VW-Kapitalerhöhung - VW hofft auf 4,5 Milliarden Euro

VW startet milliardenschwere Kapitalerhöhung

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Der Autobauer Volkswagen hat seine seit langem geplante milliardenschwere Kapitalerhöhung gestartet. Mit dem frischen Geld soll die schrittweise Übernahme des Sportwagenbauers Porsche finanziert werden. Wie VW am Dienstag (23.3.) in Wolfsburg mitteilte, sollen bis zu 65 Millionen neue, stimmrechtslose Vorzugsaktien ausgegeben werden.

An der Börse sind die neuen Papiere nach dem aktuellen Kurs rund 4,5 Milliarden Euro wert. Die im Leitindex Dax notierte VW-Vorzugsaktie fiel um sieben Prozent auf rund 68 Euro.

Großaktionäre verzichten auf ihr Bezugsrecht

Die Aktien sollen nach VW-Angaben bereits von diesem Dienstag an bei Investoren platziert werden. Nach dem sogenannten Bookbuilding-Verfahren richtet sich der Preis, zu dem die bisherigen Aktionäre vom 31. März bis zum 13. April ihre Bezugsrechte ausüben können. Am Freitag will VW den Preis für die neuen Papiere, das Bezugsverhältnis und das endgültige Emissionsvolumen beschließen.
 
Volkswagen hatte im vergangenen Jahr einen langen und erbitterten Übernahme-Machtkampf mit Porsche für sich entschieden. Der Stuttgarter Sportwagenbauer soll im Laufe des Jahres 2011 als zehnte Marke in den Konzern integriert werden. Ende 2009 hatte Volkswagen für rund 3,9 Milliarden Euro knapp die Hälfte des Sportwagengeschäfts von Porsche gekauft.
 
Im vergangenen Dezember hatten die VW-Aktionäre dem Vorstand auf einer Sonder-Hauptversammlung grünes Licht für die Kapitalerhöhung gegeben. Ein Vorratsbeschluss sah vor, dass bis zu 135 Millionen neue VW-Vorzugsaktien ausgegeben werden können. Dies würde einem Volumen von bis zu acht Milliarden Euro entsprechen. Kleinaktionäre hatten kritisiert, die Kapitalerhöhung über Vorzugsaktien schütze die Stammaktionäre. Nur diese haben Stimmrecht auf der Hauptversammlung. VW-Großaktionäre sind die Familien Porsche und Piëch, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar. Sie wollen bei der Kapitalerhöhung auf ihr Bezugsrecht verzichten.

Kapitalerhöhung fällt niedriger aus als erwartet
 
Die Kapitalerhöhung fällt nun niedriger aus als möglich. Dadurch wird der Aktienbesitz der Aktionäre nicht zu stark verwässert. Vor zwei Wochen hatte die VW-Spitze angekündigt, neben einer Kapitalerhöhung auch auf andere Finanzinstrumente zu setzen. Dazu gehört die Ausgabe von Options- beziehungsweise Wandelschuldverschreibungen im Gesamtbetrag von bis zu fünf Milliarden Euro. Dafür will sich VW bei der nächsten Hauptversammlung am 22. April die Zustimmung seiner Aktionäre holen.
 
Spekulationen zufolge könnte Volkswagen das frische Geld auch dazu nutzen, um eine seit langem angestrebte Lkw-Allianz mit MAN und Scania unter dem Dach des VW-Konzerns zu schmieden. In der Branche gilt als sicher, dass VW seinen 30-Prozent-Anteil an MAN aufstocken will, um die Kontrolle über die Münchner zu bekommen. Den schwedischen Lastwagenbauer Scania hatte VW bereits übernommen.

Kapitalerhöhung auch bei Porsche
 
Bei Porsche ist ebenfalls eine Kapitalerhöhung geplant, um die hohen Schulden in den Griff zu bekommen. Die für das erste Halbjahr 2011 geplante Maßnahme soll mehr als fünf Milliarden Euro umfassen. Porsche hatte sich bei der geplanten Übernahme von VW finanziell übernommen und einen Schuldenberg von 11,4 Milliarden Euro angehäuft. Ende Januar standen die Stuttgarter bei ihren Geldgebern noch mit 6,1 Milliarden Euro in der Kreide. Vor allem der Verkauf von knapp der Hälfte des Autogeschäfts an VW hatte die Verbindlichkeiten reduziert.

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