VW do Brasil

Neuer Arbeitskampf droht

Nach einem einmonatigen Waffenstillstand droht bei Volkswagen in Brasilien wieder ein Arbeitskonflikt. Die Arbeiter der Fabriken des deutschen Autoherstellers in Sao Bernardo und in Taubate (beide im Land Sao Paulo) lehnten am Mittwoch (17.9.) einen Plan ihres Arbeitgebers zum Abbau von knapp 4.000 Stellen mit Wirkung zum 1. Oktober mit großer Mehrheit ab.

"In Sao Bernardo haben nur 10 von 12.000 Arbeitern die Hand zur Annahme des VW-Vorschlags erhoben", sagte Gewerkschaftssprecher José Lopez Feijoo.

In Taubate wurde sogar der sofortige Beginn eines Streikzustands vorerst bis Ende der Woche beschlossen. Man werde unterdessen auf einen neuen Vorschlag der Firma warten. "Auf jede Aktion werden wir mit einer Gegenaktion reagieren", sagte Feijoo. Die geplanten Versetzung der betroffenen Arbeiter in eine Gesellschaft, die der "AutoVision" in Wolfsburg entspricht, dürften nur in beiderseitigem Einvernehmen erfolgen, meinte Gewerkschaftler Antonio Oliveira. Der VW-Vorschlag sei "sehr schlecht" und garantiere den Betroffenen keinen Job.

VW do Brasil: Rund 4.000 Stellen müssen weg

VW do Brasil will insgesamt 3.933 Stellen streichen. Das Vorhaben hatte bereits einen langen Arbeitskonflikt ausgelöst, der in der ersten Augusthälfte in Ausständen und "Kriegs"-Drohungen gipfelte, bevor mit der Wiederaufnahme der Gespräche eine Entspannung erreicht wurde. "Man hat uns zugesichert, dass es keine Zwangsversetzungen geben wird", versicherte Lopez Feijoo damals. Die Gewerkschaften wollen nun die Gründung der "AutoVision" nur dann billigen, wenn ein "Arbeitsplatz-Stabilitätsabkommen" bis 2009 unterzeichnet werde.

Brasilien: Autoindustrie in der Krise

Die Gewerkschaften werfen VW eine Verletzung von Abkommen über Arbeitsplatzsicherung vor, die je nach Fabrik jeweils bis 2004 und 2006 gelten. Das Unternehmen bestreitet, dass es sich beim Stellenabbau um Entlassungen handele. Die 3.933 betroffenen Arbeiter würden in der neuen Gesellschaft weiter Gehalt beziehen und bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz unterstützt werden. Sie könnten eventuell auch später in ihre alten Arbeitsplätze zurück kehren.

Die brasilianische Autoindustrie macht eine schwere Krise durch. Der Absatz fiel in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Seit 1997 gab die Gesamtproduktion von 3,2 Millionen Einheiten auf geschätzte 1,8 Millionen in diesem Jahr nach. VW do Brasil beschäftigt insgesamt 24.800 Mitarbeiter in fünf Werken und ist damit größter Arbeitgeber in der Automobilindustrie in Brasilien.

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