VW MOIA

In Hamburg startet das Ride Pooling Ende 2018

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Auf der TechCrunch 2017 in Berlin hat VW das erste MOIA-Fahrzeug präsentiert. Der per App rufbare Elektrobus wird ab 2018 zunächst in Hamburg eingesetzt. „Ride Pooling“ nennt das VW und will mit dem neuen Mobilitätsangebot den Verkehr in den Städten deutlich entlasten. Das erklärte Ziel: Ein Million weniger Fahrzeuge auf der Straße.

Der MOIA-Shuttle auf Basis des Crafter-Bus ist vollelektrisch unterwegs und bietet bis zu sechs Personen Platz. Seine Reichweite nach WLTP beträgt 300 Kilometer. In rund 30 Minuten soll der Luxus-Bus bis zu 80 Prozent wieder aufgeladen sein. Luxus-Bus? Ja, für den Einsatz im ÖPNV wurde das Innenraumkonept des Crafter überarbeitet. Freistehende Sitze sind bequem von der Schiebetür zu erreichen, die Beinfreiheit ist großzügig ausgelegt. Jeder Platz verfügt über dimmbare Leselampen und USB-Ports. Außerdem ist ein schnelles WLAN an Bord. Das Gepäck ist neben dem Fahrer in einem Extrabereich untergebracht, der jederzeit einsehbar ist. Optishc unterscheidet sich der MOIA-Shuttle von VW Bus durch eine leicht veränderte Front mit „MOIA“-Logo und neuem Stoßfänger. Die Seite prägen tief nach unten gezogenen Fenster , das Heck dominieren schmale Leuchtenstreifen.

Doch das Projekt ist nicht nur 2018 auf die Hansestadt beschränkt, VW will den Service, auch mit weiteren Fahrzeugen bis 2025 in weiteren europäischen und US-amerikanischen Städten anbieten. Bis dahin möchte das Mobilitäts-Startup Marktführer sein, erklärte der Konzern bereits auf der „Tech Crunch Disrupt“ in London. Doch was macht MOIA? Die Gründung seines neuen Mobilitäts-Dienstleisters MOIA verkündete Volkswagen während einer Technologiekonferenz in London. Die eigenständige Gesellschaft hat ihren Sitz in Berlin und ist, wenn man so will, die dreizehnte Marke des Konzerns. Volkswagen reagiert damit auf geänderte Bedürfnisse: „Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit MOIA dazu beitragen, dass jeder auf die eine oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann“, sagte VW-Chef Matthias Müller.

Daimler praktiziert das bereits seit geraumer Zeit mit dem Mobilitätsdienstleister und der App „moovel“. Ähnlich wird und soll auch MOIA funktionieren.

MOIA vermittelt Fahrten per App

Zunächst soll MOIA per Gett-App Fahrten vermitteln. Das sogenannte „Ride Hailing“ soll in 100 Städten weltweit Zugang zu Fahrten, Lieferdiensten oder Logistikleistungen vermitteln. Das zweite Geschäftsfeld, Pooling, funktioniert ebenfalls über eine App. Damit sollen Einzelfahrten in Städten vermieden werden. Die wesentlichen Unterschiede der beiden Geschäftsfelder: Ride Hailing vermittelt Fahrten innerhalb der Stadt und Pooling auch darüber hinaus. In Hamburg soll die Mobilitätspartnerschaft drei Jahre laufen.

Die neue Firma soll die Möglichkeiten der anderen 12 Konzernmarken nutzen und dem VW-Konzern Kunden bringen, die gar kein Auto kaufen wollen.

Chef des Startups ist Ole Harms. Die Geschäftsführung besteht außerdem aus dem Finanzchef Frank Dilger und COO Robert Henrich. Das Unternehmen beginnt am 1. Januar 2017 mit 50 Mitarbeitern und soll schnell wachsen: Bis 2025 soll MOIA „einen substanziellen Anteil des Umsatzes“ im Konzern erzielen. „Wir wollen uns mittelfristig zu einem der globalen Top Player unter den Mobilitätsdienstleistern entwickeln. Dafür werden wir um die besten Köpfe und Technologie-Start-ups werben“, sagt Harms.

In Hamburg gehen 500 Moia-Busse an den Start

Die Verkehrsgewerbeaufsicht der Freien und Hansestadt Hamburg hat jetzt grünes Licht für Moia gegeben. Der Betrieb des Fahrdienstes ist ab dem 1. Januar 2019 genehmigt worden.

Ende 2018 kann Moia bereits einen Testbetrieb mit vorab registrierten Fahrgästen starten. Der Preis darf hierbei maximal 30 Cent pro Kilometer und Fahrgast betragen. Der Genehmigung liegt einer Mitteilung zufolge „das Personenbeförderungsgesetz zugrunde“. Das bedeutet zum Beispiel, dass der Moia – Fahrer einen Personenbeförderungsschein zusätzlich zum Führerschein besitzen muss.

Neben dem Einsatz als modernes Sammeltaxi bekommt Moia außerdem die Erlaubnis für den Einsatz der Fahrzeuge als Mietwagen. Die ist nötig, wenn ein Fahrgast eine Fahrt bucht und dabei keine weiteren Personen zusteigen lässt. So kann man zum Beispiel als Gruppe von Arbeitskollegen nach einem Geschäftstermin den elektrischen Moia-Bus anstatt eines Großraumtaxis vorbestellen.

Moia hatte ursprünglich den Betrieb einer Flotte von 1.000 Fahrzeugen beantragt. Die Verkehrsgewerbeaufsicht hat die Hälfte davon, 500 Autos, genehmigt.

Dies darf auch als Zugeständnis an das Taxigewerbe verstanden wissen, die mit Moia einen neuen Konkurrenten auf der Straße haben. Aus diesem Grund legt die Behörde auch Wert darauf, dass eine Moia-Fahrt nur über die App gebucht werden kann. Das spontane Zusteigen ist weiterhin der Vorteil von Nahverkehrsbussen oder einem Taxi, das man heranwinkt.

Begriffe erklärt: Unser Mobilitäts-Wörterbuch

  • „Car-Sharing“: Zu deutsch: „Autoteilen“. Car-Sharing ist die organisierte gemeinschaftliche Nutzung eines Auto. Zu den bekanntesten Car-Sharing-Anbietern gehören car2go von Daimler, DriveNow! von BMW oder Flinkster von der Deutschen Bahn.
  • „Ride-Sharing“: Zu deutsch: „Sitzplatz-Teilen“. Unter diesen Begriff fällt zum einen die klassische „Mitfahrgelegenheit“, also das Anbieten von Sitzplätzen im eigenen Auto für Mitfahrer mit gleichem Ziel. Der umstrittene Fahrdienstleister Uber und sein vielerorts verbotener Dienst „UberPop“ fällt in gewisser Weise auch in dieses Raster, auch wenn der Begriff des „Ride Hailing“ besser passt.
  • „Ride-Hailing“: Zu deutsch: „Auto herbeirufen“. Diese Bezeichnung trifft vor allem auf das klassische Taxi zu. Aber UberPop und GETT vermitteln private Fahrzeuge (per App) zum kommerziellen und an festen Gebühren festgemachten Personentransport, sehen sich selbst aber eher als „Ride-Sharing“-Unternehmen.
  • „Last Mile“: Zu deutsch: „Letzte Meile, letztes Wegstück“: Die „Last Mile“ bezeichnet das letzte Stück Weg, dass man zurücklegen muss, um an sein eigentlich Ziel zu kommen. Beispiel: Man landet am Flughafen, muss aber noch zum 12 Kilometer entfernten Hotel gelangen – das wäre dann die „Last Mile“. Um diese „Last Mile“ streiten sich viele Mobilitäts-Dienstleister.
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