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Hoffnung für Brüssel

Foto: VW

Nach einer internationalen Demonstration für den Erhalt des Brüsseler Volkswagen-Werkes hoffen die Beschäftigten auf eine Fortsetzung der dortigen Golf-Produktion. Der Konzern müsse noch eine Quote von 60.000 Fahrzeugen für das kommende Jahr zuteilen, hieß es am Sonntag (3.12.) aus belgischen Gewerkschaftskreisen.

Premierminister Guy Verhofstadt sagte im flämischen Fernsehen, der Golf werde möglicherweise noch bis zum Herbst 2007 in Brüssel gebaut.

An dem Protest gegen massive Job-Verluste in Brüssel hatten sich am Samstag auch Volkswagen-Beschäftigte aus mehreren deutschen Standorten beteiligt. Sie verstärkten einen Demonstrationszug, an dem sich nach Gewerkschaftsangaben 25.000 Menschen beteiligten. Die Polizei zählte knapp 15.000 Demonstranten. Der VW-Konzern will die Golf-Produktion aus Brüssel abziehen und das Modell künftig nur noch in Wolfsburg und Mosel bei Zwickau bauen. Davon sind in Brüssel 4.000 von rund 5.400 Arbeitsplätzen direkt betroffen.

Ankündigungen des VW-Konzerns, in Brüssel solle von 2009 an der Audi-Kleinwagen A1 gebaut werden, beurteilten deutsche Gewerkschafter bei der Demonstration skeptisch: "Sicher ist etwas bei VW erst, wenn eine Unterschrift drunter ist und Investitionen getätigt werden", meinte der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg, Frank Patta. Den Umgang mit dem VW-Werk Brüssel bezeichnete Patta als "Globalisierung in Reinkultur: Menschen, Kollegen, Standorte werden gegeneinander ausgespielt." Darüber freue sich nur "das Kapital".

Zukunft in Brüssel ungewiss

Was bis zum möglichen Produktionsstart des Audi A1 in Brüssel geschieht, ist weiter ungewiss. Für das kommende Jahr hat der Konzern dem Werk im Brüsseler Stadtteil Vorst nach Gewerkschaftsangaben den Bau von 60.000 Polo zugeteilt. Über eine Quote von 60.000 Golf sei konzernintern noch nicht entschieden.

"Es kommt ein allmählicher Abbau der Produktion und kein plötzlicher Abbau", sagte Premierminister Verhofstadt. "Das heißt, dass der Golf noch etwas länger in Vorst gebaut wird als bisher angenommen." Die Absprachen mit der Konzernleitung seien aber noch nicht endgültig. Erst im Januar werde man Genaueres wissen.

Generalsekretär Guy Tordeur von der belgischen Gewerkschaft CSC betonte am Rande der Demonstration: "Diese Fabrik war produktiv und wettbewerbsfähig." Die "blinde Umstrukturierung" bei VW treffe Brüssel mit seiner Arbeitslosigkeit von fast 20 Prozent besonders hart. "Der Kampf beginnt erst", sagte Anne Demelenne von der Gewerkschaft ABVV. Mehr als 90 Prozent der Beschäftigten bei VW Brüssel sind gewerkschaftlich organisiert. Sie haben von diesem Montag an Anspruch auf 25 Euro Streikgeld pro Tag.

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