauer im Anschluss der Verhandlung. Gebauer hat das Konto nach eigenen Angaben sowohl privat als auch dienstlich genutzt. Bis zu 700.000 Euro jährlich sollen so über VW abgerechnet worden sein.

Mit der VW-Affäre ist nicht nur das Arbeitsgericht Braunschweig befasst. Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Gebauer und neun andere Beschuldigte, darunter der zurückgetretene Arbeitsdirektor Peter Hartz. Dieser soll laut Kubicki nicht nur von dem besonderem Abrechnungsverfahren gewusst haben, es sei mit ihm vereinbart worden.

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