VW

Gemeinsamer Weg vereinbart

Vorstand und Betriebsrat bei Volkswagen haben sich auf einen gemeinsamen Weg zur Erhöhung der Produktivität und gleichzeitigen Jobsicherung verständigt. Das teilten beide Seiten bei einer Betriebsversammlung am Dienstag (4.12.) in Wolfsburg mit.

Personalvorstand Horst Neumann sagte, der "Volkswagen-Weg" ziele darauf, mit höchster Qualität und Wirtschaftlichkeit kundengerechte Autos zu entwickeln und zu fertigen. Es gebe noch "wahre Schätze an Synergien", die gehoben werden könnten. Dann seien "massive Produktivitätsschübe" möglich. Dazu sei vernetztes Denken erforderlich und eine enge Kooperation aller Fachbereiche.

Am Vorabend hatten Vorstand und Betriebsrat vier Betriebsvereinbarungen unterschrieben, die die verbindliche Basis für den "Volkswagen-Weg" legen sollen. Dabei geht es um die Verbesserung von Produktionsprozessen und Optimierung der Arbeitsorganisation, aber auch um die Sicherung von Beschäftigung und Entgelten. "Niemand verliert Geld, weil er sich dafür einsetzt, dass wir noch besser und effektiver werden. Und keiner muss Angst um seinen Arbeitsplatz haben", sagte der Geschäftsführer des Gesamtbetriebsrats, Michael Riffel.

Basis sind Tarifverhandlungen von 2004

Der "Volkswagen-Weg" geht auf die Tarifverhandlungen 2004 zurück. Die Arbeitnehmerseite hatte mit Blick auf Forderungen von VW nach Einsparungen im Personalbereich zunächst die Optimierung der Prozesse, Strukturen und Organisation gefordert, um die Beschäftigung zu sichern.

Die Lohnkosten am Fahrzeug lägen inzwischen deutlich unter 15 Prozent, erläuterte Betriebsratschef Bernd Osterloh bei der
Betriebsversammlung. "Es geht nicht darum, die Menschen schneller arbeiten zu lassen. Sondern wir müssen die zur Verfügung stehende Arbeitszeit effektiver nutzen." Die Prozesse entsprechend zu gestalten, sei Aufgabe des Managements. Zur Beschäftigungssicherung gehöre in diesem Zusammenhang vor allem, dass die Auslastung der Standorte und Sicherung der Beschäftigung über Volumensteigerung, fortschrittliche Strategien und gleichzeitige Reduzierung der Fremdvergabe und Erschließung neuer Geschäftsfelder erreicht wird.

Außerdem setzt sich der VW-Betriebsrat mit Nachdruck für den Erhalt wichtiger Schutzfunktionen des VW-Gesetzes ein und will bis Ende dieser Woche eine Petition an den Bundestag richten. Osterloh appellierte bei der Betriebsversammlung zugleich an die Länder mit VW-Standorten, die Position der Belegschaft im Bundesrat zu unterstützen. "Es geht um die Rechte der Arbeitnehmer, um die Sicherheit der Arbeitsplätze bei Volkswagen und damit um die Frage, wie sich ganze Regionen künftig entwickeln werden", sagte Osterloh.

Osterloh: "VW-Gesetz entscheidender Wahlprüfstein"

Hintergrund ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, der im Oktober zentrale Teile des Gesetzes für unvereinbar mit EU-Recht erklärt hatte. Die Arbeitnehmervertreter wollen zumindest den nicht beanstandeten Passus retten, der verhindert, dass die Kapitalseite im Aufsichtsrat gegen den Willen der Arbeitnehmer die Errichtung und Verlegung von Produktionsstätten beschließen kann. "Das VW-Gesetz wird für uns der entscheidende Wahlprüfstein für alle Parteien sein", sagte Osterloh.

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