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Sitzprobe im neuen VW Jetta (2018)

MQB-Stufenhecklimousine für USA und China vorgestellt

Detroit 2018

Volkswagen präsentiert auf der Detroit Motorshow 2018 den neuen VW Jetta. Generation VII der Stufenheck-Limousine baut erstmals auf dem modularen Querbaukasten (MQB) auf. Ein Verkauf von VWs wichtigstem Modell für den US-Markt in Europa ist nicht geplant.

15.01.2018 Gerd Stegmaier Kommentare

Das würde hierzulande auch zu Verwirrung führen, denn der US-Jetta nähert sich in seinen Dimensionen dem europäischen Passat: Der neue VW Jetta misst 4,70 m in der Länge (4,3 cm mehr als Generation 6) und ist damit nur rund 6,5 cm kürzer als unser Passat. Im Radstand kann sich der hingegen noch mehr absetzen: Der Radstand des Jetta VII ist mit genau 2,686 m somit 3,5 cm länger als beim Vorgänger, der Passat kommt hierzulande auf 2,791 m, also 10,5 cm mehr.

VW Jetta VII mit mehr Platz im Innenraum

Im Vergleich zum Jetta der 6. Generation wurde der vordere Überhang kürzer (-10mm), der hintere länger (+18 mm). Der neue VW Jetta soll dadurch „sportlicher, gestreckter und eleganter zugleich“ wirken. Bei der Breite (1,80 Meter) ist der Neue 2,1 Zentimeter, bei der Höhe (1,46 Meter um 6 Millimeter gewachsen. Entsprechend mehr Kopf- und Kniefreiheit, Schulterraum und Innenhöhe soll er bieten. Der Kofferraum ist wie immer beim Jetta üppig und bleibt bei diesem Generationswechsel exakt gleich bei 510 Litern.

Die neuen Proportionen sollen der Aerodynamik zu Gute kommen, der auch die laut Volkswagen besonders verwirbelungsfreie Heckgestaltung, strömungsgünstige Unterbodenverkleidungen, luftwiderstandsreduzierten Leichtmetallfelgen und ein so genannter Air Curtain in derFrontpartie helfen sollen. Letzteres meint vertikale Lufteinlässe im Bereich der Nebelscheinwerfer, die die Luft durch den Stoßfänger führen, um sich wie ein aerodynamischer Vorhang vor die vorderen Radhäuser zu legen. Als Ergebnis der Mühe nennt VW einen um 10 Prozent verbesserten cw-Wert von jetzt 0,27. Zum Vergleich: Der aktuelle Bestwert (nicht nur für Viertürer mit Stufenheck) liegt bei 0,22 (Mercedes CLA 180 BlueEfficency Edition).

Zunächst nur eine Motorisierung

Der möglichen Antriebsvielfalt des MQB zum Trotz spricht Volkswagen zum Serienstart (Mexiko: 1. Quartal 2018, USA: 2. Quartal 2018) nur von einem 1.4 TSI mit 150 PS und 250 Nm ab 1500 U/min. Den neuen 1,5 TSI, der im Golf VII seit dem Facelift zu haben ist, gibt es also allenfalls zu einem späteren Zeitpunkt, den bekannten Zweiliter-Vierzylinder-Motor in vermutlich schon früher. Top-Modell wird wieder der VW Jetta GLI mit mehr als 200 PS. Über eine Plug-in-Hybridversion ist noch nicht entschieden. Die immer strengeren CO2-Vorgaben in den USA und vor allem in China könnten sie aber schon vor Mitte des Modellzyklus ein Thema werden.

Die Grundversion Jetta S hat ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Ab dem Jetta SE gibt der Vierzylinder-Turbo seine Kraft über eine neu entwickelte 8-Gang-Automatik an die Vorderräder weiter; für das Basismodell ist die Automatik als Extra zu haben. Mit ihrer größeren Spreizung der Gänge hilft sie beim Sprit Sparen und bietet mehr von der für die bei Amerikanern so beliebten Anfahrdynamik, wie sie typischerweise Getriebe mit Wandler gut darzustellen vermögen. Drum ist das Doppelkupplungsgetriebe für den US-Markt nicht erste Wahl.

Digital-Instrumente und neues Infotainmentsystem

Im größeren Innenraum wartet ein neues Cockpit, auf Wunsch mit digitalen Instrumenten, deren Anordnung der Fahrer auf einem 10,2 Zoll großen Display individuell konfigurieren kann. Die Instrumente sind mit den neuen Systemen des modularen Infotainmentbaukasten (MIB) vernetzt. Heißt: Das serienmäßige Infotainmentsystem „Composition Colour“ nutzt auch die Anzeigefläche zwischen Drehzahlmesser und Tacho beispielsweise.

Detroit NAIAS 2018 Sitzproben VW Jetta und Mercedes G-Klasse Foto: Björn Sasse
In der R-Line-Ausführung befinden sich schicke Ledersitze, die einen deutlichen Qualitätskontrast zu den verbauten Kunststoffen darstellen.

Was die Haptik betrifft, findet sich im Inneren wenig überraschend gewohnte VW-Qualität. Allerdings lässt es sich nicht wegignorieren, dass man sich in einem günstigen Auto befindet. Im Fond etwa, wirken die eher kargen Türverkleidungen aus schwarzem Kunststoff sehr trist. Besonders, wenn man im direkten Vergleich die ledernen Sitze der R-Line-Version in der Kombination sieht – da wirkt das Plastik beinahe schon deplatziert. Das gesteigerte Platzangebot fällt dagegen angenehm auf. Auch wenn vorne ein 1,90 Meter großer Fahrer Platz nimmt, bleibt hinten ausreichend Beinfreiheit, selbst für längere Trips.

Das Infotainmentsystem hat eine Bluetooth-Schnittstelle, ein USB-Audio-Interface und kann Smartphones mit Apps wie Spotify via MirrorLink, Apple CarPlay oder Android Auto (von Google) integrieren.

Ab der Ausstattungslinie SEL gibt es auf Wunsch ein 400 Watt starkes Soundsystem des angesagten US-Audio-Anbieters Beats by Dr. Dre.

Gesteuert wird das über den im ganz oberen Bereich der Mittelkonsole platzierten Touchscreen, der wie beim Atlas auf der übergreifenden Glasfläche zwei Rändelräder zur Lautstärkeverstellung und Anwählen der Menüs trägt. Lediglich die Klimabetätigung ist als separates Modul weiter unten in der Mittelkonsole positioniert. Einen Hinweis auf den VW Golf 8 (2019) geben Interieur und Infotainmentsystem des Jetta aber nicht. Der neue Golf bekommt Generation III des modularen Infotainment-Baukastens.

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Assistenzssysteme für viel Sicherheit

Die MQB-Verwandtschaft beschert dem Jetta dafür jede Menge Assistenzsysteme, die je nach Ausstattung serienmäßig sind. In den Vereinigten Staaten gibt es typischerweise die Levels S, SE, SEL und SEL Premium. Als Jetta SE hat der neue VW Jetta Front Assist mit City-Notbremsfunktion und den Blind Spot-Sensor (Warnung vor Fahrzeugen im toten Winkel) serienmäßig an Bord; beide Systeme sind optional auch für den Jetta S erhältlich. Immer Serie: LED-Scheinwerfer fürs Fahrlicht.

Insgesamt sind folgende Assistenzsysteme zu haben:
- Automatische Distanzregelung (ACC)
- Lane Assist (Spurhalteassistent)
- Front Assist mit City-Notbremsfunktion
- Rear View (Rückfahrkamera)
- Rear Traffic Alert (Ausparkassistent beim Rückwärtsfahren)
- Blind Spot-Sensor (Spurwechselassistent)
- Multikollisionsbremse (mindert Gefahr von Folgeunfällen)
- Light Assist (automatisches Ein-/Ausschalten des Fernlichtes)

In Europa aus dem Programm genommen, anderswo ein Bestseller

Mit 17,5 Millionen Exemplaren in sechs Generationen ist der VW Jetta eines der meistverkauften VW-Modelle. Das liegt nicht nur an inzwischen 39 Jahren Bauzeit, sondern vor allem an seiner großen Beliebtheit in China und in den USA. Dort ist die Stufenheck-Limousine seit Jahren der VW-Bestseller. 2016 etwa entfielen mehr als ein Drittel des US-Absatzes von VW auf den Jetta. Insgesamt verkaufte Volkswagen 2016 in den USA 121.100 Jetta, weltweit waren es 968.000, zählt man die Abwandlungen bzw. alle kompakten Stufenheck-Autos dazu, waren es sogar 1,6 Millionen, also mehr als ein Viertel des Gesamtabsatzes der Marke Volkswagen im Jahr 2016.

Preis des Jetta 7 zum Marktstart kaum verändert

Ein Teil des Erfolges dürfte der Preisgestaltung zuzuschreiben sein. Aktuell bietet VW den Jetta in den USA ab 18.645 Dollar an. Das Power-Modell, der Jetta GLI mit 210 PS, kostet etwa 28.000 US-Dollar. Die Preise für das neue Modell dürften trotz mehr Platz bei 18.500 Dollar liegen (netto, ohne Steuer). Das Segment ist hart umkämpft.

Vom Band rollt der neue VW Jetta im mexikanischen VW-Werk Puebla, dort werden unter anderem auch der VW Golf und der neue VW Tiguan produziert.

Übrigens: Die Generation drei und vier hießen für Europa Vento und Bora – wer erinnert sich noch dran? Generation VI kam im letzten vollen Verkaufsjahr 2015 auf nur noch 11.000 Einheiten in Europa, zum Modelljahr 2017 hat VW den Vertrieb des Modells in Europa daher eingestellt. Auch der Neue wird wie erwähnt in der Alten Welt nicht angeboten. Einen anderen Namen gibt es trotzdem – später fürs China-Debüt. Dort heißt der Jetta Sagitar.

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Neuester Kommentar

@merz484 Die 19 % Mehrwertsteuer ist doch in den Verkaufspreisen schon drin, die sales tax in den USA ist es nicht. Übrigens sollte man die vorgeschlagenen Preise der Hersteller nicht vergleichen, denn wo zahlt man die denn? Konfiguriert lieber auf z.B. MeinAuto.de und findet raus was ein Auto in D tatsächlich kostet. Werksabholungen sind in den USA nicht üblich. Man zahlt daher sehr hohe Transportkosten, die im Preis nicht enthalten sind.

El_Lobo 16. Januar 2018, 15:56 Uhr
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