VW-Affäre

Verteidiger fordern Freisprüche

Foto: dpa

Im VW-Korruptionsprozess haben die Verteidiger für den früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert und den Ex-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer Freisprüche gefordert. Für den Fall einer Verurteilung plädierten sie am Montag (18.2.) vor dem Braunschweiger Landgericht auf lediglich geringe Strafen.

Volkert habe sich entgegen den Anklagevorwürfen keiner Anstiftung zur Untreue schuldig gemacht, argumentierte einer seiner drei Anwälte. Die Frage eines Arbeitnehmers nach mehr Gehalt könne einen solchen Vorwurf nicht begründen. Volkert hatte Sonderboni in Höhe von fast zwei Millionen Euro von Ex-Personalvorstand Peter Hartz erhalten.

Die Anklage wirft Volkert vor, auf die Zahlungen gedrängt zu haben. Der Anwalt Gebauers verlangte ebenfalls den Freispruch seines Mandanten. Dieser habe nur auf Weisung von Hartz gehandelt. "Hätte er den Auftrag nicht befolgt, hätte ihn das den Job und die Karriere gekostet", sagte sein Verteidiger Wolfgang Kubicki. Gebauer hatte Lustreisen, Sexparties und Geschenke auf VW-Kosten organisiert, nachdem Hartz ihn aufgefordert hatte, die Spitze der Betriebsräte "großzügig und wertschätzig" zu behandeln.

Sollte das Gericht dem nicht folgen, käme laut Kubicki höchstens Beihilfe zur Begünstigung von Betriebsräten als Straftatbestand in Betracht. Dafür sei eine Verwarnung ausreichend - allenfalls eine geringe Geldstrafe, etwa 90 Tagessätze à 60 Euro. Bei einer Verurteilung von Volkert verlangte dessen Anwalt Johann Schwenn, eine Strafe dürfe nicht über zwei Jahren Haft liegen und müsste zur Bewährung ausgesetzt werden - allenfalls kombiniert mit einer Geldstrafe.

Die Anklage hatte in der vergangenen Woche für Volkert drei Jahre und neun Monate Gefängnis wegen Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen und Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz für angemessen gehalten. Er habe sich über einen langen Zeitraum rechtswidrig bereichert, hatte Oberstaatsanwalt Ralf Tacke seine Forderung begründet. Für den früheren Personalmanager Gebauer hatte die Anklage wegen Untreue und Anstiftung zum Betrug ein Jahr und acht Monate gefordert, die auf Bewährung ausgesetzt werden könnten.

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