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RDE-Abgas-Test VW Golf 8 Diesel

Nix NOx – dieser Diesel ist sauberer als Euro 6d

Dank doppeltem SCR-Kat stößt der TDI im neuen Golf mit EA288evo-Motor auch im Straßenbetrieb kaum mehr Stickoxide aus. Das belegen RDE-Messungen von Emissions Analytics, den Experten, mit denen auch auto motor und sport seine Abgasmessungen vornimmt.

VW hat mit dem Betrug durch Schummelsoftware den Abgasskandal ausgelöst und das Image des Diesels ruiniert. Jetzt waschen die Wolfsburger den Selbstzünder wieder rein. Mit RDE-Messungen durch neutrale, externe Spezialisten: Den Nach-Nachfolger des Skandalmotors EA189, ein Vierzylinder-Diesel mit dem Entwicklungscode EA288evo hat VW jetzt im neuen Golf 8 mit Emissions Analytics, den britischen Experten, mit denen auch auto motor und sport seit 2016 seine Abgastests durchführt, auf verschiedene Testrunden geschickt.

Geschickt war auch die Auswahl der Profile für die Messfahrten: Volkswagen hat Emissions Analytics beauftragt, genau die Messrunden zu fahren, wie sie Fachzeitschriften vornehmen. Auch die klassische Testrunde von auto motor und sport in und um Stuttgart war dabei, dazu die des ADAC (Landsberg/Augsburg) und der Autobild (Hamburg) sowie eine eigene RDE-konforme von Volkswagen (Wolfsburg). Die Messfahrten fanden zwischen 16. Und 21. Januar statt und waren zwischen 80 bis 157 Kilometer lang. Dafür brauchten die Testwagen zwischen 90 und 145 Minuten. Die Temperaturen lagen zwischen drei und 13 Grad.

Kaum mehr NOx-Emissionen im Straßenbetrieb

Einziger Unterschied zur Runde von auto motor und sport etwa: Die Messfahrten begannen bereits mit betriebswarmem Motor. Das dürfte nach den bisherigen Erfahrungen auf die NOx-Emissionen keinen Einfluss haben, denn die Entstehung von NOx wird eher von hohen Temperaturen begünstigt.

Das Ergebnis auf allen Testrunden zeigt, dass der neue Golf TDI mit der so genannten Twin-Dosing-Technik die Grenzwerte der neuesten Abgasnorm Euro 6d auch auf der Straße weit unterschreitet. In der Runde von auto motor und sport, die sich durch die meisten Höhenmeter auszeichnet, kam er im Schnitt auf nur 14 mg NOx/km. Der Grenzwert liegt bei 80 mg/km. Auf der ADAC-Runde lag der Durchschnittswert sogar nur bei 9 mg/km. Den höchsten Wert hat Emissions Analytics auf der Fahrt von VW selbst nahe Wolfsburg gemessen: 19 mg/km, rund 25 Prozent des Erlaubten.

Doppelter SCR-Kat macht doppelt sauber

Ähnlich gute Werte erzielte auch schon der VW Passat TDI bei einem Abgastests von Emissions Analytics für die ARD. Motor und Abgasreinigung des Passat sind weitestgehend mit dem Golf identisch, auch in VWs Mittelklasse arbeitet das Twin-Dosing System. Dabei wird Adblue gezielt vor zwei hintereinander angeordneten SCR-Katalysatoren eingespritzt. Wie es genau funktioniert erklärt das Video.

VW Twindosing
VW: So funktioniert das TDI-Twindosing
3:24 Min.

Interessant auch: Emissions Analytics maß auch den CO2-Ausstoß, also den Verbrauch. Obwohl es bei der Charakterisierung der Messprofile heißt, „die AMS-Runde zeichnet sich durch eine große Anzahl an positiven Höhenmetern und die 160km/h Autobahnetappe aus“, stieß der Kompaktwagen hier genau so viel CO2 aus, wie als WLPT-Wert angegeben: 119 g CO2/km. Das entspricht einem Verbrauch von 4,5 Liter/100 km. Sowohl bei der Runde des ADAC als auch bei der von VW lag der CO2-Ausstoß und damit auch der Verbrauch um 6,7 Prozent höher.

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VW ist nicht der erste Hersteller, der ein SCR-Kat-System so optimiert hat, dass der Diesel nur mehr Bruchteile der vom Euro-6d-Grenzwert erlaubten NOx-Menge ausstößt. Der saubere Selbstzünder ist als Neuwagen auch von Mercedes beispielsweise schon länger zu haben.

Gleichzeitig beweisen die gemessenen CO2-Emissionen zweierlei: Der Diesel ist sehr sparsam und der WLTP-Verbrauch ist deutlich realistischer als der NEFZ und bei sparsamer Fahrweise auch in der Praxis erreichbar. Das ist beides nicht wirklich neu. Und dürfte das Leben des Dieselmotors auch nicht entscheidend verlängern. Denn 4,5 Liter Verbrauch sind für einen 150-PS-Kompakten ein super-Wert, aber 119 g CO2 /km liegt deutlich über dem EU-Flottenverbrauchs-Grenzwert (für VW 99 g/km). Nur die leistungsschwächeren Varianten unterschreiten ihn – minimal. Das hilft dem Durchschnitts-Flottenverbrauch eben auch nur minimal. Darum brauchen die Hersteller schon dieses Jahr einen ordentlichen Anteil an Elektroautos.

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