VW-Logo

Keine Einigung im Urheber-Streit

Foto: VW

Im Rechtsstreit zwischen Volkswagen und dem 86-jährigen Österreicher Nikolai Borg um die Urheberschaft des VW-Logos ist am Mittwoch (6.7.) in Wien keine Einigung erzielt worden.

Vor dem Wiener Handelsgericht beantragten beide Seiten die Anhörung von Zeugen, die in den kommenden Wochen zu dem ungewöhnlichen Fall gehört werden sollen. Mit dem schriftlichen Urteil ist nach Angaben der Nachrichtenagentur APA nicht vor September zu rechnen.

Der aus Schweden stammende Borg behauptet, bereits 1939 als junger Grafiker die Vorentwürfe für das inzwischen weltbekannte Logo gezeichnet zu haben. Er sei vom damaligen Reichsarbeitsminister Fritz Todt beauftragt worden, das Logo für Volkswagen zu schaffen. Nach der Fertigstellung seiner Entwürfe sei er von den Volkswagenwerken «bis zum Endsieg» vertröstet worden, habe sein Logo dann allerdings 1943 an einem Kübelwagen der Wehrmacht entdeckt. Zum Beweis legte er am Mittwoch einen Karteikasten mit seinen neun «Ur-Entwürfen» dem Gericht vor.

Nach VW-Angaben geht das Logo nicht auf Borg zurück. «Die Idee, zwei Buchstaben übereinander zu setzen und in einem Kreis anzuordnen, war Mitte der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts nicht mehr neu», sagte der Urheber- und Patentrechtsexperte Michel Walter vor Gericht. Bereits 1920 habe ein gewisser Ludwig Hohlwein entsprechende Logos gestaltet. Als Erfinder des VW-Zeichens sei jedoch Franz Xaver Reimspieß anzusehen, erläuterte Walter. Bereits im Mai 1938 sei dessen «Ur-Zeichen» als Marke angemeldet worden. Ein weiter entwickeltes Zeichen, das die Buchstaben in einem so genannten Strahlenkranz zeigte, war laut Walter Mitte April 1939 auf Radkappen bei der Berliner Autoausstellung zu sehen.

Borg geht es nach eigenen Angaben nicht um Geld, sondern um die Anerkennung seiner Urheberschaft. Aus diesem Grund habe er VW auch nicht auf Schadenersatz verklagt, sagte sein Anwalt Meinhard Ciresa vor der Verhandlung. Der Grafiker wolle lediglich «vor meinem Lebensende die gerichtliche Feststellung meiner Urheberschaft am Ur-VW-Logo (durchsetzen), um der historischen Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen».

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