VW-Logo

85-Jähriger verklagt VW

Ein 85-jähriger Mann aus Tirol will im Jahre 1939 das weltbekannte VW-Logo entworfen haben. Eine entsprechende Feststellungsklage wurde jetzt vor dem Wiener Handelsgericht eingebracht.

Nach der Klageschrift hatte der junge Grafiker Nikolas Borg vom damaligen Reichsarbeitsminister und Inspekteur für das deutsche Straßenwesen, Fritz Todt, den Auftrag erhalten, für die im Bau befindlichen Volkswagenwerke ein Logo zu schaffen. VW bestätigte den Streit. Ein VW-Sprecher sagte zu Borgs Behauptung, das Logo 1939 entworfen zu haben, dieses sei bereits 1938 in Verwendung gewesen.

Nach Angaben von Borgs Anwalt, Meinhard Ciresa, gibt es kaum noch Chancen für eine außergerichtliche Einigung mit VW in Wolfsburg. Die Konzernleitung habe dem schwer herzkranken 85-Jährigen deutsch-schwedischer Abstammung Ende Januar ein Treffen mit dem Unternehmenshistoriker in Wolfsburg angeboten: "Er war damit einverstanden. Seither warten wir auf eine Reaktion".

Logo zufällig an einem Kübelwagen entdeckt

Ein Gerichtstermin am Dienstag (24.5.) musste wegen der Erkrankung des Klägers abgesagt werden. Seinem Mandanten, so der Anwalt, gehe des nicht um Geld, sondern um Anerkennung: "Sein Herzenswunsch ist die Feststellung der historischen Wahrheit. Daher haben wir auch keinen einzigen Euro eingeklagt."

Borg will seinerzeit auf den Auftrag des NS-Regimes hin mehrere Entwürfe mit einem "W" und einem darüber gelegten "V" angefertigt haben. Er habe diese Entwürfe auch abgeschickt, sei in einem Antwortschreiben von den Volkswagenwerken aber vertröstet worden: Die Fertigstellung verschiebe sich bis zum "Endsieg". 1943 habe er sein Logo dann zufällig an einem Kübelwagen der Wehrmacht entdeckt, sagt Borg. VW hält dem entgegen, der wahre Urheber des Logos sei nicht bekannt, man habe es von Porsche übernommen.

Kläger will gemeinsame Presseerklärung

Borg möchte mit seiner Klage eine gemeinsame Presseerklärung mit VW erwirken, aus der hervorgeht, dass er am markanten Logo mitgewirkt hat. Das Angebot von VW, seine Klage ins Firmenarchiv aufzunehmen, sei ihm zu wenig, erklärte sein Rechtsbeistand.

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