VW

Pischetsrieder geht - Winterkorn folgt

Foto: Stefan Sauer

Inmitten der Sanierung von Volkswagen kommt es völlig überraschend zu einem Führungswechsel bei Europas größtem Autobauer: Der Vorstandschef Bernd Pischetsrieder scheidet bereits zum 31. Dezember aus.

Sein Nachfolger soll der bisherige Chef der VW-Tochter Audi,
Martin Winterkorn werden. Dies teilte die Volkswagen AG am Dienstagabend (7.11.) in Wolfsburg mit.

Über die Hintergründe wollte sich VW am Dienstagabend nicht äußern. In der lediglich neun Zeilen langen Mitteilung hieß es nur, das Präsidium des VW-Aufsichtsrates und Bernd Pischetsrieder hätten sich "einvernehmlich" auf die Trennung verständigt. Diese Sprachregelung deutet üblicherweise auf Auseinandersetzungen an der Spitze hin. Aus Porsche-Kreisen war zu hören: "Das kam heute für uns nicht überraschend." Dem VW-Präsidium gehört auch Porsche-Chef Wendelin Wiedeking an. Porsche ist derzeit mit 21,2 Prozent größter Anteilseigner von VW vor dem Land Niedersachsen. Offiziell hieß es bei Porsche nur: "wir kommentieren diesen Vorgang nicht."

Winterkorn-Wahl am 17. November

Das Präsidium des Aufsichtsrates empfahl die Berufung von Winterkorn zum neuen Vorstandschef von VW. Darüber werde der Aufsichtsrat am 17. November entscheiden, hieß es in der Mitteilung. VW-Aufsichtsratschef ist Pischetsrieders Vorgänger Ferdinand Piëch. Nach Informationen der ARD-"Tagesschau" soll Piëch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat hinter sich gebracht haben, um Pischetsrieder zu entmachten.

Winterkorn ist seit März 2002 Audi-Vorstandschef. Der 59 Jahre alte Manager steht vor einer schweren Aufgabe, da die Marke VW in der Krise ist und mit einem tief greifenden Sanierungsprogramm wieder flott gemacht werden muss. Bei Audi hatte der grundsolide Schwabe zuletzt Absatzerfolge gefeiert. Europas größter Autohersteller steht unter starkem Druck. Die Marke VW kämpft mit Ertragsproblemen, die das Kerngeschäft des Konzerns im vergangenen Jahr an den Rand der roten Zahlen brachten. Die westdeutschen Werke - Rückgrat der VW-Produktion - hatten einen dreistelligen Millionenverlust verzeichnet. Deshalb hatte Pischetsrieder im Frühjahr der Traditionsmarke eine tief greifende Restrukturierung verpasst. Er stellte zur Sanierung der Marke VW 20.000 Stellen auf den Prüfstand.

Börse reagiert positiv

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. "Die Veränderung kommt überraschend, insbesondere die Nachfolge dürfte mit dem Audi-Lenker jedoch sehr gut gelungen sein", sagte ein Händler. "Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch und Anteilseigner Porsche werden auf diese Lösung gedrängt haben." Ein anderer Börsianer kommentierte: "Winterkorn dürfte vor dem Hintergrund seiner erfolgreichen Arbeit bei Audi bei den Investoren sehr gut ankommen." Die Stammaktien legten auf dem Frankfurter Parkett zuletzt um 1,40 Prozent auf 81,67 Euro zu.

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