VW Leasing will nach oben

Die Leasingsparte der Volkswagen Financial Services AG (VWFS) sucht weiter nach Ausdehnungsmöglichkeiten.

Die Leasingsparte der Volkswagen Financial Services AG (VWFS) sucht weiter nach Ausdehnungsmöglichkeiten. Im vergangenen Jahr war die Übernahme der zur niederländischen ABN-Amro-Gruppe Firma Leaseplan kurz vor der Ziellinie gescheitert, obwohl VW, wie Insider wissen, bereit gewesen wäre, deutlich mehr als eine Milliarde Euro auf den Tisch zu legen. Mit 600.000 europäischen und der doppelten Kundenzahl weltweit ist Leaseplan der zweitgrößte Flottenmanager in Europa.

Wachstum nur über Zukauf möglich

Mit einem Bestand von insgesamt rund 285.000 Flottenfahrzeugen zählen die VW Financial Services-Töchter VW Leasing (166.500 Fahrzeuge) und Europcar Fleet Services (120.000 Fahrzeuge) hingegen nicht zu den Big-Playern in Europa. Um im Konzert der großen europäischen Leasingunternehmen mitspielen zu können, muss die kritische Größe von 500.000 Kunden geknackt werden. Doch dazu reiche das organische Wachstum des Unternehmens nicht aus, so Hans-Peter Lützenkirchen, Vorstand für Flottenmanagement bei VW Financial Services gegenüber der „Financial Times Deutschland“.

Wie mögliche Übernahmekandidaten beschaffen sein müssen wollte VWFS nicht näher umschreiben. Denkbar wäre eine Unternehmen, dass neben Flottenmanagement auch im Handel mit Gebrauchtwagen aktiv ist. Räumlich lassen sich die Akquisitionsziele von VWs Flottenmanager schon eher einkreisen: Während man in Frankreich, Spanien, und Italien bereits Depandancen unterhält, sind Großbritannien und die Beneluxstaaten noch weiße Flecken. In Portugal konnte VWFS Anfang Juni mit 50 Prozent bei Unirent einsteigen, der Nummer zwei in Portugals Autoleasinggeschäft.

Großkunden: Die Masse macht's

Zwar gilt speziell das Leasinggeschäft mit Großkunden auf Grund der gewährten Rabatte als nicht eben margenstark, doch ist dieses Segement für VW eine Frage der Ehre und für die Pflege der Beziehungen zu den Großkunden unverzichtbar. Und schließlich gilt auch hier die alte Weisheit: Die Masse macht’s. Denn während der Fahrzeugabsatz dar nieder liegt und wächst das Leasinggeschäft mit Firmenflotten um sieben Prozent jährlich. Branchenkenner vermuten, dass bereits in fünf Jahren auf dem Kontinent britische Verhältnisse herrschen werden. Im Inselkönigreich sind bereits heute knapp die Hälfte des Fahrzeugsbestandes auf Firmen zugelassen. Als Dienstwagen sind sie Gehaltsbestandteil und bringen den britischen Unternehmen zusätzlich steuermindernde Abschreibungen.

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