VW

Restrukturierung in Brüssel

Foto: ams

Angesichts von Überkapazitäten plant Volkswagen in seinem Werk Brüssel Einschnitte, will die Fabrik aber nicht schließen. VW werde an diesem Dienstag in Brüssel Konsultationen mit den Arbeitnehmervertretern über ein Restrukturierungsprogramm beginnen, teilte der Autobauer am Montag (20.11.) mit.

Entscheidungen gebe es bisher nicht. Aus Sorge über ihre Zukunft legten Beschäftigte des Brüsseler VW-Werks auch am Montag die Arbeit nieder. Gewerkschaftsvertreter sagten, die Beschäftigten wollten Klarheit über die Zukunft des Werkes haben, das insgesamt 5.400 Menschen beschäftigt. Die Arbeitsniederlegungen hatten am Freitagabend begonnen. In der Fabrik wird der Golf produziert. Seit längerem gibt es in Belgien die Befürchtung über massive Sparmaßnahmen.

Der Generalsekretär des Europäischen VW-Konzernbetriebsrats, Michael Riffel, sagte, die in Europa vorhandenen Überkapazitäten im Produktionsbereich seien kein Problem, dass nur ein Land betreffe. "Wir mussten in Deutschland diesem Fakt bereits Rechnung tragen und einem massiven Stellenabbau über Altersteilzeitregelungen und Aufhebungsverträgen zusehen." Klar sei aber, dass für die VW-Standorte in Europa und der Welt das gleiche gelte wie für Deutschland. "Wir wollen, dass alle Werke eine langfristige Perspektive haben, die die Beschäftigung nachhaltig sichert."

Der Präsident des Europäischen Konzernbetriebsrats von VW, Bernd Osterloh, sagte: "Sollte das Unternehmen Planungen vorstellen, den Golf aus Brüssel abzuziehen, erwarten wir, dass der belgische Standort alternative Produkte bekommt." Es sei nie die Absicht gewesen - und dies sei auch mit dem Vorstand besprochen - zu Lasten anderer Standorte die Arbeitszeit an den westdeutschen Standorten zu erhöhen. Im Zuge der von 2008 an geplanten Modelloffensive stünden im Konzern genügend Produkte zur Verfügung, die in Belgien gefertigt werden könnten. "Für den Übergangszeitraum erwarten wir eine Planung, die die Beschäftigungssicherung ermöglicht."

Für die westdeutschen VW-Werke hatten sich Management und Gewerkschaft auf deutlich längere Arbeitszeiten geeinigt. In Deutschland stehen im Zuge der Sanierung der ertragsschwachen Marke VW 20.000 von 100.000 Jobs auf dem Prüfstand. Aussagen von VW-Personalvorstand Horst Neumann Anfang November zufolge müssen auch die Beschäftigten an den ausländischen VW-Standorten in Belgien, Spanien und Portugal mit einem Stellenabbau rechnen.

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