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Ja zum Tarifvertrag - keine Kündigungen

Foto: VW

Volkswagen will sich trotz eines massiven Sparprogramms an den Tarifvertrag halten, der Entlassungen bis zum Jahr 2011 ausschließt. Das sagte ein VW-Sprecher am Samstag (19.11.).

Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte zuvor gemeldet, auf die deutschen VW-Beschäftigten kämen möglicherweise betriebsbedingte Kündigungen zu. Auf die Frage, ob er sich an den Vertrag halte oder früher aussteige, sagte VW-Vorstandsvorsitzender Bernd Pischetsrieder dem Magazin: "Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich weder das eine noch das andere kategorisch ausschließen, weil ich nicht weiß, wie etwa im Jahr 2009 unsere Situation sein wird und wie sich unser Umfeld entwickelt."

Er wolle "möglichst schnell" zwei Milliarden Euro Personalkosten einsparen, sagte der VW-Chef in dem Interview. "Wenn es irgendwie möglich ist, wollen wir Entlassungen vermeiden und unser Sparprogramm im Rahmen des Tarifvertrages realisieren." Es sei aber nicht so, "dass wir mal ein paar Jahr abwarten und nichts machen". Der Markt werde nicht freundlicher zu VW. "Wer nicht mitzieht, hat ein Problem. Das wissen auch die Mitarbeiter."

Pischetsrieder stützt Hartz

Nach Angaben des VW-Sprechers werde sich Volkswagen an den Tarifvertrag halten. In dessen Rahmen sei gemeinsam mit dem Betriebsrat bereits Einiges erreicht worden, so etwa Personalkostensenkungen in Emden und Wolfsburg. "In diesem Sinne werden wir weiter arbeiten", sagte der Sprecher.

Der ehemalige VW-Personalchef Peter Hartz war laut Pischetsrieder frühzeitig über das geheime Abrechnungssystem für Betriebsräte informiert. Danach hatte Hartz Anfang 2004 seinen Mitarbeiter Klaus-Joachim Gebauer angewiesen, Betriebsratsausgaben nicht mehr durch Belege ohne Verwendungszweck abzurechnen. "Wir haben herausgefunden, dass seitdem die Ausgaben um 85 Prozent gesunken sind", sagte Pischetsrieder dem "Focus".

Das Abrechnungssystem habe offenbar schon sehr lange bestanden. Nach Darstellung des VW-Chefs sind die Begünstigungen für Betriebsräte bereits vor der Amtszeit von Hartz eingeführt worden. Als Konsequenz habe er mit dem Betriebsratsvorsitzenden Bernd Osterloh strengere Abrechnungsregeln vereinbart. Pischetsrieder kündigte Schadenersatzansprüche gegen die Beteiligten der Affäre an. Auf die Frage, ob VW auch gegen Hartz vorgehen werde, sagte er: "Das trifft auf alle zu!"

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