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VW Polo-SUV im Fahrbericht

So fährt sich VWs kleinster SUV T-Cross

Der neue VW Polo VI feierte auf dem Genfer Autosalon 2017 Premiere – ein Jahr später schieben die Wolfsburger ein Polo-SUV namens T-Cross nach. Einen ersten Ausblick gab bereits die Studie T-Cross Breeze. Wir sind das Serienmodell gefahren.

11.07.2018 Holger Wittich, Peter Wolkenstein Powered by

Mit dem neuen T-Cross erweitert VW sein Angebot in der Polo-Klasse um einen SUV. Er feiert seine Weltpremiere Ende Oktober, Ende des Jahres beginnt der Vorverkauf. Die Markteinführung erfolgt im April 2019. Einen ersten Ausblick gab bereits die Studie T-Cross Breeze, die auf dem Genfer Autosalon Anfang 2016 präsentiert wurde. Jetzt gibt es den ersten Fahrbericht mit einem seriennahen Prototypen.

Abmessungen und Raumangebot

VW T-Cross Foto: Schulte
So wird der VW T-Cross aussehen: Ein breiter Grill gibt dem SUV eine gewisse Präsenz. Dazu tragen auch die SUV-typischen abgesetzten Karosserieelemente bei.

Der neue VW T-Cross baut wie der VW Polo auf dem MQB A0 (Modularer Querbaukasten) auf, den die spanischen Schwestermodelle Seat Ibiza und Arona ebenfalls nutzen. Mit dem Arona stimmen auch die Abmessungen des T-Cross bis auf wenige Millimeter überein. Er ist 4.107 Millimeter lang, 1.760 mm breit (ohne Außenspiegel) und 1.558 mm hoch, der Radstand beträgt 2.563 mm. Damit ist er nur 54 mm länger als der Polo, aber 112 mm höher. Zudem sitzen die Insassen im T-Cross aufrechter und stolze zehn Zentimeter höher: Vorn beträgt die Sitzhöhe 597 mm, im Fond sind es 652 mm. Das erleichtert vorn wie hinten den Einstieg und ergibt vor allem im Fond ein ungewöhnlich luftiges Raumgefühl und viel Platz für die Beine. Ist der gar nicht nötig, lässt sich – im Gegensatz zum Seat Arona – die bequem gepolsterte Rückbank serienmäßig um bis zu 15 Zentimeter nach vorn schieben.

So vergrößert sich der Standard-Gepäckraum von 385 auf 455 Liter, bei vorgeklappter Rücksitzlehne und dachhoher Beladung bis hinter die Vordersitze auf 1.281 Liter – sogar mehr als im Golf. Und das ist in Sachen Variabilität noch nicht alles: eine flach vorklappbare Beifahrersitzlehne als Option und ein höhenverstellbarer Ladeboden, unter den bei Bedarf auch die starre Gepäckraumabdeckung passt.

Optisch mehr Tiguan als T-Roc

Maximale Funktionalität auf geringer Verkehrsfläche – mit dieser Ausrichtung orientiert sich der T-Cross konzeptionell eher am sachlichen Tiguan als am trendigen T-Roc. Vorn trägt er die Haube hoch, so dass sie vom Fahrersitz aus erkennbar ist. Die Front prägen ein je nach Ausstattungslinie mit bis zu vier verchromten Lamellen bestückter Kühlergrill, flankiert von Scheinwerfern mit H7- oder LED-Licht. In Verbindung mit H7-Scheinwerfern trägt der T-Cross das Tagfahrlicht unten in den Nebelleuchten. Bei den optionalen LED-Leuchten ist das Tagfahrlicht dagegen in den Hauptscheinwerfern integriert.

An den Seiten fallen zwei parallel verlaufende Lichtkanten ins Auge, deren Abstand sich erst kurz vor den Rückleuchten verengt. Am Heck trägt der T-Cross hingegen ein für VW völlig neues Designelement. Zwischen den stets mit LED-Technik bestückten Leuchten spannt sich eine schwarze Blende mit rot reflektierendem Band.

VW T-Cross (2018) Foto: VW
Planscht fürs Foto in der Pfütze, aber Allradantrieb gibt es für den Kleinen nicht.

Unter den Kotflügeln mit schwarzem Kunststoff verkleideten Radläufen stecken Räder im 16-, 17- oder 18-Zoll-Format. Bei der Lackierung besteht die Wahl zwischen zwölf Farben, als Kontrastfarbe fürs Dach ist zu Beginn nur Schwarz vorgesehen. Die Basisversion Trendline ist an der fehlenden Dachreling erkennbar. Neben den üblichen weiteren Varianten Comfortline, Highline und R-Line kommt Designline als zusätzliche Linie hinzu.

Cockpit

Seat Arona Fahrbericht 2017 Barcelona Neuer Seat Arona (2017) So fährt der kleine SUV für 15.950 Euro

Das Layout ähnelt stark dem Cockpit des Polo. Die auf Wunsch digitalen Instrumente bilden eine Einheit mit dem auf gleicher Höhe platzierten, acht Zoll großen Infotainment-Touchscreen. Darunter sind die mittigen Luftausströmer und die Klimabedienung angeordnet. Auf Wunsch liefert VW eine Zweizonen-Klimaautomatik, aber kein Glas- oder Panoramadach. Den Oberflächen im Interieur fehlt in diesem Prototyp-Stadium noch die Narbung. Doch die Farbigkeit – dunkel mit hellen Einsätzen sowie großen Zierblenden in Wagenfarbe oder verschiedenen Designs – deutet bereits die Möglichkeiten zur Individualisierung an. Praktische und großformatige Ablagen in Türen und Mittelkonsole samt induktiver Lademöglichkeit fürs Mobiltelefon sind ebenso vorhanden wie je zwei USB-Buchsen vorn und hinten. Dazu gibt es ein „Beats“-Soundsystem mit 300 Watt, 8-Kanal-Verstärker und integriertem Subwoofer.

Antrieb

Als Einstiegsmotor dient der aufgeladene 1,0-Liter-Dreizylinder mit 95 oder 115 PS, darüber rangiert der Vierzylinder mit 1,5-Liter Hubraum und 150 PS, alle mit Otto-Partikelfilter. Einziger Diesel zur Markteinführung ist der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 95 PS und SCR-Kat. Der stärkere Dreizylinder und der Diesel können optional mit eine Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden, bei 1.5 TSI zählt es zum Serienumfang. Allradantrieb ist bei Modellen auf MQB A0 nicht vorgesehen.

Fahreindruck

Gleiches gilt für volladaptive Dämpfer, doch auf der ersten kleinen Ausfahrt mit dem noch großzügig per Folie getarnten Prototyp im Südosten Münchens haben wir beides nicht vermisst. Schon beim Platznehmen hinter dem in zwei Ebenen verstellbaren Lenkrad stellt sich das vertraute VW-Gefühl ein, das der Prototyp bereits nach den ersten Metern bestätigt. Unter seiner Haube grummelt unverkennbar, aber gut gedämmt der Vierzylinder-TDI. Er setzt den kleinen SUV mit Nachdruck in Bewegung, das verbaute DSG wechselt unauffällig die Gänge. Die Federung wirkt komfortabel abgestimmt, soweit sich das auf den meist ordentlich geteerten Straßen unserer kleinen Testrunde beurteilen lässt. Die Lenkung spricht präzise an, das Fahrwerk vermittelt ein ähnlich agiles Gefühl wie im Polo

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Sicherheitsausstattung

In Sachen Sicherheitsausstattung bietet der T-Cross mehr als Polo und Arona. So gehören neben dem Front-Assist mit Umfeldbeobachtung auch ein Spurhalteassistent zum Basisumfang. Gegen Aufpreis kann sich der Kunde seinen T-Cross unter anderem mit einem adaptiven Tempomat, einem Spurwechselassistent und einem Ausparkassistent ausrüsten.

VW T-Cross (2018) Foto: VW
Optisch gibt sich der T-Cross braver als der T-Roc, kombiniert so Kompaktheit und Nutzwert.

Preis

VW baut den T-Cross außer im spanischen Pamplona auch in Südamerika und in China. So günstig wie der Arona (ab 16.290 Euro) wird der T-Cross jedoch nicht werden, wobei der VW seinen höheren Preis mit umfangreicherer Serienausstattung (unter anderem verschiebbarer Rücksitzbank, Spurhalteassistent) rechtfertigt. Wir rechnen mit einem Startpreis von rund 17.500 Euro, denn einen vergleichbar motorisierten Polo dürfte der T-Cross ebenfalls nicht unterbieten – und der steht als 1.0 TSI mit 95 PS (erhältlich ab Comfortline) derzeit ab 17.200 Euro in der Preisliste.

Fazit

Tiguan, T-Roc und nun T-Cross: Übertreibt VW die Vielfalt im Segment der Kompakt-SUV? Nun, auf den ersten Blick scheint das so zu sein. Doch der erste Fahreindruck hilft beim Einordnen des neuen T-Cross: sachlicher als der T-Roc und kaum teurer als ein Polo ist das neueste VW-SUV eine Alternative zum Kleinwagen und liegt mit seiner erhöhten Sitzposition voll im Trend. Denn der hält an und damit liefert VW genau das, was der Markt will. Allradantrieb vermissen in diesem Segment nur wenige, deshalb gibt es ihn gar nicht erst.

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Neuester Kommentar

Da darf man auf die Materialqualität im Innenraum gespannt sein. Hoffentlich besser als im T-Roc - schlechter geht auch kaum. Im T-Roc ist die Materialqualität so schäbig, dass ich nach der Probefahrt dankend abgelehnt habe. 40.000 Euro für Hartplastik? Nein danke. Was man sich da bei VW gedacht hat, ist mir schleierhaft. Zum Golf-Preis erwartet man bei VW doch auch Golf-Qualität. So viel billiges, hartes Plastik gibt's sonst nur noch im Up. Da bin ich also jetzt einmal gespannt.

Logik78 11. Juli 2018, 12:26 Uhr
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