Wasserstoff für den Antrieb

VW entwickelt eine günstigere Brennstoffzelle

VW Crafter HyMotion Foto: VW

Mit den neuen I.D.-Modellen startet VW eine Elektroautooffensive. Parallel wird aber auch an der weiteren Entwicklung der Brennstoffzelle gearbeitet. Jetzt scheint es eine Möglichkeit zu geben, die Kosten für den Wasserstoffantrieb zu senken.

Volkswagen hat bereits den MEB (Modularer Elektrobaukasten) vorgestellt, der die Grundlage für eine konzernweite Offensive mit Elektroautos darstellt. 2020 kommen die ersten Modelle auf den Markt, alleine von der Marke VW will man 2025 eine Million Einheiten pro Jahr verkaufen. Auch Audi, Seat und Skoda werden Derivate auf MEB-Basis anbieten.

Neben dem Roll-Out der batteriegespeisten Elektroautos ist aber auch die Brennstoffzelle bei VW wieder auf der Tagesordnung. Mit Hyundai wurde über die Konzerntochter Audi zur Kreuzlizenzierung von Patenten für Brennstoffzellenfahrzeuge abgeschlossen. Auf der IAA Nutzfahrzeuge stand eine Studie des Transporters Crafter mit Wasserstofftanks.

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Ein Problem der Technologie sind die hohen Kosten. Hier will VW jetzt einen Durchbruch erreicht haben. Gemeinsame mit der US-Universität Stanford haben die Wolfsburger ein neues Verfahren zur Produktion von Brennstoffzellen, bei dem der Einsatz des teuren Edelmetalls Platin deutlich reduziert wird.

Platin wird als Katalysator für den Betrieb einer Brennstoffzelle benötigt. Feinste Partikel des teuren Materials werden auf Kohlenstoffpulver verteilt. Der katalytische Prozess findet aber nur an der Oberfläche der Platinpartikel statt, der Rest des Materials wird also verschwendet.

VW und die Universität Stanford haben es geschafft, Platinatome gezielt auf einer Kohlenstoffoberfläche zu platzieren. Dadurch wird die Menge an Platin deutlich verringert. Außerdem steigt, Unternehmensangaben zufolge, die Haltbarkeit des Brennstoffzellenkatalysators, der mit den dünneren Partikeln zudem einen höheren Wirkungsgrad haben soll.

Auch Lithium-Ionen-Batterien sollen profitieren

Die neu gewonnenen Erkenntnisse sollen auch der Entwicklung von Elektroautos mit Batterien als Energiespeicher zugutekommen. Prof. Friedrich Prinz von der Universität Stanford erklärt: „Diese Technologie eröffnet enorme Möglichkeiten für die Kostenreduktion, da die eingesetzte Edelmetallmenge minimiert wird. Gleichzeitig steigen Lebensdauer und Katalysatorperformance. Neben der Brennstoffzelle bietet die Atomlagenabscheidung aber auch eine ganze Reihe weiterer Anwendungsmöglichkeiten, bei denen Hochleistungsmaterialien benötigt werden, wie z.B. bei Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation.“

Im nächsten Schritt will VW versuchen, die Ergebnisse der Forschung auf die industrielle Großserienproduktion zu übertragen. Wenn das gelingt, dürfte die bislang verschmähte Brennstoffzellentechnologie bei VW und seinen Konzernmarken durchaus eine Zukunft als Alternative zum herkömmlichen Elektroauto haben.

Vor allem die Nutzfahrzeugsparte dürfte Interesse an der Brennstoffzelle haben. Das Tanken von Wasserstoff dauert kaum länger als das Befüllen eines Benzin- oder Dieseltanks, wodurch sich lange Standzeiten für Lkw und Transporter vermeiden lassen.

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