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VW Elektroauto-Studie I.D. (2016)

Der emissionsfreie Golf für Millionen?

VW I.D. Foto: GTB 28 Bilder

Auf dem Pariser Salon präsentiert VW die Studie I.D. Sie zeigt, wie der Elektro-VW aussehen soll, der erst 2020 auf den Markt kommt. Angesichts des Opel-Ampera-e-Markstarts im Frühjahr 2017 mit 500 Kilometern Reichweite wirken die bis zu 600 Kilometer mit einer Batterieladung beim I.D. allerdings ärmlich. Der I.D. zeigt außerdem wie sich VW das autonome Fahren sowie die totale Vernetzung des Autos ab 2025 vorstellt.

28.09.2016 8 Kommentare
  • Ausblick auf E-Auto für große Stückzahlen ab 2020
  • Kompaktwagen, Produktion parallel zum Golf
  • Preis wie ein Golf
  • Bis 600 Kilometer Reichweite
  • Concept Car I.D. auch Ausblick auf selbstfahrendes Auto ab 2025

Wenn die Serienversion des I.D. ab 2020 zu kaufen ist, soll sie nicht mehr als ein vergleichbarer Golf kosten. Den 170 PS des E-Autos kommt ein GTD mit allerdings 184 PS für 30.700 Euro am nächsten. An 30.000 Euro sollte der Preis des Elektro-Volkswagens also nicht ganz heran reichen – mit einer Reichweite von 400 bis 600 km (letzteres wohl gegen Aufpreis) kommt das E-Auto auch nicht ganz an den GTD heran, kann aber definitiv mehr als Pendeln, obwohl die interne Entwicklungsbezeichnung vom NUVe (New Urban Vehicle electric) spricht.

VW I.D.
Im Zukunfts-E-Auto Platz genommen 1:30 Min.
VW I.D. Foto: Volkswagen
Bietet vier Passagieren Platz.

Ziemlich genau ein Jahr, nachdem bekannt wurde, was wir heute VW-Abgas-Skandal nennen, will VW also nicht nur kein schmutziges, sondern überhaupt kein Abgas mehr ausstoßen. Und erstmals seit gut 40 Jahren sitzt der Motor nicht mehr vorn, sondern hinten. Die E-Maschine ist in eine Mehrlenkerhinterachse integriert, deren abgekoppelter Fahrschemel eine besonders dezente Akustik gewährleisten soll.

VW I.D. mit Motorposition und Leistung wie beim BMW i3

Ein VW mit Heckmotor und -antrieb? Das kennen die Älteren vom wenig dezent boxenden Käfer. Aber anders als damals ist das für den I.D. nicht stilbildend, sondern eher nebensächlich. Es bringt vor allem Platz für die Passagiere – was wiederum für den Käfer nicht charakteristisch war. Mit der vielfachen Leistung des Urahns soll der I.D. in unter 8 Sekunden auf 100 km/h sprinten und bis 160 km/h schnell sein.

Außen ist der I.D. mit 4,1 Metern 15,5 Zentimeter kürzer als der Golf, hat aber mit 2,75 Meter 13 Zentimeter mehr Radstand und mithin nur rund fünf Zentimeter weniger als der Passat. An dem dürfte sich also das Innenraumangebot orientieren, weil der Antrieb kompakter ist und die Akkus raumökonomisch im Boden Platz finden. „Open Space“ nennt VW das Raumkonzept, weil die Portaltüren das Äußere und das Glasdach die Sonne nach innen lassen.

Renault Zoe Intens, Frontansicht Foto: Achim Hartmann
Den Renault Zoe wird es bald mit angeblich 400 km Reichweite geben.

Als Serienauto wird der I.D. laut VW das erste Modell auf Basis des Modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB), der eine Parallelwelt im Baukastenuniversum des Konzerns aufmacht, um VW schon 2025 den Absatz von einer Million Elektroautos zu ermöglichen. Gut, dass der I.D. bereits 2020 zu kaufen sein soll.

VW I.D. Crozz auf der IAASUV-Coupé wird seriennäher

Weiter von einer Serienfertigung entfernt dürfte der quasi 2. Teil von I.D. sein: Das Concept Car soll einen „konkreten Ausblick“ auf das vollautomatisierte Fahren geben. Im I.D.-Pilot-Modus fährt das Multifunktionslenkrad ins Cockpit ein. Kennt man vom BMW Next100? Ja, aber dessen Name deutet auf die Ferne seiner Zukunftsvision hin. VW hingegen nennt mit fester Stimme das Jahr 2020 als Starttermin.

Totale Vernetzung im VW I.D.

Und was soll der Name? Wie Apple will auch VW dem Kunden der Zukunft eine ID geben. Sie liegt in der Cloud und kennt alle Einstellungen für Sitz- und Klimaeinstellungen, die favorisierten Radiosender und Songs, die Einstellungen des Soundsystems, des Außensounds, die Konfiguration des Navigationssystems, die Art der Ambientebeleuchtung sowie die Kontaktdaten aller Freunde und Geschäftspartner.

Mit dem Zuhause ist I.D. auch vernetzt und lässt die Kinder ein, wenn die den Schlüssel vergessen haben. Home-Net nennt Volkswagen das. Damit soll es beispielsweise möglich sein, über Kameras im Haus aus dem Auto heraus zu Hause nach dem Rechten zu sehen.

Sitzprobe Gerd Stegmaier Opel Ampera E Foto: Stefan Baldauf
Mehr als 500 Kilometer Reichweite nach NEFZ gibt Opel als Reichweite für den Ampera-e an, der 2017 in Serie geht.

Delivery Service – I.D. nimmt Päckchen an

Und wenn irgendwie nirgends einer ist? Nimmt I.D. sogar Päckchen entgegen. VW glaubt: Schon sehr bald könnte es zum Alltag gehören, Pakete auch mobil zu empfangen. Als Postbox dient dem „Delivery Service“ der Kofferraum des eigenen Autos.

Die I.D.-Entwickler haben ausgerechnet, dass Millionen Paketsendungen in Europa alternativ per Kofferraumzustellung an zwischen Helsinki und Lissabon geparkte Volkswagen zugestellt bzw. abgeholt werden könnten. Per GPS-Ortung würde der Paketzusteller dabei den Standort des Autos lokalisieren können; parallel bekäme er via App eine temporäre Zugangsberechtigung zum Kofferraum. Der Besitzer wird mittels App oder E-Mail benachrichtigt, sobald die Sendung zugestellt und der Kofferraum wieder verschlossen ist.

Fazit – E-Auto statt EA189

Vor einem Jahr stand Software bei VW noch für Schummeln, jetzt für Innovation. Statt millionenfach mehr Emission verspricht der I.D. eine Million Autos mit null Emission. Gibt’s nicht? Geht nicht. VW muss nach vorne denken, das Programm „Think new!“ bringt den I.D. hervor und das Versprechen, ihn 2020 Serie zu bringen. Reichlich spät. Denn bickt man diese vier Jahre nach vorn, ist das bis dahin sicher nichts Besonderes mehr – der Opel Ampera-e etwa verspricht schon jetzt mehr als 500 Kilometer Reichweite und soll bereits 2017 zu kaufen sein. Selbst der Delivery-Service könnte bis dahin schon gang und gäbe sein – siehe Smart. Blickt man jedoch nur ein Jahr zurück, ist der Entwicklungsschritt für den VW-Konzern staunenswert.

Neuester Kommentar

VW punktet endlich auch im Design. Die Studien aus Paris 2016, New York und Shanghai 2017 sollten schnellstmöglichst serienreif werden: I.D. Golf, I.D. Buzz und I.D. Crozz treffen ins Schwarze. Entgegen den "Designsicken"-Herstellern wie Toyota, Hyundai und Kia handelt VW - noch konsequenter als Daimler - und zeigt, wie Skulpturen entstehen: MBs Studie eines Concept A-SEDAN mit scheinbar raffiniert einfach flächigen Karossen toppt VW mit den nunmehr 3 Mitgleidern der I.D. Familie. Dazu als 4. Mitglied bitte noch eine Neuauflage eines I.D. Beetle Cabrio "Airzz" und es entstünde ein unverwechselbares Quartett !
Erinnert sei an Autos, die auch nach 50 Jahren dank klarer, aber raffinierter Flächen sich noch sehen lassen bzw. sehen lassen werden wie: VW Micro Bus Studie 2001, die nahtlos zum I.D. Buzz führt; NSU Ro 80, Citroen C 6 im Limousinenbereich; Jaguar E-Type, Lancia Stratos, Alfa Spider 916, Aston Martin DB 10, Mini Superleggera Spider ... im Sportwagenbereich. ANSGAR M.M. STAHL

Alfaromeo911 18. April 2017, 17:11 Uhr
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