VW-Porsche-Übernahme - Klagen auch in Deutschland

Schadenersatzklagen auch in Deutschland geplant

Foto: dpa

Auch in Deutschland sind einem Pressebericht zufolge Schadenersatzklagen gegen Porsche geplant: Die auf Kapitalrecht spezialisierte Münchener Kanzlei CLLB wolle den Sportwagenbauer wegen Marktmanipulation auf mindestens 2,4 Milliarden Euro verklagen.

Das berichtete die "Wirtschaftswoche" am Donnerstag (20.5.). Ein Porsche-Sprecher sagte, das Unternehmen halte die Ansprüche für unbegründet. Er habe auch keine Hinweise darauf, dass eine Klage eingereicht wurde.

Klage wird schon seit Januar vorbereitet

Schon Ende Januar hatte das Magazin berichtet, CLLB bereite eine entsprechende Klage vor. Damals war der Streitwert von Rechtsanwalt Franz Braun noch auf einen dreistelligen Millionenbetrag beziffert worden. Die von CLLB vertretenen Kläger werfen Porsche und seinem früheren Chef Wendelin Wiedeking sowie dem damaligen Finanzvorstand Holger Härter Marktmanipulation vor.
 
In den USA liegen zudem Schadenersatzforderungen vor, die nach Presseberichten auf bis zu neun Milliarden Dollar anschwellen könnten. "An theoretischen Spekulationen über Schadenshöhen beteiligen wir uns nicht", sagte der Porsche-Sprecher. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Weitergabe von Insiderinformationen. Porsche hält die Vorwürfe für unbegründet.

Investoren werfen Porsche Kursmanipulationen vor

Die Investoren werfen dem Unternehmen und seinen früheren Managern vor, sie hätten ihre wahren Absichten bei der geplanten VW-Übernahme verheimlicht. Die Stuttgarter hatten Ende Oktober 2008 mitgeteilt, insgesamt Zugriff auf gut 74 Prozent der VW-Stammaktien zu haben und lösten damit ein Kursfeuerwerk aus: Der Kurs der Volkswagen-Aktie schoss zwischenzeitlich auf über 1.000 Euro. Nach dem verlorenen Übernahmekampf mit VW mussten Wiedeking und Härter Ende Juli 2009 das Unternehmen verlassen.
 
Dem Bericht der "Wirtschaftswoche" zufolge gibt es mittlerweile einen Fahrplan, nach dem Porsche US-Anwälten von Dezember 2010 an Einblick die Akten gewährt. Die Untersuchung soll sich über das Jahr 2011 hinziehen, im Mai 2012 sollen dann die Ergebnisse feststehen.
 
Beobachter sehen angesichts der Schadenersatzklagen die für 2011 geplante Fusion zwischen dem VW-Konzern und Porsche gefährdet. Der Porsche-Vorstand halte an der geplanten Verschmelzung fest, hieß es jüngst von Porsche. "Mögliche Auswirkungen der US-Klage werden allerdings fortlaufend geprüft", sagte ein Sprecher.

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