VW

Ergebnis halbiert, trübe Aussichten

Foto: VW, dpa

Volkswagen hat wie erwartet sein Ergebnis im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als halbiert. Und auch die Aussichten für das Gesamtjahr sind trübe: Volkswagen werde voraussichtlich weniger als die Hälfte des operativen Vorjahresergebnisses erwirtschaften.

Dies teilte der Konzern am Mittwoch (29.10.) in Wolfsburg zur Bilanzvorlage mit. In den letzten Monaten dieses Jahres soll sich das operative Ergebnis dank des neu gestarteten Volumenmodells Golf V und steigender Absatzzahlen bei den anderen Neumodellen wie Touran und Touareg aber zumindest wieder stabilisieren, hieß es aus der Konzernzentrale. Tatsächlich muss der Konzern für die Produktion des neuen Golf inzwischen Sonderschichten fahren.

Der enorme Ergebniseinbruch auf knapp die Hälfte war von vielen Beobachtern bereits erwartet worden, denn eine ganze Armada von Problemen hatte dem Unternehmen in den vergangenen neun Monaten zu schaffen gemacht: So drückten ein starker Euro, und die Absatzschwäche auf den Weltmärkten auf das Ergebnis. Die Sanierung der Tochter in Brasilien, für die Volkswagen im dritten Quartal 120 Millionen Euro zurückstellte, und die hohen Anlaufkosten für neue Modelle wie etwa den Golf V taten ihr Übriges.

Keine Panik an der Börse - Gerüchte um Wandelanleihe

An der Frankfurter Börse wurde die Nachricht vom Ergebniseinbruch zwar nicht mit Panik aufgenommen, dennoch notierte das Volkswagen-Papier mit einem Minus von 3,65 Prozent auf 42,45 Euro als schlechtester Wert im Index. Viele hätten dennoch mit einem besseren Ausblick auf das Restjahr gerechnet, sagten Analysten. Nach Aussagen von Händlern hätten zudem Gerüchte über eine bevorstehende Wandelanleihe die Runde gemacht.

In den ersten neun Monaten war das operative Plus von 3,714 Milliarden Euro auf 1,73 Milliarden Euro zurückgegangen. Dabei rutschte der Umsatz von 65,269 Milliarden Euro auf 64,112 Milliarden Euro. Nach Steuern blieb den Wolfsburgern ein Gewinn von 813 Millionen Euro nach 1,842 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Gewinn je Aktie verringerte sich von 4,78 Euro auf 2,08 Euro.


Das Vorsteuerergebnis verringerte sich von 2,974 auf 1,378 Milliarden Euro. An dieser Position hatte der Konzern wegen der Schwäche der Aktienmärkte allein 417 Millionen Euro durch die Neubewertung von Wertpapieren verloren. Die Bruttomarge habe sich im bisherigen Jahresverlauf bei 15,2 Prozent stabilisiert und im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Finanzdienstleister im Plus

Beim Vor- und Nachsteuerergebnis traf VW die Erwartungen der Analysten. Für den Umsatz hatten die Experten sogar noch einen größeren Einbruch bei 62,73 Milliarden und 63,87 Milliarden Euro erwartet. Wie bei den meisten Autobauern legte der hauseigenen Finanzdienstleister dagegen zu. Weil immer mehr Kunden ihre Fahrzeuge leasen oder finanzieren, kletterte das Ergebnis um 1,7 Prozent auf 956 Millionen Euro. Bei der Direktbank sei das Einlagevolumen gar um 18,1 Prozent auf 6,63 Milliarden Euro im Vergleich zum 31. Dezember 2002 gestiegen.


Die Pkw-Auslieferungen des Konzerns waren wie bereits bekannt in den ersten neun Monaten um 1,2 Prozent auf 3,709 Millionen Fahrzeuge zurückgegangen, die Produktion wurde um ein Prozent auf 3,741 Millionen Pkw zurückgefahren. Vor allem im Wachstumsmarkt China, wo VW zwei Joint Ventures betreibt, habe sich das Geschäft dagegen gut entwickelt. Hier kletterte der Absatz von 300.339 auf 519.478 Stück.

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