VW knackt die 6 Millionen-Grenze

Angetrieben von einem starken Wachstum in China und Südamerika hat Europas größter Autokonzern Volkswagen im vergangenen Jahr einen Absatzrekord erzielt. Weltweit verkaufte der Konzern 6,189 Millionen Fahrzeuge und übersprang damit erstmals die Sechs-Millionen-Marke.

Im Vergleich zum Vorjahr verbuchte der Konzern ein Plus von 7,9 Prozent. VW-Konzernchef Martin Winterkorn zeigte sich am Sonntag (13.1.) am Rande der Automesse in Detroit zuversichtlich, 2008 einen neuen Absatzrekord zu schaffen. Auf längere Sicht will Volkswagen Toyota als erfolgreichsten Autobauer weltweit ablösen.

Der unsicherste Absatzmarkt sei Deutschland, sagte Winterkorn. Er erwarte wegen der Debatte um den Klimaschutz und die Verringerung der C02-Emissionen eine weitere Verunsicherung der Kunden. Winterkorn sagte, mitunter würden Autos «verteufelt». 2007 sank der VW-Konzernabsatz in Deutschland bei einem rückläufigen Gesamtmarkt um 4,8 Prozent auf 1,06 Millionen Fahrzeuge. Im laufenden Jahr wäre VW bereits zufrieden, diesen Wert zu erreichen, hieß es.

Wachstum in Schwellenländern

Das Wachstum erzielt VW vor allem in den aufstrebenden Märkten der Schwellenländer. In China stiegen die Auslieferungen im vergangenen Jahr um 28 Prozent auf 910.500 Fahrzeuge, in Brasilien um 32 Prozent auf 581.300 Fahrzeuge. In Zentral- und Osteuropa erreichte der Konzern ein Plus von 20,9 Prozent auf 496.400 Auslieferungen.

Unter den einzelnen Konzernmarken steigerte die Kernmarke Volkswagen Pkw ihren Absatz um 7,8 Prozent auf 3,66 Millionen Fahrzeuge weltweit. Audi verbuchte ein Plus von 6,5 Prozent auf 964.200 Fahrzeuge, die tschechische Tochter Skoda einen Zuwachs von 14,6 Prozent auf 630.000 Auslieferungen. Das größte Sorgenkind unter den einzelnen Marken, die spanische Tochter Seat, verzeichnete ein leichtes Plus von 0,4 Prozent auf 431.000 Fahrzeuge. VW Nutzfahrzeuge verbuchte einen Zuwachs von 10,7 Prozent auf 488.700 Einheiten.

Ziele 2007 erreicht

Zum Konzernergebnis 2007 sagte Winterkorn, VW habe das Ziel erreicht, ein Ergebnis vor Steuern von mindestens 5,1 Milliarden Euro zu erreichen. Einzelheiten nannte er nicht. 2006 lag das Vorsteuer-Ergebnis bei rund 1,8 Milliarden Euro.

Weiterhin rote Zahlen schrieb VW in den USA. US-Chef Stefan Jacoby sagte, Volkswagen wolle im laufenden Jahr die Ertragswende schaffen. Nach einem Absatzrückgang im vergangenen Jahr erwarte VW 2008 wegen fünf neuer Modelle ein Wachstum. Die Entscheidung über den Bau eines neuen Werks im Dollar-Raum, möglicherweise in den USA, falle im nächsten halben Jahr.

In den wachsenden Markt der Billigautos will der Konzern nicht einsteigen. Winterkorn sagte, es wäre ein "großer Fehler", wenn Volkswagen seine Marken verwässern würde. Volkswagen habe in Sachen Qualität, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit "gewisse Standards" zu erfüllen. Der indische Autobauer Tata hatte in der vergangenen Woche ein Billigauto für umgerechnet rund 1.700 Euro vorgestellt. Winterkorn sprach von einer spezifisch indischen Marktsituation. VW plant stattdessen Kleinwagen im Preissegment von 6.000 bis 8.000 Euro.

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