VW-Affäre

Volkert wieder frei

Foto: VW

In der VW-Affäre ist der vor drei Wochen inhaftierte frühere Betriebsratschef Klaus Volkert nach einem weitgehenden Geständnis wieder auf freiem Fuß. Das Landgericht Braunschweig hob den Haftbefehl gegen den 64-Jährigen am Dienstag (12.12.) auf.

Der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr bestehe nicht mehr. Wie das Gericht mitteilte, hat Volkert ein "glaubhaftes richterliches Geständnis" abgelegt und die ihm vorgeworfenen Taten weitgehend eingeräumt. Es sei nicht mehr zu befürchten, dass Volkert die Aufklärung noch in erheblicher Weise vereiteln könne. In der VW-Affäre geht es um Korruption und Lustreisen auf Firmenkosten.

Volkert soll von 1994 bis 2005 von Ex-VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz neben seinem Gehalt so genannte "Sonderbonuszahlungen" von insgesamt fast zwei Millionen Euro erhalten haben, ohne dass dies bei VW offen gelegt worden sei. Auch Volkerts Geliebter soll Hartz hohe Summen ohne Gegenleistung zugeschanzt haben.

Verdacht auf Anstiftung zur Untreue

 Volkert war vor drei Wochen als bisher einziger der Beschuldigten in der Affäre verhaftet worden. Hintergrund waren laut Staatsanwaltschaft Angaben des früheren VW-Personalmanagers Klaus-Joachim Gebauer, gegen den ebenfalls ermittelt wird. Volkert und sein Anwalt, der frühere DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel, sollen Gebauer bei einem Treffen am 1. November bedrängt haben, seine bisherigen Angaben zur Rolle Volkerts in der Affäre zu Gunsten des früheren Betriebsratschefs abzuschwächen. Diestel hatte von "Falschaussagen" Gebauers gesprochen.

Das Landgericht teilte nun mit, die 6. Strafkammer halte Volkert zwar für dringend verdächtig, in 33 Fällen eine Anstiftung zur Untreue begangen zu haben. Auch halte es die Kammer für erwiesen, dass Volkert versucht habe, auf Gebauer "in unlauterer Weise" einzuwirken. Auf Grund neuerer Erkenntnisse sei der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr aber nicht mehr gegeben. Der Sachverhalt sei weitgehend aufgeklärt, hieß es. Alle maßgeblichen Zeugen seien vernommen worden. Zahlreiche, aussagekräftige Dokumente hätten gesichert werden können.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig sagte, die Anklage gegen Volkert werde vorbereitet. Möglicherweise falle noch um die Jahreswende eine Entscheidung. Volkert war im Sommer 2005 wegen der Verwicklung in die VW-Affäre als Betriebsratschef zurückgetreten.

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